Romance-Scamming – Seniorin überweist hohen Geldbetrag

Kathrin Helmreich, 22. Januar 2021
Romance-Scamming - Missbrauch von Vertrauen - Artikelbild: Pla2na / Shutterstock
Romance-Scamming - Missbrauch von Vertrauen - Artikelbild: Pla2na / Shutterstock

Aus gegebenen Anlass: Polizei Freiburg warnt vor fiesen Liebesbetrügern. Seniorin fällt auf Romance-Scamming herein.

Eine Seniorin aus einer Stadt im Landkreis Waldshut ist einem skrupellosen Betrüger auf den Leim gegangen. Die getäuschte 79-jährige Frau überwies einen sechsstelligen Geldbetrag. Am Dienstag, 19.01.2021, schaltete sie die Polizei ein. Über eine Online-Partnerbörse kam die Frau im November 2020 in Kontakt mit einem angeblichen Arzt, der scheinbar für die UN in Jordanien arbeitet.

Er erschlich sich das Vertrauen der Frau und gab aus verschiedensten Gründen vor, Geld zu benötigen, sei es für seine Flucht oder wegen seiner Festnahme. Insgesamt überwies die Frau den hohen Geldbetrag in mehreren Tranchen auf deutsche Konten. Einen kleineren Teil des Geldes hatte sich die Frau von Bekannten geliehen. Ermittlungen ergaben, dass das Geld bereits weiter transferiert wurde und nicht mehr zurückgeholt werden kann.

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Gegen die Inhaber der deutschen Konten wurden Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche eingeleitet. Weitere Informationen und Verhaltenshinweise zu diesem Betrugsphänomen, dem sogenannten „Scamming“, erhalten sie unter www.polizei-beratung.de.

Romance- oder Love-Scammer erkennen

  1. An der Kontaktaufnahme: Über Netzwerke oder Dating-Seiten kommen Scammer an Mailadressen. Eine knappe Mail in englischer Sprache mit einer Einladung zum Chat dient als Lockmittel. Da die Betrüger oft mit deutschen Mailadressen arbeiten, ist selten ersichtlich, dass sich hinter den netten Zeilen ein Scammer verbirgt. Finger weg von Chatnamen mit ungewöhnlichen Zeichen (z.B. Prozentzeichen) – diese schicken mit ihren Nachrichten Software mit, die dem Computer schaden kann.
  2. An der Sprache: Die Betrüger kommunizieren meistens in gutem Englisch. Insider gehen davon aus, dass rund 95 Prozent der englisch sprechenden Kontakte auf deutschen Dating-Seiten Romance- oder Love-Scammer sind. Allerdings gibt es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen.
  3. An den Bildern: Scamm-Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie oft leicht bekleidet zu sehen sind, während Scamm-Männer häufig Fotos von uniformierten Männern nutzen.
  4. Am Inhalt der Mails: Scammer überhäufen ihre Opfer schon nach dem ersten Kontakt mit ellenlangen Briefen voller schwülstiger Liebesschwüre. An den überbordenden Liebeserklärungen und Liebesbekundungen sind sie leicht zu erkennen. Aber es geht auch anders: Seriös wirkende Mails sollen das Interesse wecken. Oft wollen die Scammer alles über ihr Opfer wissen: Hobbys, ehemalige Partner, Kinder, Freunde, auch der Glaube an Gott spielt immer eine Rolle. Wichtig: Die Scammer bezeichnen ihre neuen Partner schon bald als „Ehemann“ oder „Ehefrau“ und schmieden Heiratspläne. Deswegen scheint die Bitte um ein Visum oder ein gemeinsames Konto gerechtfertigt.
  5. An Verbindungen nach Westafrika/Russland/Südostasien: Ob Geschäftsreise oder familiäre Probleme, es gibt vielfältige Gründe für eine Verbindung nach Nigeria, Ghana usw. Frauen hingegen leben oft in osteuropäischen / südostasiatischen / südamerikanischen Ländern.
  6. An Bitten um Geld / Visum / Päckchen- oder Briefversand / gemeinsames Konto: Es gibt viele Gründe, das Opfer um Geld zu bitten. Weigert es sich, Geld zu schicken, finden Betrüger andere Wege. Gefälschte Schecks, die in Deutschland eingezahlt werden sollen, gehören dazu. Momentan sehr stark ausgeprägt ist der Wunsch nach einer Einladung nach Deutschland. Hier wollen die Betrüger nicht nur auf Kosten ihrer Opfer leben, sondern auch weiterhin im Auftrag der Nigeria Connection tätig sein. Die Betrüger schaffen es auch, geschickt die Opfer für ihre Zwecke zu missbrauchen, beispielsweise sollen diese Briefe oder Päckchen an dritte Personen verschicken. Scam-Frauen erbetteln sich häufig Einladungen nach Deutschland. Oft geben die Betrüger vor, ein gemeinsames Konto mit dem Opfer eröffnen zu wollen und bitten um Kopien von Ausweisen. Die Daten werden für Fälschungen von Pässen genutzt.

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Quelle: Polizeipräsidium Freiburg
Artikelbild: Pla2na / Shutterstock

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