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Menschliche Zellen in Schweine-Embryos – Was dahinter steckt

Ralf Nowotny, 4. März 2020
Menschliche Zellen in Schweine-Embryos - Was dahinter steckt
Menschliche Zellen in Schweine-Embryos - Was dahinter steckt

Die Kreuzung aus Schwein und Mensch – Ein Thema, über das immer wieder mal diskutiert wird.

So tauchen auch gelegentlich Anfragen dazu bei uns auf, wie die Folgende, weswegen wir an dieser Stelle noch einmal kompakt über die aktuellen Forschungen bezüglich der Thematik „Mensch-Schwein-Hybrid“ berichten möchten.

Eine Anfrage in unserer Facebook-Community
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Der Artikel

Der angefragte Artikel stammt aus dem Jahr 2017 und erschien auf der Seite „Truth Theory“. Auch wenn der Name der Seite und der Zusatztitel „We are the new Media“ vermuten lässt, dass es sich dabei um eine unseriöse Seite handeln könnte, ist der Artikel durchwegs nüchtern und nicht sensationsheischend.

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Mensch-Tier-Hybride – Was steckt dahinter?

Was bei den meisten medialen Veröffentlichungen auffällt, wenn es um solcherlei Versuche geht, ist, dass immer wieder mit Science Fiction-Filmen verglichen wird, ob dies nun „Splice – Das Genexperiment“, „Die Insel des Dr. Moreau“ oder „Planet der Affen“ ist:
Wenn Menschen von solchen Hybriden hören und lesen, denken sie sofort an Mischwesen dieser Art.

Diese Vergleiche werden gerne gemacht, da es so für die Leserschaft einfacher ist, sich etwas vorzustellen, als komplexe medizinische und biologische Zusammenhänge zu erklären, hat aber einen gewaltigen Nachteil:

Die Darstellung von Affen, die Gewehre in der Hand halten und amoklaufenden Mischwesen hinterlassen beim Zuschauer einen negativen Eindruck: Solche Wesen sind grundsätzlich aggressiv und böse. Somit wird auch eine Forschung, welche solche Mischwesen hypothetisch ermöglicht, als negativ angesehen, obwohl jene Forschungen mit den Science Fiction-Filmen nicht wirklich etwas gemeinsam haben.

Diese Darstellung, wie überhaupt eine erwachsene Form eines Hybriden aussehen und sich verhalten würde, macht eine Diskussion darüber nahezu unmöglich. Solche Forschungen existieren auch noch gar nicht, dazu würde es Jahrzehnte benötigen. Diese Mischwesen wurden allerdings aus ethischen Gründen immer nach 20 Tagen vernichtet.

Was außer Acht gelassen wird:

Es geht bei diesen Forschungen nicht darum, solche Wesen heranzuzüchten. Die Ausnahme sind die Forschungen an Schweinen mit menschlichen Organen, welche zur Organspende genutzt werden könnten.
Es geht um die Erforschung von Krankheiten, es geht um Organspenden. Deshalb werden solcherlei Experimente durchgeführt. Das Vermischen zweier Spezies ist zwar zumindest „in vitro“ in einer Petrischale möglich, doch würde das Ergebnis ganz anders aussehen als in jedem Science Fiction-Film.

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Dr. Hiro Nakauchi von der Stanford University sagt diesbezüglich, dass es mittlerweile möglich ist, menschliche Stammzellen so gezielt in tierischen Embryos zu platzieren, dass damit nicht etwa ein Schwein mit Menschengesicht oder Menschengehirn heranwächst.
Konkretes Ziel sind aber menschliche Organe in Tieren.
Beispielsweise muss ein Mensch im Durchschnitt drei Jahre auf eine Nierenspende warten. Wenn es nun möglich ist, menschliche Nieren in Schweinen heranwachsen zu lassen, müssten Patienten nur noch höchstens fünf Monate warten.

Ebenso verhält es sich mit der Erforschung von Krankheiten:
Angenommen, es wird ein Medikament gegen Lebererkrankungen entwickelt. Nun folgen üblicherweise viele Tierversuche, die sich allerdings vom Ergebnis her oftmals von dem unterscheiden, was das Medikament dann beim Menschen bewirkt.
In jenem Fall könnte dann das Medikament direkt an der in einem Schwein wachsenden menschlichen Leber getestet werden, um ihre Wirksamkeit zu erforschen.

Dies klingt nun alles sehr positiv, allerdings gibt es bei all den Forschungen noch eine weitere, große Hürde:

Die enorme evolutionäre Lücke!

Im Labor mag das ja noch alles gut klappen. Schwierig wird es aber, wenn der „Zellhaufen“ wächst, denn die evolutionäre Lücke zwischen Schweinen und Menschen ist nicht unerheblich. Fraglich also, ob menschliche Stammzellen, die eine Leber oder eine Niere bilden, sich überhaupt in dem Schwein bis zum Erwachsenwerden halten oder nicht von den tierischen Zellen absorbiert werden.

Zudem kommen noch die Bedenken, dass vielleicht menschliche Stammzellen quasi in das Hirn eines Chimären wandern würden, dann also vielleicht doch eine Chimäre mit menschlichem Bewusstsein heranwachsen würde. Dies kann jedoch auch bereits verhindert werden, menschliche Stammzellen können quasi „programmiert“ werden, unter bestimmen Umständen sich selbst zu zerstören.

Doch all dies ist bisher noch absolute Zukunftsmusik, wie Juan Carlos Izpisua Belmonte vom Salk Institute for Biological Studies in La Jolla, Kalifornien betont. So berichten zwar Medien von jenen Forschungen, natürlich immer mit Horrorbildern aus Science Fiction-Filmen und von künstlerischen Skulpturen, jedoch ist man immer noch in der frühesten Phase der Forschungen. Erste Ergebnisse sind frühestens in einigen Jahrzehnten zu erwarten.

Artikelbild: Shutterstock / Von Natalia Sinjushina & Evgeniy Meyke

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