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Rückzieher? Elon Musk geht von über 20 Prozent Fake-Konten bei Twitter aus!

Die Übernahme von Twitter durch Elon Musk gerät weiter ins Wanken: Musk wirft Twitter vor, zu wenige Konten als Fake zu deklarieren.

Ralf Nowotny, 17. Mai 2022

In manchen Kreisen wird schon seit Wochen die eventuelle Übernahme von Twitter durch Elon Musk bejubelt, da er ja schließlich volle „Meinungsfreiheit“ versprochen hat und deshalb erhofft wird, dass dann ungestraft wieder gepöbelt werden kann, vielleicht sogar Donald Trump wieder tweeten darf.
Doch der Deal hat nun einen weiteren Dämpfer bekommen, denn die offiziellen Zahlen gefallen Musk gar nicht!

Sucht Musk nach einem Ausstieg oder einem besseren Deal?

Die Aktie von Twitter, welche Musk nach der Übernahme wahrscheinlich ohnehin von der Börse nehmen möchte, rauschte ohnehin schon weitere 8 Prozent nach unten, nachdem Musk laut „Bloomberg“ erklärte, dass die Möglichkeit einer Reform von Twitter nicht „außer Frage“ stehe.

Während einer Tech-Konferenz namens „All In“ in Miami am Montag bemerkte Musk, dass er glaubt, dass 20 Prozent der Nutzer auf der Plattform gefälschte oder Spam-Accounts sind, und das könnte der Grund dafür sein, dass der Tesla-CEO die Möglichkeit einer Reformierung des Deals nicht ausschloss, die ihm erlauben würde, einen niedrigeren Preis zu zahlen.

Dies wiederholte er nun auch auf Twitter:

„20 % gefälschte/Spam-Konten sind zwar viermal so hoch wie von Twitter angegeben, könnten aber viel höher sein.
Mein Angebot basierte darauf, dass die SEC-Berichte von Twitter korrekt sind.
Gestern hat sich der CEO von Twitter öffentlich geweigert, den Nachweis von <5% zu erbringen.
Solange er das nicht tut, kann das Geschäft nicht vorankommen.“

Quelle: Elon Musk auf Twitter

Wie Musk nun auf die 20 Prozent kommt, ist schleierhaft. Tatsache ist aber, dass Fake- und Spam-Accounts in Form von Bots kein neues Problem sind. Auch gibt es anscheinend einen großen Unterschied, was die Anzahl der Bots angeht, wenn es um bestimmte Accounts geht.
Tim Graham, Mitarbeiter des QUT Digital Media Research Centre machte die Probe aufs Exempel:

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Mit dem „Botometer“ checkte er 5.000 zufällige Accounts und stellte fest, dass nur 6 davon Bots sind, also 0,001 Prozent.
Dann checkte er den Account von Elon Musk:

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Von den 14.000 neuesten Followern Musks sind rund 8,6 Prozent Bots. Die Zahlen gehen also sehr weit auseinander, je nachdem, wie und welche Accounts geprüft werden – die endgültige Zahl kennt nur Twitter – und die wollen Musk die Zahlen (noch) nicht geben.

Ob Musk nun wartet, bis er die offiziellen Zahlen hat und dann einen niedrigeren Preis fordert, oder ob er die fehlenden oder abweichenden Zahlen dann für einen Ausstieg aus dem Geschäft nutzen wird, steht noch in den Sternen. Twitter selbsat äußerste sich noch nicht dazu, sondern verkündete lediglich, dass sie bestrebt sind, die Transaktion zu dem vereinbarten Preis und den vereinbarten Bedingungen so schnell wie möglich abzuschließen.

Artikelbild: Glomex

Interessant in dem Zusammenhang:

Elon Musk gab heute bekannt, seine Kaufpläne für Twitter ein wenig gebremst. Das hat er selbst auf Twitter veröffentlicht. Aber er hat noch mehr geschrieben!
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