Würdest Du deine persönliche Daten gegen Gratis-Services tauschen?

Janine Moorees, 25. Juni 2021
Würdest Du deine persönliche Daten gegen Gratis-Services tauschen?
Artikelbild: Trismegist san / Shutterstock.com

Geben Sie Ihre Daten freiwillig an, damit Sie einen kostenlosen Online-Dienst nutzen können? Eine Kaspersky-Studie zeigt uns, dass 83 % ihre Daten für kostenlose Dienste hergeben.

Daten gegen Service? Für einen kostenlosen Zugang zu Online-Dienstleistungen, wie sie über Webseiten oder Apps angeboten werden, ist die überwiegende Mehrheit (83 Prozent) der Nutzer in Deutschland (87 Prozent in Europa) dazu bereit, auch persönliche Daten preiszugeben, wie eine aktuelle Kaspersky-Studie zeigt.

Auch wenn für 92 Prozent der Befragten in Deutschland Datenschutz ein wichtiges Thema bleibt, glauben nur 52 Prozent, noch die Kontrolle darüber zu haben, welche Unternehmen derzeit Zugriff auf ihre persönlichen Daten haben. Entsprechend viele Befragte befürchten Mängel beim Datenschutz: 77 Prozent der Bundesbürger glauben, ihre Daten könnten in den kommenden zwei Jahren in falsche Hände gelangen. 60 Prozent machen sich Sorgen, dass Daten gestohlen oder missbräuchlich genutzt werden.

Bequemlichkeit und Vorteile schlagen Datenschutzbedenken

Während Datenschützer darum bemüht sind, den Verbrauchern mehr Kontrolle über ihre Daten im Internet zu geben und Unternehmen abmahnen, wenn deren Cookie-Einstellungen nicht den rechtlichen Vorschriften entsprechen, scheinen die Verbraucher selbst, sich nicht allzu sehr dafür zu interessieren. Denn trotz Datenschutz-Bedenken würden sich in Deutschland 41 Prozent online von Unternehmen, zum Beispiel mit Hilfe von Cookies, tracken lassen, wenn sie dafür einen Rabatt auf Produkte oder Dienstleistungen erhalten könnten. Fast ein Drittel (31 Prozent) würde sich zudem für Gratis-Geschenke online tracken lassen. Noch stärker ist das Interesse an kostenlosen Dienstleistungen, wie sie Facebook oder WhatsApp bieten: Dafür machen sich 38 Prozent im Internet gläsern.

Die Bequemlichkeit des Internets lässt nicht nur in Deutschland viele Verbraucher Bedenken bezüglich des Datenschutzes vergessen. Wenn es darum geht, auf einer Website möglichst schnell an die gewünschten Informationen zu kommen, akzeptieren 53 Prozent sämtliche Cookies und damit die zumeist vorgegebene Einstellung, da dies am wenigsten Mühe bereitet. Ähnlich unvorsichtig und bequem sind Verbraucher beim Umgang mit Passwörtern: 28 Prozent nutzen ein und dasselbe Passwort für verschiedene Websites und Apps.

DsiN-Sicherheitsindex 2021

Diese Diskrepanzen zwischen Bedenken und Verhalten zeigen sich auch im jüngsten DsiN-Sicherheitsindex 2021, wonach das vorhandene Wissen bei den Nutzern nur selten auch in der Praxis umgesetzt wird. Thomas Tschersich, DsiN-Vorstandsvorsitzender, dazu: „Immer mehr Menschen in Deutschland bewegen sich zu fahrlässig im Internet. „Gutgläubige wissen zwar in der Theorie eine Menge über Sicherheit, es führt aber zu keinem höheren Schutzniveau im Online-Verhalten. Die Diskrepanz zwischen Wissen und Verhalten ist in dieser Nutzergruppe besonders hoch.“

„Noch nie waren online so viele unserer persönlichen Daten gespeichert wie heute. Doch mit dieser hohen Verfügbarkeit geht auch ein gesteigertes Risiko einher, dass solche Informationen in falsche Hände geraten“, mahnt David Emm, Sicherheitsforscher bei Kaspersky. „Wie unsere Datenschutz-Heatmap zeigt, scheinen Verbraucher in Europa keine Kontrolle mehr darüber zu haben, welche Unternehmen Zugriff auf ihre Daten haben. Und trotz dieser Befürchtung nehmen viele Nutzer weitere Eingriffe in ihre Privatsphäre in Kauf, falls sie dadurch digitale Dienste noch bequemer nutzen können. Dabei ist es nie zu spät und immer einen Versuch wert, wieder Kontrolle über die eigene digitale Identität zu bekommen und Daten online zu schützen. Um das zu erreichen, sollten Verbraucher besser Acht geben, welche Informationen sie online mit Unternehmen teilen; Cookie-Richtlinien und andere Privatsphären-Einstellungen sollten überprüft werden, und jeder digitale Dienst benötigt ein eigenes starkes Passwort.“

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Quelle: PP/Kaspersky
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