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Nein, die Polizei warnt nicht vor vergifteten Visitenkarten!

Ralf Nowotny, 28. November 2019
Vergiftete Visitenkarten?
Artikelbild: Shutterstock / Von daizuoxin

In sozialen Medien wird derzeit fleißig ein Artikel geteilt, von dem viele anscheinend nur die Überschrift lesen.

Vor knapp zwei Wochen erst feierten wir ein Jubiläum: Seit mittlerweile 10 Jahren kursiert ein Hoax über mit Drogen getränkten Visitenkarten in sozialen Medien. Und nun scheint (!) es so, als ob die Realität den Hoax eingeholt hätte.

So wird jener Artikel der Seite „Entenpost“ vermehrt als Warnung geteilt:

Angeblich warnt die Polizei vor vergifteten Visitenkarten
Angeblich warnt die Polizei vor vergifteten Visitenkarten

In dem Artikel wird beschrieben, dass Kriminelle die Visitenkarten mit einem weißen Pulver präparieren, die Opfer sollen sich nach dem Berühren der Visitenkarte an nichts mehr erinnern können.

Dazu wird als Beispiel ein im Artikel selbst nicht namentlich genannter Wiener Politiker aufgeführt, der schon mehrfach Opfer dieser Masche geworden sein soll. Gleich drei dieser mit mysteriösem weißem Pulver bestreuten Visitenkarten wurden bei ihm bei einer Hausdurchsuchung gefunden, der Mann könne sich aber an nichts erinnern.

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Um welchen Politiker handelt es sich?

Darauf weist die Seite unter dem Artikel selbst hin: Unter den Stichwörten wird „Johann Gudenus“ genannt.

Die Stichwörter unter dem Artikel der "Entenpost"
Die Stichwörter unter dem Artikel der „Entenpost“

Tatsächlich gibt es Ermittlungen gegen den ehemaligen FPÖ-Politiker Johann Gudenus, da bei einer Hausdurchsung drei Visitenkarten mit Spuren von weißem Pulver gefunden wurden, wie u.a. „Der Standard“ berichtet.
Nach einem Suchtgiftschnelltest konnte festgestellt werden, dass es sich wahrscheinlich um Kokain handelt. Der Politiker bestreitet, dass er die Droge konsumiert habe.

Überraschung: Es ist Satire!

Das hätten viele Nutzer bereits herausfinden können, wenn sie auch nur einfach mal den Artikel der „Entenpost“ angeklickt hätten, denn sie hält nicht wirklich geheim, dass sie eine Satireseite ist:

Der Header der Seite, Markierungen von uns
Der Header der Seite, Markierungen von uns

„Entenpost“ persifliert also einfach nur den aktuellen Fall eines Politikers, bei dem tatsächlich Visitenkarten mit Spuren von Drogen gefunden wurden, mit einem 10 Jahre alten Hoax, wonach Kriminelle solche Visitenkarten absichtlich verteilen würden.

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Fazit

Wir betonen es immer wieder: Es lohnt sich, nicht nur Überschriften zu lesen, sondern auch mal eine Seite zu öffnen, um den entsprechenden Artikel zu lesen, denn oftmals offenbart sich bereits auf den ersten Blick, wo d̶i̶e̶ ̶E̶n̶t̶e̶ ̶q̶u̶a̶k̶t̶  der Hase läuft: In dem Fall reine Satire!

Artikelbild: Shutterstock / Von daizuoxin

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