Riesige Krater: In Sibirien tut sich wieder die Erde auf

Charlotte Bastam, 12. Oktober 2020
Eine tickende Zeitbombe aus Methan
Eine tickende Zeitbombe aus Methan

Ein Fernsehteam entdeckte das 50 Meter breite und damit extrem große Loch bei einem Hubschrauberflug über die Halbinsel Jamal im Norden Russlands.

Damit ist es aber nicht der erste Krater dieser Größe in Sibirien. Seit 2014 haben Forscher*Innen das Entstehen dieser scheinbar plötzlich auftauchenden Riesenlöcher in Sibirien wohl bereits geklärt: Grund sind höchstwahrscheinlich Methanexplosionen

Es ist also schon klar, es waren keine Ufos, wie teilweise behauptet wurde, die die Erde absinken lassen, sondern unter Druck stehendes und nun freigesetztes Methan. Wirklich beruhigender ist das aber nicht, denn die Ursachen sind wahrscheinlich wieder einmal steigende Temperaturen aufgrund des Klimawandels und der damit abschmelzende Permafrost.

Eine tickende Zeitbombe aus Methan

Im Boden Sibiriens befinden sich riesige Mengen Methan, über die sich bisher der Permafrost wie ein Sicherheitsnetz ausgebreitet hat. Doch durch die steigenden Erderwärmung wird dieses Netz nun brüchig und somit auch durchlässiger für das Gas. Dadurch können erst fünf bis zehn Meter hohe Erdwölbungen entstehen, unter denen sich der Druck des Gases sammelt. Wird dieser zu groß, explodiert und schließlich kollabiert das Ganze und die Krater entstehen. Bei jenen Explosionen werden auch gerne einmal Blöcke aus Eis und Erde hunderte Meter durch die Gegend geschleudert, was die ganze Sache nicht weniger gefährlich macht.

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Bedrohlich sind solche plötzlichen Riesenlöcher aber nicht nur wegen ihrer unfreiwillig alles mit sich reißenden Wirkung, sondern auch da bei jeder Explosion gewaltige Mengen an Gas freigesetzt werden. Und noch mehr Gas in der Atmosphäre wirkt – wie bereits bekannt – wie ein Katalysator für die Erderwärmung. Gleichzeitig fördern steigende Temperaturen die Entstehung der Krater noch weiter. Ein Teufelskreis also. Hinzu kommt, dass die NASA erst im Juni diesen Jahres mindestens zwei Millionen solcher „Hot Spots“ auf gerade einmal 30.000 Quadratkilometern arktischem Permafrost ausmachte. Oft befinden sich diese in der Nähe von Gewässern wie Seen und Bächen.

Obendrauf könnte der abtauende Permafrost tonnenweise giftiges Quecksilber und alte Krankheitserreger freisetzen. Na dann. Wären einem die UFOs doch fast lieber gewesen.


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