“Rechte” wollten “Linke” verprügeln.

Tom Wannenmacher, 30. September 2016

Nach PEGIDA in Oberhausen – Mit Fahnenstangen angegriffen – Opfer suchten Schutz bei der Bundespolizei

Mitarbeiter des Bahneigenen Sicherheitsdienstes verhinderten gestern Abend (28. September), dass mehrere Personen der linken Szene verprügelt wurden. Die Opfer flüchteten später in die Bundespolizeiwache. Einsatzkräfte nahmen drei Tatverdächtige vorläufig fest.

Gegen 22:30 Uhr wollten vier Männer (20/20/21/25) und eine Frau (37), die allesamt der linken Szene zuzuordnen sind, den Dortmunder Hauptbahnhof verlassen.

Gleichzeitig hielten sich auch vier Personen der rechten Szene (19/21/22/24, alle aus Dortmund), die nach eigenen Angaben von einer PEGIDA Veranstaltung in Oberhausen zurückgekehrt waren, im Personentunnel des Hauptbahnhofs auf. Nachdem die rechte Personengruppe, die fünf „Linken“ entdeckt hatten, rannten sie zielgerichtet auf diese zu. Dabei sollen zwei der Angreifer ihre mitgeführten Fahnenstangen (1 cm Durchmesser, 240 cm Länge), zum Schlag ansetzend, erhoben haben.

Durch das beherzte Eingreifen von vier Mitarbeitern der Bahnsicherheit, welche sich den vermeintlichen Angreifern in den Weg stellten, ließen diese von ihren Opfern ab. Die Frau und ihre vier Begleiter verließen fluchtartig den Bahnhof und suchten Schutz bei der nahe gelegenen Bundespolizei.

Einsatzkräfte der Bundespolizei fahndeten daraufhin nach den vier Tatverdächtigen und konnten nach einem Zeugenhinweis, drei der „Rechten“ in der abfahrbereiten S 2 vorläufig festnehmen. Dabei wurden auch die Fahnenstangen als Beweismittel beschlagnahmt.

Eine Auswertung der Videoaufzeichnungen aus dem Hauptbahnhof bestätigte weitestgehend die Angaben der Geschädigten und Zeugen. Zum Sachverhalt befragt, verweigerten die Tatverdächtigen jegliche Angaben. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen durften sie später die Wache wieder verlassen.

Die Bundespolizei leitet gegen die drei Dortmunder, welche bereits wegen Diebstahls- und Gewaltdelikten polizeibekannt sind, ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch ein.

Die weiteren Ermittlungen werden zuständigkeitshalber vom Dortmunder Staatsschutz geführt.

Quelle


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