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Ottos Mops kotzt … aber nicht mehr in den Niederlanden

Ralf Nowotny, 3. Juni 2019
Artikelbild von sergesch / Shutterstock.com
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Möpse sind nicht gerade für ihre strotzende Gesundheit bekannt, so knuffig sie auch aussehen. Die Niederlande schiebt der Zucht nun einen Riegel vor.

Wir bekamen Anfragen zu einem Artikel des Blogs „Bollerkopp„, in dem berichtet wird, dass die Zucht von Möpsen mit zu kurzen Schnauzen nun illegal in den Niederlanden sei.

Mopsfidel? Nein!

So mancher Züchter übertreibt es stark mit der Überzüchtung der Hunde. Gerade Mopshunde leiden von Geburt an durch die viel zu kurze Schnauze und den hervorstehenden Augen an ständiger Atemnot und drohenden Augeninfektionen.

Die Züchterin Linda Wouters sagt dazu im „Telegraaf„: „Die Leute finden es süß, wenn ein Hund auf der Couch keuchend sitzt, einschläft, nickt und wieder aufschreckt. Aber dieser Hund tut es, weil er ständig in Atemnot ist. Wenn er nicht so aufschrecken würde, würde er sterben.

Die Tierärztin Kelly Kessen voin der Stiftung Dier&Recht ergänzt: „Es gibt Hunde, die nie tief schlafen und eine Schlafapnoe haben. Diese Hunde haben nach einer Operation oftmals einen Atemschlauch im Körper, damit sie endlich richtig atmen können.

Eigentlich schon seit 2014

Bereits im Jahr 2014 trat in den Niederlanden ein Gesetz in Kraft, welches Züchtern verbietet, Tiere zu züchten, wenn das Wohlergehen und die Gesundheit von Zuchttieren und ihren Nachkommen gefährdet ist. Damit war im Prinzip bereits die Zucht von Möpsen und anderen Hunderassen mit ungesunden Merkmalen verboten.
Was allerdings bisher fehlte, war eine klare Regelung des Gesetzes.

Neue Regelungen

Auf Wunsch des Ministeriums für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität hat die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Utrecht neue, verbindliche Kriterien aufgestellt, die auch für Laien messbar sind.

So ist der Augenlidreflex eines der Kriterien: Kann der Hund die Augen noch schließen? Wie sichtbar ist das Weiß der Augen, wenn er geradeaus schaut?
Auch ob der Hund abnormale Atemgeräusche von sich gibt, selbst wenn er ruht, ist ein Kriterium.

Die Ampelregel

Die offensichtlichste und deutlichste Regel betrifft die Länge der Schnauze, was insbesondere französische Bulldoggen und Möpse betrifft: Die Schnauzenlänge muss mindestens ein Drittel der Gesamtlänge des Kopfes ausmachen.

Bildquelle: hartvoordieren.nl
Bildquelle: hartvoordieren.nl

Nicht nur die Mopszucht ist von den neuen Regelungen betroffen, sondern über 20 weitere Hunderassen, die durch Zucht Gesundheitsprobleme haben, beispielsweise Boston Terrier, englische und französische Bulldoggen, Pekinesen, Boxer, Bullmastiff, Chihuahua und Yorkshire Terrier.

Hunde, deren Schnauzen in den organgen Ampelbereich fallen, unterliegen einer Übergangsregelung: Die Zucht ist vorläufig noch erlaubt, solange die Tiere alle anderen Zuchtkriterien erfüllen.

Fazit

Die Zucht von Möpsen und anderen Hunderassen mit kurzen Schnauzen ist in den Niederlanden tatsächlich bereits seit 2014 verboten, seit Kurzem gibt es allerdings konkrete Regelungen dazu.
In einem Papier der Universität Utrecht stehen sämtliche Kriterien, im Zweifelsfall sollten Züchter einen Tierarzt zu Rate ziehen.


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
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