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Nigeria Connection: Wenn Du Post von Nichole Megan Lopez erhältst …

Kathrin Helmreich, 4. Dezember 2018
Nigeria Connection: Wenn du Post von Nichole Megan Lopez erhältst ...
Nigeria Connection: Wenn du Post von Nichole Megan Lopez erhältst ...

… sollte Dich seine herzzerreißende Geschichte nicht einlullen! Sieh genau hin, denn dies ist der Stoff, aus dem Betrugsmaschen gewoben sind.

Immer wieder erhalten Nutzer dubiose Emails mit den fantastischsten Geschichten. Hier geht es (ganz klassisch) um einen Soldaten mit Geld, der so großzügig ist, es mit jemanden zu teilen – wenn dieser jemand sich dazu bereit erklärt, den „Schatz“ aus einem anderen Land zu schaffen …

Screenshot by mimikama.at
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Natürlich hat dieser Soldat alle seine Lieben verloren, war nie verheiratet und sucht nach jemand Liebevollem …

Und schon sind wir beim Thema Romance Scam und bei der Nigeria Connection.

Was ist Romance Scam genau?

Das Wort „scam“ bedeutet auf Deutsch „betrügen“. Wortwörtlich geht es also hier um Romantik-Betrüger. Das Facebook-Profil stammt angeblich von einem jungen Mann, meist einem Amerikaner im Militärdienst. Er gibt an, über das Profil der Nutzerin „gestolpert“ zu sein und sich für sie zu interessieren. Das Interesse verlagert sich aber nach kurzer Zeit eher ins Finanzielle. Das funktioniert genauso gut auch im Emailverkehr.

Wie du Romance Scam erkennst, erfährst du hier.

Und was ist nun die Nigeria Connection?

Bei solchen Emails wie oben gezeigt, handelt es sich zu 99,9% um Vorschussbetrug.

Solche Angebote wurden in der Vergangenheit zuhauf verschickt, sei es per Email oder  über soziale Netzwerke … Am Ende wollen diese Betrüger immer nur an Euer Geld.

Neu ist diese Betrugsmasche nicht, jedoch nach wie vor sehr aktuell.

Verschickt werden solche Betrugsversuche unter anderem von der so genannten Nigeria Connection, die ihre Opfer um den Finger zu wickeln versucht, um – aufgrund der entstandenen emotionalen Nähe – um einen finanziellen Vorschuss bitten zu können.

Wer sich auf das oben genannte Angebot einlässt, kann fast sicher sein, dass  erst mal Transaktionsgebühren von mehreren Tausend Euro zu berappen sind, ehe man in den Genuss der 30% Schatzmeister-Anteil kommt – oder auch nicht, denn dieses Geld gibt es höchstwahrscheinlich nicht.

Die Nigeria Connection ist aber keine strukturierte Organisation. Es handelt sich hierbei um verschiedene Gruppen von afrikanischen Betrügern, die zum Teil in Europa und zum Teil in Nigeria leben.

Diese Internetbetrüger haben sich auf Kreditkartenbetrug, Dokumentenfälschung, Vorschussbetrug uvm. spezialisiert – und sind seit geraumer Zeit auch mit vielen Fake-Profilen auf Facebook unterwegs.

Sie kontaktieren ahnungslose Facebook-Nutzerinnen, gewinnen ihr Vertrauen und geben nach einiger Zeit vor, sich in einer finanziellen Notlage zu befinden.

Die Betrüger haben ein recht festgelegtes Beuteschema: Die Hauptzielgruppe ihrer Opfer ist

  • weiblich
  • halbwegs intelligent (muss zumindest über gute Englischkenntnisse verfügen)
  • alleinstehend
  • mittleren Alters (sehr junge Frauen verfügen noch über keine finanziellen Ressourcen)

Auf dem Profilfoto des ausgesuchten Opfers muss ein klar erkennbares, lächelndes Gesicht zu sehen sein, denn die Betrüger beziehen sich in den ersten Kontaktversuchen darauf.

Welche Merkmale haben solche Betrüger?

Eine ganz genaue Beschreibung ist leider nicht möglich, da diese Kriminellen äußerst kreativ vorgehen und sich natürlich auch den Gegebenheiten anpassen.

Jedoch gibt es einige Grundkriterien, auf die man achten kann, um sich zu schützen: Die Betrüger sind angeblich

  • etwa im Alter des Opfers
  • beruflich eher im mittleren Management tätig
  • geschieden, aber wesentlich öfter verwitwet. Ihre Kinder sind entweder ebenfalls verstorben oder müssen von dem Mann vorgeblich alleine versorgt werden.
  • Das Facebook-Profil ist nicht besonders informativ; es gibt keine sichtbaren Postings.
  • Die Betrüger geben sich auffallend empathisch.

Und so gehen sie vor:

  • Erstkontakt via Nachricht. Die gesamte Kommunikation erfolgt auf Englisch.
  • Profilbild: nicht unattraktiv, aber auch kein „Adonis“. Bei angeblichen Erbschaften sehr betagte, liebenswürdige Menschen
  • Berichtartiger Lebenslauf, z. B. „Meine Eltern starben bei einem Unfall, meine Frau bei der Geburt unseres Kindes.“
  • Ausfragen des anvisierten Opfers (= Suche nach Schwächen)
  • Liebesschwüre, die kein realer Mann nüchtern über die Lippen bringen würde.
  • Es tritt ein unvermitteltes Ereignis auf, z. B. „Piraten kommen“ (= skurrilste Version). Oft ist die Geschichte aber in sich schlüssig – als Begründung für eine daraus folgende Notlage.
  • Bitte um finanzielle Leihgabe (Betrag im vierstelligen Eurobereich) unter Einsatz von massivem, emotionalen Druck und unter Vorlage sog. „Beweise“ als Datei
  • Nach Gelderhalt – Geld weg. Unbekannter Verehrer natürlich auch oder frühzeitig verstorben – und kein Anrecht mehr auf das Erbe

Was kann ich tun, wenn mir so jemand schreibt?

Leider handelt es sich bei dieser Form von Betrug rechtlich gesehen um eine Art “Graubereich”.

Der Schaden, den ein solcher Betrüger anrichten kann, ist leider in der Praxis bis dato kaum behebbar. Darum sollte man seine potentiellen Internet-Bekanntschaften ganz genau unter die Lupe nehmen.

  • Gebt nicht zu viele Informationen von Euch preis.
  • Nehmt suspekte Freundschaftsanfragen nicht an.
  • Falls es schon passiert ist: Eigene Kontakte verbergen.
  • Vorsicht mit Informationen über die eigene Person: Seine Ängste, Träume, familiäre Situation und dgl. erzählt man doch auch sonst nicht jedem Wildfremden.
  • Misstrauen bei relativ schneller Anwendung von Kosenamen und dem Begriff „Liebe“ durch das unbekannte Gegenüber ist angebracht.
  • Für Mutige: Das Ganze abkürzen und entweder die eigene Ankunft ankündigen oder gleich fragen, wie viel Geld er denn bräuchte.
  • Für Vernünftige: Blockieren und zum Schutz anderer zukünftiger Opfer bei Facebook melden.

Zusammengefasst:

Es gibt vermutlich kein Erbe, keinen Schatz, kein Geld.

Und es gibt wohl kaum jemanden im Internet, der so liebenswürdig und freundlich ist – und unbedingt sein Geld verschenken möchte.

Also tut es ihnen gleich – und verschenkt nicht blindlings Geld an Internet-Bekanntschaften, die Ihr im echten Leben noch nie gesehen habt!


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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