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Polizeibeamte befreien schreiendes Kleinkind aus einem Auto

Kathrin Helmreich, 25. Juli 2018
Polizeibeamte befreien schreiendes Kleinkind aus einem Auto
Polizeibeamte befreien schreiendes Kleinkind aus einem Auto

Mutter war auf Schützenfest

Wie das Haller Kreisblatt berichtet, haben zwei Polizeibeamte am späten Montagabend in Rheda-Wiedenbrück ein schreiendes Kleinkind aus einem Auto geholt.

Wie die Polizei berichtet, hatten Zeugen den Fall gemeldet. In einem abgelegenen Wohngebiet in Batenhorst sei das Kind in einem Pkw eingeschlossen gewesen. Als die Polizisten eintrafen, stellten sie fest, dass der Zweijährige nach seiner Mutter schrie und am ganzen Körper zitterte.

Die Zeugen erklärten, dass das Kind mindestens 20 Minuten in dem Wagen sitzen würde. Von den Eltern fehlte jede Spur. Die Beamten schlugen die Fensterscheibe der Fahrerseite ein und befreiten das Kind aus dem Auto.

Mutter auf dem Schützenfest

Der kleine Junge zitterte am ganzen Körper und rief immer wieder nach seiner Mama. Ihm sei der Schrecken ins Gesicht geschrieben gewesen, berichteten die Polizeibeamten. Für das Auto wurde ein Abschleppfahrzeug bestellt.

Während des Wartens habe der kleine Junge plötzlich laut „Mama“ geschrien und in Richtung Schützenfest gedeutet. Die Mutter des kleinen Jungen und eine Freundin der Mutter erschienen am Einsatzort.

Die Mutter erklärte, dass sie und ihre Freundin eine weitere gemeinsame Freundin auf dem Schützenfest gesucht hätten. Die Beamten hätten „ein deutliches Gespräch“ mit der Mutter geführt und sie auf ihre Fürsorgeplicht hingewiesen. Der kleine Junge wurde in die Obhut seiner Mutter übergeben.

Durch die eingeschlagene Scheibe entstand am Fahrzeug ein Sachschaden von 500 Euro. Die Beamten schickten einen Bericht zu den Vorkommnissen an das Jugendamt Rheda-Wiedenbrück.

Hund und Kind nicht im Auto zurücklassen!

Dies ist ein guter Grund, nochmals eine deutliche Warnung zu veröffentlichen, welche gerne über die sozialen Netzwerke verteilt werden darf, da leider in jedem Sommer wieder der Glutofen “Auto” unterschätzt wird.

Hohe Temperaturen und strahlender Sonnenschein können auch Schattenseiten haben. Gerade für Kinder, alte Menschen oder Hunde wird es im Auto schnell unerträglich. Bei 28 Grad im Freien ist der Innenraum schon nach zehn Minuten 35 Grad heiß, nach einer halben Stunde sind es bereits 50 Grad. Der Kreislauf eines Hundes ist wesentlich sensibler als der eines Menschen. Die Temperatur können Hunde nicht durch Schwitzen ausgleichen, stattdessen hecheln sie.

Dabei verlieren die Vierbeiner sehr viel Flüssigkeit, die rasch ersetzt werden muss. Sonst droht dem besten Freund des Menschen ein Kreislaufkollaps, der tödlich enden kann. Wer im Schatten parkt, muss wissen, dass dieser schnell wandert. Schon bald steht der Wagen wieder in praller Sonne.

Die Fenster einen Spalt zu öffnen, genügt nicht.

Wer sie weiter offen lässt, kann Probleme mit der Versicherung bekommen. Deshalb rät die Polizei, keine Tiere im Auto zurück zu lassen, auch nicht für vermeintlich kurze Zeit. Schnell wird man aufgehalten – vielleicht zu lange für das Tier. In solchen Fällen muss mitunter die Polizei das Auto öffnen und den Vierbeiner retten. Dafür muss sie dem Verantwortlichen die Kosten berechnen und meist auch wegen eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz ermitteln, wie in diesem Fall.

Das berühmte “Ich bin in 10 Min. wieder da. Bleib schön sitzen!” kann also zum Todesurteil für andere werden.

Diese Grafik zeigt, dass ein Auto, nach 10 Minuten in der prallen Sonne, bei 28 °C im Innenraum, eine Temperatur von bis zu 35 °C entwickelt. Nach einer halben Stunde gart man bereits bei 44 °C…

by mimikama.at
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Ab der Farbe Orange und Rot herrscht LEBENSGEFAHR!

Tipps und Tricks bei Sommerhitze:

In der Sommerhitze steigt auch das Unfallrisiko. Gegen Müdigkeit und nachlassende Konzentration hilft es, viel zu trinken, am besten bis zu drei Liter am Tag. Geeignet sind Wasser, Saftschorle oder Tee. Auf schwere Kost, Kaffee und alkoholische Getränke in größeren Mengen sollte man verzichten.

Bei der Einstellung der Klimaanlage sollte der Unterschied zur Außentemperatur maximal sechs Grad betragen. Sonst drohen Erkältungen und Kreislaufbeschwerden. Generell liegt die sogenannte Wohlfühltemperatur zwischen 20 und 25 Grad. Die Gebläseluft sollte außerdem nicht direkt auf den Körper gerichtet sein, da es sonst zu muskulären Verspannungen kommen kann.

Ein Tipp zum Parken: An heißen Sommertagen können sich die Oberflächen im Innenraum des Autos auf weit über 60 Grad erhitzen. Armaturenbrett, Lenkrad und Schaltknauf können so heiß werden, dass man sich sogar Hautverbrennungen zuziehen kann. Findet man keinen schattigen Parkplatz, sollte man diese Teile im Fahrzeuginneren z.B. mit Hilfe eines Handtuchs abdecken. Oder bei Verlassen des Autos die Scheiben mit einem Sonnenschutz abdecken.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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