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Risikogruppe: Es geht nicht allein um alte Menschen!

Andre Wolf, 23. März 2020
Risikogruppe
Risikogruppe

Zum Thema Coronavirus liest man auch immer wieder den Begriff der „Risikogruppe“. Also Menschen, die in dem Risiko sind, dass der Verlauf der Krankheit schwer oder gar tödlich abläuft.

In erster Linie denkt man bei der Risikogruppe immer an ältere Menschen, die gar zusätzlich chronisch krank sind. Das Robert-Koch-Institut beschreibt diese Gruppe ein wenig genauer:

Obwohl schwere Verläufe häufig auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten (16) und auch bei jüngeren Patienten beobachtet wurden (17), haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
Raucher
Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:

des Herz-Kreislauf-Systems (z.B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
der Lunge (z.B. Asthma, chronische Bronchitis)
Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Patienten mit einer Krebserkrankung
Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z.B. Cortison)

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Das Framing des Begriffs „Risikogruppe“ verleitet daher dazu, dass man sich selbst oder gar viel zu wenig Menschen in dieser Gruppe sieht und entsprechend nur von einer Randgruppe ausgeht.

Hi, wir sind’s. Die Risikogruppe.

Der in Berlin lebende Inklusions-Aktivist Raul Krauthausen hat hierzu auf Instagram ein Posting mit dem Titel „Hi, wir sind’s. Die Risikogruppe.“ veröffentlicht. Darin liest man:

Hi, wir sind’s. Die #Risikogruppe. Du hast gedacht wir wären kettenrauchende Todkranke oder zumindest alt? Weit gefehlt. Keiner von uns ist Rentner und wir gehen genauso gerne wie du in Clubs, Bars und auf Konzerte. Worauf wir keinen Bock haben, ist sterben. Genau das ist aber gar nicht so unwahrscheinlich, wenn du nicht einfach die nächsten Wochen zuhause bleibst und deinen sozialen Aktionsradius für ein paar Wochen einschränkst. Je nachdem, was der Gesundheitsminister vorschlägt.
In Italien ist es schon zu spät: Ärzte müssen entscheiden, wen sie beatmen – und wer stirbt. Warum? Unter anderem, weil sich die Menschen zu lange gegenseitig angesteckt haben.

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Aber wir wollten uns ja vorstellen. @disabletonlive, @amelieebner und @wheel.pics sind das #TetraPack: Sie sind unterhalb der Halswirbelsäule gelähmt und können richtig schlecht abhusten – das Virus könnte sie töten. @kati.gaensebluemchen hat Spina Bifida und ein Lungenvolumen von einem halben Liter – ihr könnt euch vorstellen, wie praktisch das bei einer heftigen Infektion ist. @raulkrauthausen und @typitus haben Glasknochen – same story. @fraugehlhaar hat eine Muskelerkrankung, für die das Virus eine genauso tödliche Gefahr ist – so wie für die Lungen des querschnittgelähmten @realjkrolling.

Doch das ist alles noch kein Grund zu sterben – finden wir. Ich hoffe du auch. Also halte dich an die Empfehlungen und rette Menschenleben – das von uns, aber auch von vielen anderen #Risikogruppen: Vorerkrankte, Menschen mit anderen chronischen Krankheiten. Du bist auch noch lange keine 60 und in der #Risikogruppe? Gib ihr ein Gesicht. Poste, rede drüber, lass dir helfen. Nutze diesen Hashtag. Join the band. Denn: Gestorben wird später. Viel später. Rock and roll, eure #Risikogruppe.

 

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Hi, wir sind’s. Die #Risikogruppe. Du hast gedacht wir wären kettenrauchende Todkranke oder zumindest alt? Weit gefehlt. Keiner von uns ist Rentner und wir gehen genauso gerne wie du in Clubs, Bars und auf Konzerte. Worauf wir keinen Bock haben, ist sterben. Genau das ist aber gar nicht so unwahrscheinlich, wenn du nicht einfach die nächsten Wochen zuhause bleibst und deinen sozialen Aktionsradius für ein paar Wochen einschränkst. Je nachdem, was der Gesundheitsminister vorschlägt. In Italien ist es schon zu spät: Ärzte müssen entscheiden, wen sie beatmen – und wer stirbt. Warum? Unter anderem, weil sich die Menschen zu lange gegenseitig angesteckt haben. Aber wir wollten uns ja vorstellen. @disabletonlive, @amelieebner und @wheel.pics sind das #TetraPack: Sie sind unterhalb der Halswirbelsäule gelähmt und können richtig schlecht abhusten – das Virus könnte sie töten. @kati.gaensebluemchen hat Spina Bifida und ein Lungenvolumen von einem halben Liter – ihr könnt euch vorstellen, wie praktisch das bei einer heftigen Infektion ist. @raulkrauthausen und @typitus haben Glasknochen – same story. @fraugehlhaar hat eine Muskelerkrankung, für die das Virus eine genauso tödliche Gefahr ist – so wie für die Lungen des querschnittgelähmten @realjkrolling. Doch das ist alles noch kein Grund zu sterben – finden wir. Ich hoffe du auch. Also halte dich an die Empfehlungen und rette Menschenleben – das von uns, aber auch von vielen anderen #Risikogruppen: Vorerkrankte, Menschen mit anderen chronischen Krankheiten. Du bist auch noch lange keine 60 und in der #Risikogruppe? Gib ihr ein Gesicht. Poste, rede drüber, lass dir helfen. Nutze diesen Hashtag. Join the band. Denn: Gestorben wird später. Viel später. Rock and roll, eure #Risikogruppe.

Ein Beitrag geteilt von Raul Krauthausen (@raulkrauthausen) am

Die Risikogruppe dürfte also, wenn man die Definition des Robert-Koch-Instituts heranzieht, wesentlich größer sein, als „nur“ alte Menschen. Dazu dürfte dann auch der Verfasser dieses Artikels zählen.

Hinweis!

Wir weisen an dieser Stelle auf unsere Kategorie: CORONAVIRUS 2019 nCoV (hier) hin, in der wir alle relevanten Faktenchecks zum Thema Coronavirus auflisten.


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