Social Media: Vier von zehn Nutzern löschen Profile

Kathrin Helmreich, 20. Juni 2018
Social Media: Vier von zehn Nutzern löschen Profile

Angst vor Datenklau und Ärger um Fake News begründet User-Schwund

Vier von zehn Nutzern haben im vergangenen Jahr einen oder mehrere ihrer Social-Media-Accounts gelöscht, weil sie Sorgen um ihre privaten Daten haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des globalen Marketingunternehmens Edelman.

Zerstörtes Vertrauen

„Das ist ein Schrei aus dem Herzen. Menschen haben Angst. Sie sind empört über die Verletzung ihrer Privatsphäre und unsicher nach der Flut von Fake-News“,

erläutert Geschäftsführer Richard Edelman. Für die Studie haben die Researcher rund 9.000 Menschen aus den USA, Großbritannien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten interviewt. 40 Prozent der Befragten haben im vergangenen Jahr aufgrund von Datenschutzbedenken mindestens eine Social-Media-Plattform aufgegeben.

Es besteht ein ernsthafter Mangel an Vertrauen in Social-Media-Unternehmen, wobei sich 62 Prozent der Befragten mehr Regulierung auf Social-Media-Plattformen wünschen würden. Nur noch 41 Prozent der Studienteilnehmer zeigen Vertrauen in gängige Plattformen.

In Großbritannien sind Nutzer derzeit am skeptischsten. Gerade einmal 24 Prozent dort vertrauen sozialen Netzwerken in Hinblick auf ihre persönlichen Daten.

Nur wenig Zuversicht

Weltweit sind nur 40 Prozent in dem Glauben, dass soziale Netzwerke sowohl Fake News als auch Hassreden auf ihren Plattformen erfolgreich bekämpfen. In Großbritannien sind es sogar nur 28 Prozent, in den Vereinigten Staaten 34 Prozent.

Edelman zufolge zeigen die Ergebnisse, dass Verbraucher Unternehmen mit klaren Werten wollen, damit sie besser verstehen, wie diese ihre persönlichen Daten verwalten.

„Die Leute erwarten, dass Marken heutzutage Werte haben und nicht nur ein Wertversprechen. Sie müssen transparent sein in dem, was sie tun, einschließlich der eindeutigen Identifizierung von Sponsoring. Sie müssen Kontrolle über Kaufdaten und demografische Merkmale gewähren, mit expliziten Datenschutzoptionen bei jedem Schritt“,

so Edelman abschließend.


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