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Mein Foto, dein Foto, unser Foto?

Kathrin Helmreich, 28. Februar 2018

“Teile dies, wenn du gegen Gewalt an Kindern bist!“ – Von der Krux des Missbrauchs, obwohl man gegen Missbrauch ist

Und wieder hält das Foto eines kleinen Mädchens als Symbolbild für “Clickbaiting” her und man soll es teilen, teilen, teilen. Und es wird auch geteilt, geteilt, geteilt – seit 7 (!!!) Jahren.

Gelockt wird hier durch emotionale Erpressung – wenn du das Foto nicht teilst, bist du wohl für Gewalt an Kindern, ergo auch ein schlechter Mensch.

Und was hier als Symbolbild hergenommen wird, um zu verdeutlichen, wie Gewalt an Kindern aussieht, ist ein real existierendes Mädchen, dessen Geschichte wohl nicht erwähnenswert scheint.

Denn wir erhielten Anfragen zu diesem Bild, dass auf Facebook wieder vor kurzem aufgetaucht ist:

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Denn wer sich die Mühe macht und das Foto des Mädchens recherchiert, wird recht schnell erfahren, dass dieses Kind kein Opfer von Gewalt durch Erwachsene geworden ist, sondern von einer 2-Jährigen verprügelt wurde.

Und natürlich hat Katie Ann Guttridge, so heißt das Mädchen nämlich, ebenfalls Schmerzen durchlitten. Egal, ob das nun eine 2- oder 23-Jährige gewesen ist. Dennoch war Katie damals 3 Jahre alt, heute ist sie 10. In diesem Alter stolpern Kinder schon mal durch das Internet oder auch Facebook. Und hier findet Missbrauch ein zweites Mal statt.

Denn Katie wird zur Schau gestellt. Sie ist nun ein Symbol für körperliche Gewalt und wird jedes Mal aufs Neue daran erinnert, dass sie mit 3 Jahren von einem anderen Kind im Kindergarten krankenhausreif geprügelt wurde.

2011 – 2018

Hört also endlich auf, dieses Foto zu teilen!

Vor allem unter Vorspiegelung falscher Tatsachen oder als Schaubild zur emotionalen Erpressung anderer Nutzer. Jeder Mensch, der in der Lage ist, ethisch korrekt zu denken, wird ein Kind beschützen, wenn es Opfer von Gewalt wird. “Natürlich ist man dagegen” – auch ohne sich auf Facebook oder sonst wo dafür schriftlich rechtfertigen zu müssen.

Ich wette, dass kaum jemand den Urheber dieses Bildes gefragt hat, woher das Foto stammt und ob man es weiter teilen darf. Denn die Rechte an einem Foto liegen noch immer beim Urheber. Aber das macht das Internet so bequem und einfach zu nutzen – durch Anonymität fällt es vielen leichter, Handlungen zu tätigen, die sie sich im realen Leben vielleicht so nicht “getraut” hätten.

Denn auch das Teilen von Kinderbildern in falschem Kontext ist eine Form von Missbrauch und Gewalt.

Der eigentliche Missbrauch findet seit Jahren in diversen sozialen Netzen statt! Das Foto wird seit 7 Jahren immer wieder dazu verwendet, LIKES zu generieren. Bekommt man als “Liker” das Gefühl etwas GUTES getan zu haben, wenn man solche Bilder mit einem “Gefällt mir” markiert?


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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