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Über kluges und dummes Nichtwissen

Andre Wolf, 24. April 2020
Artikelbild Nichtwissen: Massimo Todaro /  Shutterstock.com
Artikelbild Nichtwissen: Massimo Todaro /  Shutterstock.com

In den letzten Wochen haben wir viele Menschen zum Thema Coronavirus gehört. Ein Großteil davon hatte etwas gemeinsam, nämlich das Nichtwissen.

An dieser Stelle möchte ich gerne auf einen Artikel von Florian Aigner verweisen, der bereits Mitte März erschienen ist und mich seitdem begleitet hat. Es geht um die zwei Formen des Nichtwissens.

Aigner, der Physiker, Wissenschaftserklärer und Redakteur an der Technischen Universität Wien ist, beschrieb schon recht früh, wie die (Nicht-)Wissenslage um das Virus aussieht und worin das Problem besteht.

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Seine Aussagen über das Nichtwissen waren jetzt nicht sonderlich prophetisch, sondern eher zwingend logisch. Im Kern sagt Aigner: Es gibt zwei Sorten von Nichtwissen in der Coronakrise!

Die zwei Nichtwissen-Gruppen

Auf der einen Seite beschreibt er das kluge Nichtwissen. Hier geht es um Menschen, Experten und Wissenschaftler, die wissen und von sich aus auch sagen, dass sie eben nicht alles wissen und lediglich aufgrund der Faktenlage und Zahlen ihre Modelle entwickeln.

Diese Gruppe der Nichtwissenden zeigt sich auch durchaus selbstkritisch und ist in der Lage, ihre Aussagen zu korrigieren, falls sie mal falsch liegen. Sie lernen aus der Situation und revidieren eigene Aussagen, wenn sie darin Probleme sehen.

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Aigner stellt auf der anderen Seite das dumme Nichtwissen dar. Darin geht es um Personen, die sich aus Mythen und Meinungen ihre Aussagen gestalten, die nicht aus aktuellen Entwicklungen lernen, sondern unbeirrbar auf ihrer Linie bleiben, auch wenn sie widerlegt sind.

Jene suchen so lange nach Scheinbeweisen, bis sie sich in ihrer Position bestätigt fühlen, selbst wenn diese Scheinbeweise aus Falschmeldungen, Einzelaussagen oder Fehlinterpretationen bestehen.

Korrigieren ist ein positives Zeichen!

Grundsätzlich gilt: In einer Situation, wo man wenig bis gar nichts weiß, sind diejenigen unter den Nichtwissenden, die in der Lage sind, sich offen selbst zu korrigieren, die Fehler eingestehen, die nochmals reflektieren, ob wirklich alles stimmt, was sie gesagt haben, die besseren Ratgeber als starre Persönlichkeiten, die nicht in der Lage sind, sich Fehler einzugestehen und am Ende gar tote Pferde reiten, nur um ihr Nichtwissen nicht zugeben zu wollen.

Daher hier die Leseempfehlung: Florian Aigner – Coronavirus: Zwei Sorten Nichtwissen (auf Futurezone.at)

Artikelbild Nichtwissen: Massimo Todaro /  Shutterstock.com

 


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