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Omas Haushaltstipps im Faktencheck

Ralf Nowotny, 31. Januar 2020
Omas Haushaltstipps im Faktencheck
Artikelbild: Shutterstock / Von Photographee.eu

Es gibt viele Haushaltstipps, die von Generation zu Generation weitergereicht werden.

Doch nicht alle dieser überlieferten Haushaltstipps sind auch sinnvoll, manche sogar eher schädlich. Sonja Bart von den Krautgeschwistern hat sich mal einige der weit verbreiteten Behauptungen angeschaut und einem Faktencheck unterworfen:

Behauptung: Johanniskrautöl und Tinktur müssen in der Sonne ziehen

Warum das unnötig ist und eigentlich auch gar nicht gut:

Öl und Tinktur mit Johanniskraut werden rot durch das in den Blüten enthaltene Hypericin. Dieses löst sich ohne direkte Sonne und färbt Öl und Tinktur rot. Sonneneinstrahlung fördert die Oxidation (das Ranzigwerden) des Öls und zerstört lichtempfindliche Inhaltsstoffe. Ihr würdet Euer Speiseöl doch auch nicht in die Sonne stellen ?
Desweiteren Öl mit frischen Blüten anfangs nur mit einem Tuch bedecken. Tinktur hingegen immer gut verschließen, da sonst der Alkohol verdunstet.

Behauptung: Johanniskraut sollte man am Besten an Johanni (24. Juni) sammeln

Johanniskraut darf sowohl vor, als auch nach Johanni gesammelt werden. Die Natur hält sich weder an alte Überlieferungen, noch an den Kalender.

Behauptung: Zur Konservierung braucht man nur Vitamin E, ätherisches Öl und Grapefruitkernextrakt

Leider gibt es noch immer Webseiten, Blogs und sogar Bücher, in denen Vitamin E, ätherisches Öl oder Grapefruitkernextrakt als ausreichende Konservierung angegeben werden. Dies ist falsch. Vitamin E zum Beispiel verzögert lediglich die Oxidation (das Ranzigwerden) von Öl, verhindert aber weder Schimmelbildung noch Verkeimung der Wasserphase einer Emulsion.

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Behauptung: Gläser mit Gelee oder Marmelade muss man auf den Kopf stellen

Vakuum bildet sich nicht durch das auf den Kopf stellen, sondern durch das Runterkühlen der heißen Marmelade. Auf den Kopf stellen ist also nicht notwendig. Bei billigen Deckeln können sich dadurch Weichmacher aus der Innenbeschichtung des Deckels lösen, was ziemlich ungesund ist. Desweiteren läuft Inhalt in die Zwischenräume zwischen Glas und Deckel. Dort kommen sie mit Luft in Verbindung und können schimmeln, der Inhalt verdirbt.

Behauptung: Hydrolate kann man ganz einfach selbst herstellen

Mit Kochtopfmethode und Espressomaschine entstehen keine echten Hydrolate. Das so gewonnene Pflanzenwasser ist irgendwo zwischen Tee und Hydrolat einzuordnen und somit kein Jahr haltbar, wie ein echtes Hydrolat.

Behauptung: Verfärbte Blätter sind giftig

Blüten und Blätter können sich mit der Zeit bräunlich verfärben, egal ob in Öl oder Alkohol eingelegt. Diese Verfärbung ist jedoch kein Zeichen von Schimmel oder Verderb.

Behauptung: Waldmeister wird giftig, wenn er blüht

Auch das ist ein Mythos. Waldmeister wird zu medizinischen Zwecken gerade in der Blüte genutzt. Nur zu Genussmitteln sollte er dann wegen des erhöhten Kumaringehaltes nicht mehr verarbeitet werden. Das Gleiche gilt für viele weitere Pflanzen. Einzig das Scharbockskraut sollte ab der Blüte tatsächlich nicht mehr verzehrt werden.

Behauptung: Quark hilft gegen Sonnenbrand

Milchprodukte enthalten immer Keime; ein Sonnenbrand ist Haut, deren Schutzbarriere geschädigt ist, ergo dringen Bakterien leichter ein. Quark trocknet aus, wird dann hart und entzieht der Haut Feuchtigkeit, genau die braucht sie aber.

Behauptung: Kamillentee hilft bei Augenleiden

Ein Behandlungsvorschlag, der leider auch noch viel zu oft bei Augenreizungen, Bindehautentzündung usw empfohlen wird, ist das Spülen des Auges mit Kamillentee. Ein leider gar nicht guter Tipp, denn die Schwebstoffe im Tee können das Auge noch mehr reizen und sogar verletzen;  außerdem trocknet Kamille das Auge aus, was einer Heilung im Wege steht.

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Fazit

Es gibt sicher auch zahlreiche schöne und sinnvolle Haushaltstipps. Das wollen wir hiermit sicher nicht in Abrede stellen. Aber es gibt doch das ein oder andere, was früher aus Unwissenheit getan wurde und von dem wir heute zum Glück mehr Erkenntnisse haben. Diese Erkenntnisse sollten wir nutzen. Auch Oma hat damals dazu gelernt ?

Autorin: Sonja Bart
Artikelbild: Shutterstock / Von Photographee.eu

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