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Faktencheck: „Nimm keine Maske aus dem Supermarkt an, sie hat Virus Spuren“

Kathrin Helmreich, 2. April 2020
Faktencheck: "Nimm keine Maske aus dem Supermarkt an, sie hat Virus Spuren"
Faktencheck: "Nimm keine Maske aus dem Supermarkt an, sie hat Virus Spuren"

Aktuell wird auf Social Media ein Sharepic geteilt, das dazu rät, keine Masken anzunehmen, die in Supermärkten verteilt werden. Angeblich haben sie nämlich „Virus Spuren“.

Maskenpflicht soll „Prozess der Infizierten in Österreich verschärfen“

Ein Sharepic rät, keine Masken anzunehmen, die in Supermärkten verteilt werden.
Das Sharepic ist gefälscht. Es besitzt keinerlei Gültigkeit.

Wir erhielten den Hinweis auf ein Sharepic, das aktuell in Social Media geteilt wird. Es handelt sich dabei um folgendes Bild, das vor allem auf Facebook und WhatsApp kursiert:

Screenshot mimikama.at
Screenshot mimikama.at

Liebe Österreicherinnen und Österreicher wie Sie vielleicht wissen gilt ab Mittwoch in den Supermärkten ein Maskenpflicht.
Bitte tragt ein Schal und KEINE MASKEN die verteilt werden.
Diese Masken kommen aus China und haben Virus Spuren.
Es wird davon ausgegangen das es in Österreich nicht die Menge an Infizierten erreicht hat und mit den Masken den Prozess „verschärfen“ wollen.
Teilt das mit euren liebsten. Sendet dieses Schreiben an alle die euch am Herzen liegen.

Der Faktencheck

Nein. Dieses Sharepic hat bis auf einen Punkt natürlich keine Gültigkeit. Tatsächlich ist laut dem ORF spätestens ab dem 6. April 2020 (in einem früheren Bericht schon ab dem 1. April) das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) in Supermärkten und Drogeriemärkten Pflicht.

Bei diesen Masken handelt es sich laut Gesundheitsministerium um einen einfachen Mund-Nasen-Schutz. Dem Ministeriumssprecher zufolge sei „jede Art der Bedeckung von Mund und Nase besser als keine“.

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Falls du aber Bedenken hast, eine vorgefertigte Maske zu nutzen, die du gratis beim Supermarkt erhältst, sieh dir unseren Artikel zum neuen Trend an, sich seine Masken einfach selbst zu nähen. Achte dabei aber besonders auf feste Stoffe aus Naturfasern, die mindestens zweilagig vernäht und eventuell noch mit Vlies verstärkt werden.

Zwei sehr wichtige Dinge noch:

Masken ersetzen nicht die Hygienevorschriften und das Tragen von Masken setzt auch keine Maßnahmen zur Eindämmung des Virus außer Kraft. Es handelt sich lediglich um einen Zusatz, der zum einen präventiv gegenüber anderen eingesetzt werden kann, zum anderen in Österreich seit April im Lebensmitteleinzelhandel verpflichtend ist.

Ferner weisen wir an dieser Stelle noch auf unseren Artikel „Gesichtsmasken: Achtung beim Namen!“ hin, da man vorsichtig sein soll, mit welchem Namen man auf die Masken hinweist.

Fazit:

Neben der gewöhnungsbedürftigen Rechtschreibung bzw. Grammatik des Sharepics, ist das Argument, „man“ wolle in Österreich durch kontaminierte Masken „den Prozess verschärfen“, an den Haaren herbeigezogen. Wer aber keine Gratis-Maske tragen will, kann sich seine Mund-Nasen-Schutzmaske selbst nähen.

Das Sharepic kann also getrost in die virtuelle Mülltonne wandern!

Passend zum Thema: „Maskenpflicht“ beim Einkaufen!


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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