Milankovic-Klimatheorie und Klimawandel [Faktencheck]

Andre Wolf, 24. Januar 2020
Artikelbild Milankovic-Klimatheorie: Shutterstock / Von 24Novembers
Artikelbild Milankovic-Klimatheorie: Shutterstock / Von 24Novembers

In den letzten Wochen hört man immer häufiger davon, dass die Milankovic-Klimatheorie die Ursache für den Klimawandel sei. Somit sei der Klimawandel nicht menschengemacht.

Das Wichtigste über die Milankovic-Klimatheorie in Kürze:

  • Theorie existiert tatsächlich und erklärt Klimawandel
  • Man spricht hier von Perioden von bis zu 100 000 Jahren
  • Aktueller Wandel kann damit nicht erklärt werden

Die Milankovic-Klimatheorie, was ist das? Bei diesem Klimamodell geht es um den Wechsel von Warmzeiten und Eiszeiten. Dieser Wechsel ist natürlich und ist davon abhängig, wie die Erde um die Sonne wandert. Daher gab es in der Vergangenheit immer wieder Änderungen bei den Winkeln der Erdachse, sowie der Drehachse und auch der Umlaufbahn der Erde.

Wir reden hierbei aber nicht von Perioden a 10, 20 oder 100 Jahren, sondern von vielen tausend Jahren. So gesehen: Ja, anhand der Milankovic-Klimatheorie lassen sich Eiszeiten und Warmzeiten berechnen und auch bestätigen. Mehr dazu in einer Veröffentlichung des Instituts für Physik / Instituts für Kernphysik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (hier).

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Theorie für aktuellen Wandel verantwortlich? Nein!

Dennoch ist die Milankovic-Klimatheorie nicht verantwortlich für den aktuellen Klimawandel. Die Antwort kann man recht schnell geben: Die Theorie von Milankovic spricht von sehr langen Zeiträumen.

Ein Artikel auf Spektrum.de spricht von drei verschiedenen Varianten, die auftreten können:

  • die Änderung der Exzentrizität (Ellipse) der Erdbahn
  •  die Variation der Neigung der Äquatorebene gegen die Bahnebene
  • die Überlagerung der Präzession der Erdachse mit einer Drehung der Bahnellipse

Selbst bei der kürzesten Variante würde man bei einer Periode von 19 000 und 23 000 Jahren liegen, bei der längsten spricht man von 100 000 Jahren. Der aktuelle Klimawandel und die steigenden Temperaturen wurden jedoch innerhalb von Jahrzehnten gemessen.

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Die Milanković-Klimatheorie kann also in diesem Umfang nicht zutreffen. So wie die bereits oben im Artikel verlinkte Johannes Gutenberg-Universität Mainz, kommen auch die Faktenchecks der dpa und ein von uns bereits veröffentlichter Artikel zu diesem Thema zu dem Ergebnis, dass der Mensch das Klima in einem deutlich stärkeren Maße verändert, als es die natürlichen Zyklen der Milanković-Klimatherorie können.


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