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Corona-Impfung: Darum sollte man keine Bilder vom Impfpass posten

In sozialen Medien sieht man die Fotos immer wieder: Gelbes Papier, weißer Kleber, Stempel, Unterschrift – dazu ein freudiger Text. Doch solche Impfpass-Postings lässt man lieber. 

Viele Menschen posten derzeit nach ihrer Corona-Impfung Bilder von ihren Impfpässen in den sozialen Medien. Einerseits um dieses Erlebnis mit ihren Kontakten zu teilen, teilweise aber auch um andere ebenfalls zur Impfung zu ermutigen. Aber hier ist Vorsicht geboten! Diese Bilder können genutzt werden, um gefälschte Impfausweise zu erstellen.

Sicherheitsexperte bemängelt Fälschungssicherheit

Laut Sicherheitsexperte Thorsten Urbanski von Eset stünde die Fälschungssicherheit von Impfausweisen aktuell derer vieler Büchereiausweise nach. „Die Impfausweise in ihrer jetzigen Form sind eine Einladung für Hobbyfälscher“, so Urbanski. Für die Pandemie wäre eine andere Art des Nachweises, etwa in Form einer „europäischen Plattform“ die beste Option gewesen. Derzeit arbeitet man in Deutschland bereits an einem digitalen, fälschungssicheren Impfpass.

Impfungen könnten vorgetäuscht werden

Die Daten, die beim Posten aktueller Impfpässe abgegriffen werden können, sind neben der Chargennummer der Impfung (meist auf dem kleinen Aufkleber zu finden) auch der Stempel der Praxis sowie die Unterschrift des jeweiligen Arztes. Diese Informationen sollten also bei der Veröffentlichung des Impfausweises unbedingt unkenntlich gemacht werden, alternativ solle ganz auf die Veröffentlichung verzichtet werden. Da Lockerungen für Geimpfte in der Zukunft zur Debatte stehen, könnten mit den geteilten Informationen auch Menschen ohne Impfung vorgeben, diese erhalten zu haben.

Bereits Fälschungen im Umlauf

Nach Berichten des ARD-Politikmagazins „Report Mainz“ seien in verschiedenen Telegram-Gruppen bereits Impfpass-Fälschungen mit kopierten Stempeln verschiedener Impfzentren angeboten worden. Einer dieser Ausweise hätte einer der Reporter für 150 Euro erwerben können, die Preise seien allerdings variabel. Aufgrund der weniger strengen Nutzungsbedingungen wird Telegram häufig von Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern als Plattform zur Verbreitung ihrer Inhalte genutzt.

Erwerb strafbar

Die Stadt Frankfurt zum Beispiel warnt bereits vor dem Erwerb und der Nutzung der gefälschten Ausweise. Bereits beim Erwerb eines solchen könne der Straftatbestand des Betrugs erfüllt sein. Die Stadt warnte zudem davor, mithilfe eines falschen Impfpasses die Gesundheit anderer Menschen zu gefährden.

Artikelbild: Glomex

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