RFID-Überwachungschip, Trollerei und echte Ängste.

Andre Wolf, 24. September 2019
Honig. Mit Sicherheit.
Honig. Mit Sicherheit.

Neulich habe ich wieder so einen RFID-Überwachungschip-Fake gesehen. Es war ein Foto mit einem Honig und einem Chip hinter dem Etikett.

Nun, das Foto ist echt. Doch handelt es sich dabei wirklich um eine RFID Beobachtungsantenne, die uns alle ausspionieren soll und am Ende gar der Rothschildschen-Freimaurer-Weltherrschaft dienlich ist?

Nein, natürlich nicht. Aber genau dass soll dieses Foto suggerieren. Das ist seine alleinige Existenzberechtigung. Es soll irritieren. Und es ist Trollerei!

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Tatsächlich hat jemand dieses Foto bewusst so entworfen, um Menschen in die Irre zu führen. Man darf nicht unterschätzen, dass viele Fakes und Hoaxes das Ergebnis von Trollereien sind.

Der Honig - der Chip
Der Honig – der Chip

Nicht jeder Troll ist gleich ein böser Internetrüpel. Ganz und gar nicht, viele Trollereien sind ein wichtiger Bestandteil der Internet-Popkultur und tragen somit auch zur Erheiterung bei.

So wie diese RFID Abhörvorrichtung am Honig. Natürlich ist es kein Überwachungschip, sondern ein Warensicherungsetikett. Doch hier haben wir Einblick in die Geburtsstunde eines Hoaxes mit gewissem Potential, denn RFID-Spionageantennen haben in der Vergangenheit immer wieder Karriere auf Social Media gemacht.

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Abhörchip am Handy

Ich erinnere mich zu gut an die Menschen, die beispielsweie aus lauter Panik ihre Smartphones zerrupft haben und die NFC-Antenne entfernt haben. Ja Eben weil es angeblich ein böser RFID-Schnüffelchip sein sollte.

Alles spannende Geschichten, wo man nicht so genau sagen kann, ob der Anlass Trollerei war oder eben jemand die Sache wirklich ernst meint.

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Wie auch immer: Wer das nachgemacht hat, hat am Ende eben keine NFC-Funktion mehr mit dem Smartphone ausüben können.

RFID im Personalausweis

Aber das geht noch bessser: Ist es Trollerei oder ernst? Um der Staatsüberwachung zu entgehen, soll man den eigenen Personalausweis in die Mikrowelle schmeißen und eine Runde garen lassen. Damit wäre der RFID Chip zerstört.

Blöd nur, dass man sich damit auch strafbar macht, denn im § 4 Passausweisgesetz liest man im Absatz 2: „Ausweise sind Eigentum der Bundesrepublik Deutschland.“ Daneben findet man im § 303 (1) Strafgesetzbuch den Hinweis: „Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Also: Besser nicht in der Mikrowelle das RFID-Zerstörungsprogramm starten.

Einer geht noch …

Hier ein echter Scherz. Doch am Ende haben es wieder einige Menschen geglaubt. Ein verborgener RFID-Chip in TÜV-Plaketten. Quasi eine Funkwanze, die nun alles überwacht. Den toten Hund der Oma, der Sack Reis in China, die GEZ-Gebühren des Nachbarn. DIESER Chip am Auto kontrolliert alles. Nicht.

Denn die ganze Nummer mit der Funkwanze am Nummernschild ist ein Aprilscherz aus dem Jahr 2004 gewesen, der sich am Ende verselbstständigt hat. Gerade weil diese ganze RFID-Chipnummer immer wieder das potential für einen guten Hoax hat.

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Aber Mimikama … es gibt doch diese Chips!

Ja, sicher gibt es RFID-Chips. Natürlich gibt es Menschen, die sich auch freiwillig Chips implantieren lassen. Sicher, das steht außer Frage. Hierzu empfehlen wir unseren Artikel „Natürlich gibt es diese Chips„.

 


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