Nutzer genervt von Facebook: Ständig erscheint Fake-Werbung!

Andre Wolf, 8. November 2018
Nutzer genervt von Facebook!
Nutzer genervt von Facebook!

Will Facebook das überhaupt in den Griff bekommen?

Seit mehreren Monaten bekommen Nutzerinnen und Nutzer auf Facebook irreführende und in Fakenews mündende Werbeung angezeigt. Es handelt sich dabei um sogenannte gesponserte Posts, die als vermeintliche Ausschnitte aus der Senddung „Die Höhle der Löwen“ erscheinen.

Wir haben diese Problematik bereits mehrfach auf Mimikama angesprochen, wir wissen auch von Nutzern, die regelmäßig diese Art der Werbung bei Facebook melden. Doch anstatt dass Facebook diese wirklich einfach zu erkennende Werbung unterdrückt, tritt sie weiterhin bei Vielen regelmäßig im Newsstream auf.

Man darf natürlich nicht vergessen, dass Facebook an diesen irreführenden Werbeeinblendungen Geld verdient, denn gesponserte Einblendungen lässt sich die Plattform gut bezahlen.  Man kann Werbeanzeigen auf Facebook übrigens daran erkennen, dass sie den Hinweis „Gesponsert” tragen. Der folgende Teaser beispielsweise ist so ein gesponserter Post, der letztendlich nichts anderes als eine Fake-News ist:

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Bei diesem Screenshot handelt es sich nicht um irgendein Archivmaterial, sondern er wurde am 07.11.2018 aufgenommen. Diese Art der der Werbung, die am Ende in einem sogenannten „fabricated contend“ endet, also eine Form der Fake-News, schmückt sich regelmäßig mit Standbildern und angeblichen Situationen aus „Die Höhle der Löwen“.

Egal ob mit diesem auf Facebook dargestellten Teaser oder in anderen sehr ähnlich gelagerten Fällen: Es handelt sich um kommerzielle Fakenews. Nach einem Klick auf den Teaser bei Facebook öffnet sich eine Webseite, die sich in Form einer Zeitungsmeldung präsentiert. Die angezeigte Webseite stellt einen pseudoredaktionellen Artikel dar, der lediglich die Leser dazu verleiten soll, die eingebauten Werbelinks anzuklicken. Hier findet man einen Inhalt vom Charakter eines journalistischen Artikels vor.

Es hat sich übrigens an der Methode, der dahinter gezeigten Fakenews und der Darstellung seit Monaten rein gar nichts geändert, daher können wir an dieser Stelle beliebig wiederholen:

Reputationsschäden

Über diesen gesponserten Teaser auf Facebook wird man auf eine Webseite geleitet, die sich als die bekannte Zeitung „Die Zeit“ ausgibt. Auf dieser Webseite wird zudem mit mehreren bekannten Logos und Namen gespielt, um eine Scheinauthentizität aufzubauen. Spiegel, Yahoo, BILD, Focus und T-Online werden hier direkt mit in den Zusammenhang gerissen, obwohl sie rein gar nichts damit zu tun haben:

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Was wir hier jedoch vorfinden, ist eine klassische kommerzielle Faknews. Da der Inhalt absolut frei erfunden ist, spricht man hierbei von fabricated content. Wir wiederholen daher nochmals:

Kommerzielle Fake-News enthalten einen pseudoredaktionell erstellten Inhalt, der keinen Wahrheitsgehalt hat und auch nicht haben muss. Ebenso muss der Inhalt auch in keinem Zusammenhang mit der Schlagzeile stehen.
Sie stellen sich in Form einer News / Nachrichtenwebseite dar, die jedoch letztlich keine ist.
Der Inhalt spricht ein Verlangen / eine Angst (in diesem Falle nur Verlangen) an.
Dem Verfasser ist der Inhalt egal, es geht darum, Werbung anzuzeigen, bzw. Werbelinks wirksam einzubauen.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Hingeschaut:

Die Webseite selbst besitzt kein Impressum, keine Datenschutzangaben oder sonstige Herkunftsmerkmale. Es geht in dem Artikel auf der Webseite darum, ein Produkt so werbewirksam wie möglich in Szene zu setzen. In dem Text, aber auch daneben und darunter wird massiv ein Bitcoin-Trading Modell beworben. Dazu gehören am Ende auch eine hohe Anzahl vermeintlicher Nutzerkommentare, die darüber berichten, wie erfolgreich dieses Modell sei. Was hier aussieht wie ein hoher positiver Interaktionsgrad, ist nichts anderes als ein Bestandteil der Werbemasche.

Folgt man den Produktlinks, die in dem pseudoredaktionellen Text auf der Webseite eingebaut sind, landet man in einem Affiliate Verkaufsprogramm. Am Ende steht dort eben eine dubiose Bitcoin-Trade Methode. Das bedeutet, wer auch immer den pseudoredaktionellen Artikel verfasst hat, dürfte ein Interesse daran haben, dass die Leserschaft sich bei diesem Modell anmeldet. Dazu ist es wichtig, dass die Fake-Geschichte im Vorfeld so glaubwürdig wie möglich klingt, gleichzeitig aber auch ein hohes Viralitätspotential besitzt.

Ärgerlich!

Facebooks Filter erkennt jede Art von Nippel. Facebook selbst gibt vor, hart gegen Fakenews vorzugehen. Aber eine einfach gestrickte irreführende Werbemethode, die zudem auf ilegitime Weise Marken- und Produktnamen nutzt, kann Facebook nicht erkennen?

Muss am Geld liegen, welches die Sicht versperrt.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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