Faktencheck: Pfeile in den Tragflächen

Kathrin Helmreich, 7. Oktober 2019
Faktencheck: Pfeile in den Tragflächen
Faktencheck: Pfeile in den Tragflächen

Das Foto eines Flugzeugs wirft im Moment Fragen auf. Die Tragflächen sind von unten mit Pfeilen aus Holz durchbohrt. Dieses Foto zeigt ein Kunstwerk aus dem Jahre 2012.

Dennoch wird diesem Flugzeug immer wieder eine falsche Geschichte angedichtet. In Wirklichkeit haben jedoch keine Eingeborenen diese Pfeile aus Holz in den Tragflächen versenkt.

So sieht das Foto aus, das aktuell auf Social Media Plattformen geteilt wird und zur Diskussion anregt:

Screenshot by mimikama.at
Screenshot by mimikama.at

Der Faktencheck

Wie die Kollegen von Snopes berichten, wurde das Foto bereits im April 2017 zusammen mit einem Text auf LinkedIn gepostet. Schon hier wurde das Gerücht gestreut, dass Flugzeug sei von „Einheimischen“ abgeschossen worden, die gegen eine Öl-Pipeline in North Dakota protestierten.

Doch die Story ist sogar noch älter: 2014 teilte die Webseite Fellowship of the Minds das gleiche Bild mit der Geschichte, das Flugzeug wurde während eines Flugs über ein Reservat in Oklahoma beschossen. In diesem Flugzeug soll sich Präsident Obama befunden haben …

Beide Geschichten sind jedoch falsch. Das Flugzeug wurde nämlich nicht von Indianern angegriffen, sondern zeigt eine Installation, die vom Kunstkollektiv Los Carpinteros geschaffen wurde. Das Werk trägt den Titel Avião und wurde im Mai 2012 im Faena Art Center in Buenos Aires, Argentinien, gezeigt.

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Das Flugzeug wurde zusammen mit zwei weiteren Werken präsentiert, und beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit es gut ist, zivilisiert zu sein. Die Installationen stellt die wohlhabende westliche, einer rationalisierten Gesellschaft gegenüber.

Bei dem gezeigten Flugzeug handelt es sich um eine Piper Comanche, die von Holzpfeilen durchbohrt wurde, und soll die Entwicklung und Eroberung des Raums anspielt und den kulturellen Schock symbolisiert, der durch den technologischen Fortschritt in verschiedenen Zivilisationen verursacht wird.

Fazit:

Egal welche Geschichten dieses Foto noch begleiten – es handelt sich um ein Kunstwerk, das im Jahre 2012 in Argentinien ausgestellt wurde.

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