Saudi-Arabiens Medien „verpixeln“ Haare von Angela Merkel (Faktencheck)

Kathrin Helmreich, 6. Februar 2020
Saudi-Arabiens Medien "verpixeln" Haare von Merkel (Faktencheck)
Saudi-Arabiens Medien "verpixeln" Haare von Merkel (Faktencheck)

Das saudi-arabische Fernsehen hat die Frisur von Angela Merkel nicht zensiert – auch wenn das ein Sharepic behaupten mag.

Haare von Merkel zensiert – Das Wichtigste zu Beginn:

  1. Ein Sharepic behauptet, das saudi-arabische Fernsehen habe Angela Merkels Haare „verpixelt“.
  2. Es handelt sich dabei um Satire aus dem Jahr 2017.

Was die Erinnerungsfunktion bei Facebook betrifft, so erhalten beinahe vergessene Themen immer wieder neuen Aufwind und schwirren dann als aktueller Fall durchs Social Media.

So oder so ähnlich hat es sich wohl auch bei dem folgenden Sharepic zugetragen, das uns äußerst bekannt vorkommt:

Screenshot by mimikama.at
Screenshot by mimikama.at

„Das saudi arabische Fernsehen war gezwungen, Angela Merkels Haare zu verpixeln, um eine sexuelle Erregung der Massen zu unterbinden.“

Der Faktencheck

Neu ist das Sharepic nicht. Es kursiert bereits seit dem Mai 2017. (wir berichteten)

Natürlich wurde die Frisur von Angela Merkel nicht zensiert. Sie hat bei ihrem Besuch in Saudi-Arabien weder ein Kopftuch getragen, noch wurden Fotos retuschiert oder mit einem Mosaikmuster belegt. (siehe hier)

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Die Behauptung stammt von einem Boulevard-Magazin, das in der Vergangenheit diverse Spaßbeiträge verfasste. Leider ist der Original-Beitrag heute nicht mehr erreichbar. (siehe hier)

Die Ersteller amüsierten sich aber damals über jene, die ins Fettnäpfchen getreten waren und die Satire für bare Münze genommen hatten.

Fazit:

Die Behauptung ist nicht nur alt, sondern auch Satire. Dass die Original-Quelle nicht mehr existiert, macht es umso schwerer, das Sharepic als Satire zu entlarven.

Umso wichtiger ist es, selbst zu recherchieren, ob ein Beitrag falsch ist oder nicht und keinem Sharepic sein uneingeschränktes Vertrauen zu schenken.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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