Dietrich Mateschitz: Und wieder wird in seinem Namen geworben!

Kathrin Helmreich, 26. November 2020
Dietrich Mateschitz ist ein beliebtes Opfer von Köderbeiträgen
Dietrich Mateschitz ist ein beliebtes Opfer von Köderbeiträgen

Noch immer locken Ersteller gefälschter Medienberichte mit dem Gesicht von Dietrich Mateschitz. Vorsicht!

Dietrich Mateschitz, Miteigentümer von Red Bull, soll eine phänomenale Investition getätigt haben, die jeden anderen ebenfalls reich machen würde. Doch Vorsicht, es handelt sich bei solchen Erfolgsstorys um frei erfundene Geschichten, die zu einer Investition auf einer Plattform für Kryptowährung verleiten soll.

Immer wieder stolpern Facebook-Nutzer über gesponserte Werbebeiträge oder sie werden gar von Kontakten selbst geteilt und veröffentlicht.

Dabei sind die Köderbeiträge immer gleich aufgebaut: Ein bekanntes Gesicht, eine phänomenale Investment-Story und womöglich noch einige Kommentare, die bestätigen, dass die Methode in jedem Fall funktioniere. Dazu ein Link, der auf eine gefälschte Webseite eines bekannten Medienhauses führt und das Gefühl vermittelt, es handle sich um eine offizielle Geschichte.

Der Faktencheck

Leider werben Betrüger schon sehr lange mit dem Gesicht von Dietrich Mateschitz. Immer wieder stolpern Facebook-Nutzer über derartige Berichte, die vorgeben, es sei kinderleicht durch binäre Optionen reich zu werden.

Von Herbert Grönemeyer bis hin zu Thomas Gottschalk und eben Dietrich Mateschitz: Sie alle werben unfreiwillig für Bitcoin-Handelsplattformen.

Pseudoredaktioneller Inhalt

Wer dem Link folgt, gelangt zu einem angeblichen Sonderbericht der Kronen Zeitung. Zusätzlich sind Logos anderer bekannter österreichischer Medien zu sehen, die den Eindruck vermitteln, Mateschitz‘ Erfolgsstory sei bereits auf verschiedenen Kanälen publiziert worden.

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Bei dem kompletten Artikel handelt es sich aber um sogenannten „fabricated content“ – also um einen pseudoredaktionellen Inhalt. Nichts davon ist wahr. Die Kronen Zeitung hat absolut nichts damit zu tun.

Bitcoin-Plattformen

Wer sich durch den Artikel liest, bemerkt immer wieder eingestreute Links. Diese führen zu Plattformen, die mit Bitcoins oder anderer Kryptowährung handelt. Konkret geht es in diesem Fall um den Handel mit binären Optionen in Form von Bitcoins. Das ist nicht illegal, jedoch sprechen die gefälschten Erfahrungsberichte angeblicher Nutzer der Plattform stark gegen die Seriosität der Plattform!

Der Handel mit binären Optionen ist ein hoch riskantes Modell, welches teilweise auch außerbörslich angeboten wird. Definitiv kein Produkt für Anfänger!

Bei binären Optionen können zwei Aktionen eintreten:

  1. Das vorhergesagte Ereignis tritt ein, wodurch Händler/innen eine im Vorhinein festgelegte Summe erhalten.
  2. Das vorhergesagte Ereignis tritt nicht ein, wodurch Händler/innen einen Verlust erleiden.

Bei dem Handel mit binären Optionen können Nutzer Geld verdienen, sofern sie mit ihrer Einschätzung richtig liegen. Der Online-Handel mit binären Optionen ist mit zahlreichen Risiken verbunden. Beispielsweise könnt ihr keine Gewinnauszahlung erhalten, an Anbieter geraten, die Kurse manipulieren, oder eure persönlichen Daten dienen für Verbrechen unter Eurem Namen, da die persönlichen Daten des Nutzers in die Hände des Betreibers gelangen.

Genaue Details und mehr Informationen zu diesem Thema findest du hier.

Fazit

Mit einem Clickbait (bekanntes Gesicht und eine Wahnsinns-Erfolgsstory), der oft als Werbung bei Facebook geschalten wird, locken die Betreiber Nutzer auf ihre Webseite und präsentieren dort fabricated content im Design von ebenso bekannten Medienhäusern.

Grundsätzlich geht es hier um Online-Handel mit binären Optionen – wobei hier viel Wissen und Erfahrung notwendig ist, um tatsächlich das große Geld zu machen. Zudem zahlen solche Plattformen die Gewinne nicht, selten oder nur teilweise an die Nutzer aus.

Abgesehen davon, dass die Ersteller derartiger Lock-Webseiten, sowohl den Namen von Dietrich Mateschitz, meinbezirk.at, der Kronen Zeitung und weitere missbrauchen.


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