Fake-Shop

Photovoltaik, Akkus und Wechselrichter: Achtung vor Fake-Shops am Energiesektor!

Zahlreichen Fake-Shops mit Brennholz lassen Kriminelle nun Photovoltaik-Shops wie solanex.de und solarnetz.at folgen. Die aktuelle Energiekrise soll offenbar maximal ausgenützt werden.

Claudia Spiess, 14. Juli 2022

Wechselrichter, Solaranlagen und Stromspeicher – all jene Produkte, die am Markt momentan schwer zu erhalten sind, sind bei solanex.de und solarnetz.at nicht nur lagernd, sondern teils weit unter Marktpreis zu haben. Kaufen Sie hier nichts, denn die Vorkassezahlungen sind verloren, warnt unser Kooperationspartner Watchlist Internet!

Erst vor wenigen Tagen warnten wir vor den Gefahren beim Online-Kauf von Brennholz. Nun wurden weitere Fake-Shops gemeldet, die den Energiesektor bedienen. Statt Brennholz, Pellets und Co werden diesmal Photovoltaikanlagen, Akkus und Batterien sowie Wechselrichter angeboten. Die Shops solanex.de und solarnetz.at haben alle Produkte lagernd und bieten sie teils unter dem üblichen Marktpreis an. Das schaffen sie nur, weil sie nichts versenden und es ausschließlich auf das Geld ihrer Opfer abgesehen haben.

Fake-Shop für Photovoltaik solarnetz.at / Screenshot Watchlist Internet
Fake-Shop für Photovoltaik solarnetz.at / Screenshot Watchlist Internet

Alles lagernd und niedrige Preise?

Sie sind auf der Suche nach einer Photovoltaikanlage, doch in den meisten Shops ist sie bereits ausverkauft? Plötzlich stoßen Sie auf einen Shop wie solanex.de oder solarnetz.at. Hier hat man alle Produkte lagernd und bietet obendrein einen günstigeren Preis als die meisten bisherigen Shops. Achtung: Das liegt daran, dass die Shops Sie zu einem schnellen und unüberlegten Kauf per Vorkasse bringen wollen. Tatsächlich stecken Kriminelle hinter den Webseiten, die keinerlei Ware besitzen oder versenden und nur Ihr Geld erbeuten wollen.

Zahlung nur per Vorkasse?

In Fake-Shops wie solanex.de und solarnetz.at wird häufig von unterschiedlichen Zahlungsarten gesprochen, schlussendlich steht aber ausschließlich die Zahlung per Vorkasse zur Auswahl. Der wenige Schritte zuvor noch beworbene Kauf auf Rechnung ist plötzlich nicht mehr möglich oder wird angeblich nur Bestandskund:innen angeboten. Stellen Sie solch ein Vorgehen bei einem Online-Shop fest, dürfen Sie auf keinen Fall eine Zahlung tätigen. Sie haben es höchstwahrscheinlich mit Kriminellen zu tun.

Eine Zahlung per Vorkasse lässt sich nur in seltenen Fällen noch aufhalten bzw. zurückholen. In den meisten Fällen bleiben Sie auf Ihrem Schaden sitzen.

So überprüfen Sie seriöse Gütezeichen und Zertifikate:

Damit echte Online-Shops seriöse Gütezeichen auf ihren Websites darstellen dürfen, müssen sie strenge Prüfverfahren durchlaufen und gewisse Kriterien erfüllen. Betrügerische Online-Shops versuchen daher häufig, über gefälschte oder erfundene Zertifikate und Gütezeichen Vertrauen zu stiften.

Bei seriösen Gütezeichen wie dem Österreichischen E-Commerce-Gütezeichen, Trusted Shops oder Trustmark Austria können Sie daher durch Klick auf das Gütezeichen Logo ganz einfach überprüfen, ob es sich um ein echtes Zertifikat handelt. Sollte kein Klick auf ein Gütezeichen möglich sein oder eine Verlinkung ins Leere führen, können Sie auf den Websites der Zertifikatsstellen nach den zertifizierten Shops suchen. Z.B. unter www.guetezeichen.at/zertifizierte-websites.

Finden Sie auch dort keinen Hinweis auf die Echtheit eines Gütezeichens, so ist Vorsicht geboten. Achten Sie auch darauf, dass Sie tatsächlich auf der Seite der jeweiligen Zertifikatsstellen landen und nicht nur auf einer gefälschten Seite, die ebenso von den Kriminellen eingerichtet wurde.

Klicken Sie auf das Logo des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens und sehen Sie sich das Beispielzertifikat an:

Logo Gütezeichen

Sie haben bereits bezahlt?

Sollten Sie bereits die Zahlung per Vorkasse getätigt haben, müssen Sie schnell handeln. Wenden Sie sich umgehend an Ihre Bank und versuchen Sie, die Zahlung aufhalten zu lassen. Ist das Geld bereits am Konto der Kriminellen eingelangt, so ist es meist zu spät, denn die Zahlung kann nur durch Zustimmung der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers zurückgeholt werden. In seltenen Fällen war eine Kontaktaufnahme zur Zielbank ausreichend, um eine Freigabe der Rückbuchung zu autorisieren. Zumeist lässt sich der Schaden allerdings nicht mehr beheben.

Darüber hinaus kann lediglich polizeiliche Anzeige erstattet werden. Eine Rückbuchung des Geldes, ist dadurch leider nicht zu erreichen.

Beratung & Hilfe
Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die Watchlist Internet auf der Seite „Beratung & Hilfe“ für Sie aufgelistet hat.

Quelle: Watchlist Internet

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