Facebook: Polizist richtet Waffe auf ein kleines Kätzchen!

Tom Wannenmacher, 29. April 2019
Dieses Bild wurde über 428.000 mal geteilt!
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Dieses Thema machte bereits im Jahre 2018 die Runde auf Facebook und beschäftigt Nutzer noch immer.

Mittlerweile ist der Beitrag über 428.000 mal geteilt wurden. Es handelt sich dabei um einen Beitrag mit einem Foto, auf dem zu sehen ist, wie ein lachender Polizist eine Waffe auf eine kleine Katze richtet, die er in die Höhe hebt.

Es handelt sich dabei um diesen Facebook-Statusbeitrag:

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Zum Faktencheck:

Bei dem Statusbeitrag handelt es sich um eine 1:1 Kopie eines italienischen Beitrags aus dem Jahre 2013. Ergo, das Foto ist schon wesentlich älter und es handelt sich um keinen aktuellen Fall. Wer jetzt auf die Idee kommt, dann müsse dies ein italienischer Polizist sein, der hat falsch geraten, denn wie die Kollegen aus Italien berichten, kommt das Foto aus Russland! Dieses Foto findet man immer wieder auf russischen Seiten, wie auch die Google-Bildersuche zeigt.

Hier kann man es bis ins Jahr 2011 zurückverfolgen und wurde in Foren und Webseiten publiziert, wo man verschiedene Sammlungen an Bildern der russischen Polizei findet. Andererseits lassen sich keine offiziellen Medienberichte finden, wie zum Beispiel italienischer oder deutscher Zeitungen.

Ergebnis:

Hier wurde ein altes Bild aus den Internetarchiven neu hochgeladen und wirkt nun so, als wäre das Gezeigte erst vor kurzem passiert.

Auch kann das öffentliche Fahnden nach Personen eine Straftat darstellen. Nicht umsonst gibt es Gesetze, die Verdächtige schützen, Selbstjustiz verbieten sowie Rufmord und Verleumdung verhindern sollen. Nicht ohne Grund schützen Gesetze unsere Privatsphäre und verbieten die ungefragte Weitergabe von personenbezogenen Daten oder die unerlaubte Nutzung von Fotos.

Mehr zu dem Thema findet ihr unter Private Fahndungsaufrufe auf Facebook. Warum diese strafbar sein können!

Nichtsdestotrotz stößt dieses Foto natürlich sehr vielen Menschen sauer auf. Dass dieses Foto alt und nicht mehr aktuell ist, entschuldigt natürlich nicht die Handlung des Polizisten an sich. Eine Waffe auf ein wehrloses Wesen zu richten, bedarf im Endeffekt natürlich einer ethischen Debatte. Doch dieses Thema per Likes und einer Hexenjagd auf Facebook für seine eigene Zwecke zu missbrauchen, um auf sozialen Netzwerken populärer zu werden, hilft dem Tier nicht.


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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