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Achtung, Facebook-Phishing: Es gab kein Zugunglück in Berlin!

Ralf Nowotny, 9. März 2021
Achtung, Facebook-Phishing: Es gab kein Zugunglück in Berlin!
Achtung, Facebook-Phishing: Es gab kein Zugunglück in Berlin!

Auf Facebook verbreitet sich in Gruppen ein vermeintlicher Nachrichtenartikel, der jedoch dazu verleiten will, das Facebook-Login preiszugeben!

Auf Facebook wird – vermehrt in Gruppen – derzeit ein Beitrag geteilt, der von einem Zugunglück „in der Nähe von Berlin“ berichtet. Derartige Beiträge häufen sich in letzter Zeit. Sie alle führen in eine Phishing-Falle.

Als „Aufhänger“ werden immer extrem dramatische Unfälle vorgeschoben. So kam es zu Meldungen über Flugzeugabstürze in Düsseldorf oder Berlin oder auch Hamburg. Zuletzt wurde auch eine Zugentgleisung in Hannover erfunden.

Keine Medienberichte über Zugunglück?

Die meisten Nutzer werden ohnehin skeptisch, denn von derart tragischen Unfällen, bei denen oftmals von vielen Verletzten oder gar Toten die Rede ist, würde man wohl rasch in den Medien hören. Die Unfälle passieren auch angeblich immer mitten im Zentrum großer Städte. Derartige Vorfälle würden in den Medien nicht an einem vorübergehen.

Phishing!

Es wird immer auf dieselbe Art und Weise vorgegangen.

Ein Posting, das einen schrecklichen Unfall beschreibt, wird auf Facebook veröffentlicht. Somit ist der Köder ausgeworfen. Das Posting verweist auf eine Seite, jedoch keine bekannte Nachrichtenplattform.

Folgt man dem Link, gelangt man weder zu einem Bericht oder genaueren Informationen. Doch ein Facebook-Link wird angeführt, der zu einem Video führen soll. Denn angeblich hätten ja eine Kamera in der Innenstadt den Unfall aufgezeichnet.

Klickt man auf diesen Link, soll man sich auf Facebook einloggen. Doch genau hier warten die Betrüger. Gibt man hier seine Facebook-Zugangsdaten ein, übermittelt man den Betrügern seine Login-Daten!

Ein falscher Zeitungsartikel
Ein falscher Zeitungsartikel

In dem Artikel, der sich zudem sebst widerspricht (einmal heißt es „in der Nähe von Berlin“, im nächsten Satz dann, dass „Kameras in der Innenstadt“ das Unglück aufnahmen), befindet sich ein Link, über den man angeblich das Video sehen soll.

Doch wenn man mit dem Mauszeiger über den Link fährt, erkennt man, dass der Link nicht auf Facebook führt:

Der Link führt woanders hin
Der Link führt woanders hin

Mit Glück löschen die Webspace-Anbieter solche Seiten schnel, doch allzu oft bleiben diese wochenlang unendeckt. Hinter dem Link verbirgt sich eine gefälschte Facebook-Loginseite – Gibt man hier seine Facebook-Zugangsdaten ein, übermittelt man den Betrügern seine Login-Daten!

Bist du dir nicht sicher, ob dieses Login-Fenster tatsächlich echt ist, kannst du versuchen, dich mit Fantasiedaten einzuloggen, z.B.: gfrrrrztuuggf@rrrrrzt.gu als Mail-Adresse und gfrrrrztuuugrrr als Passwort. Gelangst du nach einer solchen Eingabe zu einer weiterführenden Seite, dann ist das Login-Fenster gefälscht, da die Daten im Hintergrund ja nicht verifiziert werden können. Es wird lediglich gecheckt, ob es sich bei der Eingabe der Mail-Adresse um ein Mail-Format handeln kann.

Fazit

Je spektakulärer die Geschichte, desto eher solltest du dich schlau machen, ob es wirklich zu einem solchen Vorfall kam. Hätte es derart schlimme Unfälle gegeben, ist es höchst unwahrscheinlich, dass man nicht bereits über Medien oder in den Nachrichten davon gehört hätte.

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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