Anbieter von PCR-Tests müssen für Lieferzeiten haften

Ralf Nowotny, 17. Dezember 2021

Ungünstig, wenn man auf das Ergebnis eines PCR-Tests wartet, aber der Anbieter dieses nicht pünktlich liefert.

Bei PCR-Tests dauert es einige Stunden, bis das Ergebnis vorliegt. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale müssen Verbraucher:innen auf die bei Online-Buchung angegebenen Lieferzeiten des Ergebnisses vertrauen dürfen. Wenn die Anbieter im Kleingedruckten ihre Haftung für die pünktliche Bereitstellung komplett ausschließen, verstoßen sie gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) mahnte einen bundesweiten Betreiber von Testzentren daher erfolgreich ab.

Ein aktueller Fall

Eine Verbraucherin aus Strausberg wollte mit ihrer Familie in den Urlaub fliegen. Für die Flugreise brauchte ihre ungeimpfte Tochter einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein durfte. Bei der Buchung des Termins online in einem Testzentrum vertraute sie auf die Angabe des Betreibers, dass die Ergebnisse innerhalb von 24 bis 36 Stunden bereitgestellt werden.

Als ihr 40 Stunden nach dem Abstrich immer noch kein Ergebnis vorlag, musste sie ihre Tochter am Flughafen nochmals testen lassen, um fliegen zu dürfen. Auf den Kosten des ersten Tests blieb sie sitzen, da das Testzentrum die Rückerstattung für die verspätete Ergebnislieferung verweigerte.

Garantie-Ausschließung unzulässig

„Wenn ein Testzentrumbetreiber in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Garantie für die Bereitstellung von Testergebnissen bis zu einer bestimmten Uhrzeit ausschließt und argumentiert, dass es sich bei den Zeitangaben auf seiner Webseite lediglich um Erfahrungswerte handele, so benachteiligt er Verbraucher:innen unangemessen“

sagt Dunja Neukamp, Juristin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. „Für Verbraucher:innen ist es ärgerlich, wenn sie nicht wissen, wann sie mit den Testergebnissen rechnen können und wann sie ihr Geld wegen Nichterfüllung zurückverlangen können“, so Neukamp.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg mahnte den Testzentrumbetreiber deswegen ab. Der Anbieter zeigte sich einsichtig und entfernte die unzulässigen Bestimmungen aus dem Kleingedruckten. In einer Stichprobe zeigte sich, dass auch andere Anbieter das Risiko des zu spät gelieferten Tests auf die Verbraucher:innen abwälzen wollen. Die Verbraucherschützer bereiten daher weitere Abmahnungen vor.

Betroffene können sich bei der Verbraucherzentrale Brandenburg individuell beraten lassen:


Quelle: Verbraucherzentrale Brandenburg
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