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Die eingeklemmte Plastikflasche am Auto – Alarmismus!

Andre Wolf, 21. August 2018

Derzeit wird vor einem Trick gewarnt, mit dem sich Autodiebe schnellen Zugang zum Auto versprechen: einer eingeklemmten Plastikflasche am Autoreifen. Doch handelt es sich mehr um Alarmismus, als um einen echten Trick.

So berichtet die Zeitschrift „Chip„, welche normalerweise mehr für Techniknews bekannt ist davon:

Screenshot Facebook
Screenshot Facebook

Wie soll jene Masche funktionieren?

Angeblich stecken Diebe eine Plastikflasche zwischen Radkasten und Vorderrad. Dann warten sie darauf, dass Fahrerin oder Fahrer ins Auto steigen, losfahren und aufgrund der Geräusche durch die zerdrückte Flasche anhalten und aus dem Auto steigen, um zu schauen, was da geknirscht hat. Fahrerin/Fahrer steigt also aus und schaut, was passiert ist, Diebe setzen sich ins Auto rein und fahren los.

Alarmismus

Der Alarmismus ist eine Form des Clickbaits, geht darüber jedoch noch hinaus. Einen Alarmismus erkennt man an der drastischen Übersteigerung gewöhnlicher Dinge. Hier in dem Artikel zeigt es sich in der Erzählung: Man steigt ins Auto, fährt los und aufgrund einer Plastikflasche wird das Auto geklaut. Dabei kommt noch ein weiteres Element des Alarmismus zum Tragen, nämlich der Aufbau der allgemeinen Betroffenheitslage.

Die Argumentation „jeder hat ein Auto, also ist jeder davon betroffen, ergo muss nun jeder warnen” steckt hinter dieser ganzen Geschichte. Es geht jetzt nicht darum, dass dieser Trick nicht funktionieren könnte (es gibt bestimmt eine Menge Tricks, um ein Auto zu stehlen), doch es ist sehr weit hergeholt, aus diesem Flaschentrick eine allgegenwärtig gefährliche Diebesmethode zu machen.

Die Argumentation des Artikels basiert übrigens auf einem Video, welches im Juni 2017 veröffentlicht wurde und aus Mexiko stammt. Dieses Video wurde bereits 6 Millionen mal gesehen. So unter uns: Nur weil ein Video auf YouTube häufig angesehen wird, wird der Inhalt trotzdem noch längst nicht am nächsten Tag eintreffen.

Dennoch eine wichtige Botschaft

Ein wenig versöhnlich soll es am Ende doch noch hier werden, denn im Kern vermittelt dieses Video, sowie auch der Artikel von Chip eine wichtige Botschaft: Wenn man das Auto verlässt, nimmt man den Schlüssel mit! Ob bezahlen an der Tankstelle oder eben mal was am Auto schauen: Schlüssel und Auto werden nicht allein gelassen.

Ebenso, und das kann man sich gerne merken, sollte man sich vor Fahrtantritt auch ein paar Sekunden für eine Rundgangkontrolle nehmen. Dabei wirft man einen schnellen Blick auf die Reifen (Schnitte, Risse oder Beulen, wenn man sich etwas mehr Zeit nimmt, gerne auch mal Profiltiefe checken), man schaut auf Beleuchtung und Scheibenwischer, ob alles sauber und heile ist (bitte zwischendurch auch mal einen Funktionscheck machen), und letztendlich schaut man natürlich auch auf die Scheiben und Spiegel, ob noch alles heile und sauber ist. Das sind wirklich nur wenige Sekunden, in denen es nicht nur um Diebstahl, sondern vielmehr auch Verkehrssicherheit geht.

Ergo…

Niemand will bestreiten, dass dieser Trick irgendwo irgendwann mal funktioniert hat. Jedoch davor Angst zu machen und zu warnen, ist eher überzogen.

Keine Angst vor Plastikflaschen. Keine panischen Teilungen von Webartikeln, die lediglich zur Beunruhigung beitragen. Es gibt auch keinen Grund zu fliehen oder die Polizei zu rufen, wenn man eine Plastikflasche am Auto sehen würde. Entfernen, entsorgen, wegfahren.

Lieber ein vernünftiges Verhalten vor Fahrtantritt, dann muss man keine Angst vor irgendwelchen vermeintlichen Diebestricks haben.

 


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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