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Online-Betrüger werben mit gefälschten Statements von Prominenten für Krypto-Investitionen

Eine neue Betrugswelle überrollt aktuell die sozialen Medien. Hierbei werden gefälschte Aussagen von Prominenten wie Armin Wolf oder Alexander Van der Bellen dafür missbraucht, um verhängnisvolle Krypto-Investitionen zu bewerben.

Marina Dullnig, 2. September 2022

Immer häufiger tauchen in den sozialen Medien gesponserte Beiträge von Online-Betrüger auf. Hierbei wird stets nach demselben bekannten Muster vorgegangen: Im Newsfeed tauchen Werbeeinblendungen mit Namen und Bildern von prominenten Personen wie Armin Wolf, Alexander Van der Bellen oder Red Bull Chef Dietrich Mateschitz auf.

Die mit aufregenden Überschriften und neugierig machenden Teasern versehenen Einblendungen führen nach dem Anklicken auf gefälschte „Artikel“, die dem Leser durch Krypto-Investitionen das große Geld versprechen.

Das ist alles nur geklaut

Aktuell kursiert ein Schwarz-Weiß Foto des ORF-Moderators Armin Wolf durch Facebook und Instagram, welches darauf aufmerksam machen will, dass die Zukunft von ihm in Gefahr sei. Als seriöse Quelle wird „derstandard.at“ angegeben, jedoch wird man auf einen vermeintlichen „Krone.at“ Bericht weitergeleitet, in dem darüber berichtet wird, dass der ZIB Moderator eine Bitcoin-Investition empfohlen habe.

Screenshot: Gefälschte Beitrag mit Armin Wolf
Screenshot: Gefälschte Beitrag mit Armin Wolf

Tippt oder klickt man den Beitrag an, dann landet man auf eine FALSCHEN Webseite der „Kronen Zeitung“

Screenshot der gefälschten Webseite der "Kronen Zeitung"
Screenshot der gefälschten Webseite der „Kronen Zeitung“

Neu ist diese Betrugsmasche nicht. Bereits im letzten Jahr wurde der Name von Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen für diese kriminelle Masche zweckentfremdet.

Screenshot: Watchlist Internet (Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen)
Screenshot: Watchlist Internet (Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen)

Auch Red Bull Chef Dietrich Mateschitz oder der Schauspieler Christoph Waltz wurden für solche Fake-Werbungen bereits unwissentlich in Szene gesetzt.

Der Redaktionsleiter von Watchlist Internet, Declan Hiscox, weist darauf hin, dass man diesen Meldungen auf keinen Fall Vertrauen schenken und solchen Finanztipps stets kritisch gegenüber stehen sollte, auch, wenn die Seiten täuschend echt aussehen.

Prominente Finanzberater

Gerade jetzt, wo alles immer teurer wird und viele User sich in einer finanziellen Notlage wiederfinden, sind Berichte, in denen das große Geld versprochen wird, besonders gefährlich.

„Weder habe ich einen Finanzberater, noch gebe ich je Anlagetipps, noch habe ich Bitcoins oder bin Österreichs reichster Journalist. Lauter Lügen.“

Armin Wolf
Screenshot: Futurezone (Armin Wolfs Aussage auf Twitter)
Screenshot: Futurezone (Armin Wolfs Aussage auf Twitter)

Den betroffenen Promis sind jedoch häufig die Hände gebunden, wenn es darum geht, gegen diese betrügerischen Werbeversprechen vorzugehen.

„Rechtlich gesehen ist die Verwendung der Bilder und des Markennamens nicht in Ordnung. Das Problem dabei sei allerdings, dass die Betrüger*innen oft nicht greifbar seien, weil sie im Ausland sitzen, oder ihre Identitäten verschleiern.“

Declan Hiscox, Watchlist Internet

Wie gewonnen so zerronnen

Wer sich von den verlockenden Versprechen hat überzeugen lassen und Geld auf den gefälschten Krypto-Plattformen investiert hat, dem wird von den Plattformen noch vorgegaukelt, dass sich das Geld bereits vermehrt habe. Verlangt man jedoch eine Auszahlung, so verschwinden die Betrüger und mit ihnen das Geld.

„Es kommt oft vor, dass sich tatsächliche Opfer dieser Betrugsmasche bei uns melden. Die Schadenssummen reichen von 200 Euro bis hinauf zu mehreren hunderttausend Euro, die in die Fake-Plattformen investiert wurden.

Wird man Opfer eines solchen Betrugs, empfiehlt sich auf jeden Fall eine Strafanzeige bei der Polizei.
Die Chance, das Geld zurückzubekommen, ist zwar relativ gering, aber in manchen Fällen sind schon Jahre später Ermittlungserfolge gelungen und dadurch konnten zumindest kleine Teilbeträge an die Opfer rückerstattet werden“

Declan Hiscox, Watchlist Internet

Verdächtige Werbeanzeigen melden

Stolpert man über solche und ähnliche verdächtige Werbeanzeigen oder Einschaltungen, sollte man sowohl die Anzeige, als auch das Profil, welches den Inhalt verbreitet, direkt bei Plattform melden.

Bei Watchlist Internet können betrügerische Websites ebenfalls gemeldet werden. Auch, wenn über Krypto-Investitionsbetrug schon mehrfach berichtet und gewarnt wurde, melden sich immer wieder zahlreiche Betroffene.

„Viele Menschen kennen die Warnungen davor noch immer nicht. Manchmal wird das Vertrauen auch aus der Not heraus geboren, weil jemand verzweifelt ist. Menschen, die an Verschwörungstheorien glauben, seien ‚besonders anfällig‘, weil diese daran fest glauben, dass es ein System gäbe, wonach Reiche reich bleiben und auf genau das setzen die Kriminellen in ihren Schreiben.“

Declan Hiscox, Watchlist Internet

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Quelle: futurezone, Watchlist Internet


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