Nach Messerattacke in Bayern vorübergehende Festnahme in Brandenburg [FAKE!]

Autor: Andre Wolf

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Alla ist ein deutsches Wort! Der Artikel jedoch ein Fake:

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Nicht jeder, der am Telefon oder im Gespräch das Wort “Alla” nutzt, ist direkt ein islamistischer Terrorist, das führte uns am gestrigen Tage ein Zeitungsartikel vor Augen, in dem ein Mann angeblich vorübergehend  von der Polizei festgehalten wurde, da er das Wort “Alla” mehrfach in einem Telefonat nutzte. DOCH: nicht jedes Foto eines rot eingekreisten Zeitungsartikels ist ein echter Artikel.


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Aus dem Zeitungsauschnitt geht nun hervor, dass ein 32-jähriger Mann aus dem hessischen Lampertheim am Bahnhof Müncheberg in Brandenburg gewesen sei und dabei telefonierte. In diesem Telefonat seien die Worte “Alla in Müncheberg”, Allah ist gut” und “Alla tschüß” gefallen. Die Passanten seien daraufhin über die Gleise geflüchtet und hätten die Polizei benachrichtigt, die den Mann festgenommen hätten.

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Das Ende der Geschichte: der Mann war kein islamistischer Terrorist, sondern einfach nur Hesse und in Hessen ist “Alla” ein gebräuchliches Füllwort. So wird “Alla” an verschiedenen Stellen genutzt, z.B. alla machs gud, alla gemma, alla hob, alla tschüss. “Alla” ist dem französischen “Allez” oder „aller“ entlehnt.

Aber, aber …

Dieser Zeitungsartikel wirkt sehr unglaubwürdig. Man bemerkt bei näherem Hinschauen eine Diskrepanz der Zeilenabstände im Text gegenüber der Spalte links. Der Rest der Zeitung ist nach unserer Einschätzung in “Times New Roman” oder einer anderen Barock-Antiqua gesetzt, die Spalte links mit dem Artikel jedoch in der Palatino. Besonders deutlich: vergleicht mal das „g“ in „vorübergehende“ in der Artikelüberschrift mit dem „g“ in „gehandelte“ bei der Überschrift rechts. Die sind nicht gleich.

Ebenso finden sich Logik- und Formfehler, sowie Rechtschreibfehler:

  • AFP und dpa seien die Quelle, also gleich zwei Pressedienste?
  • Garfing anstatt Grafing, zug anstatt Zug
  • ein Maik Kowalski als Kriminaldirektor in Müncheberg ist nicht auffindbar

Ein Anruf bei der Polizei in Müncheberg ergab ebenso das Ergebnis: die Pressestelle der Landespolizei Brandenburg Ost (Frankfurt/Oder) sagte uns dass es zu diesem geschilderten Vorfall bislang keinerlei Erkenntnisse gäbe und der benannte „Kriminaldirektor Maik Kowalski“ auch nicht bekannt ist. Einen Kriminaldirektor besitzt die PD-Ost auch gar nicht.

Warum nun das Ganze?

Der Artikel wirkt stark konstruiert, ob als Scherz, als Marketinginstrument oder zu Studienzwecken, dass können wir an dieser Stelle nicht sagen. Wir vermuten jedoch KEINEN politisch motivierten Antrieb dahinter. An dieser Stelle auch ein Gruß an einen Dozenten & social Media Experten – hast Du bei mir in der Gastlesung gesessen?

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