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Faktencheck: Marienkäfer am Hundegaumen

Kathrin Helmreich, 11. März 2019
Stellen diese Käfer eine Bedrohung für meinen Hund dar?

Im Moment wird wieder das Foto eines Hundemauls auf Facebook geteilt. Zu sehen sind kleine Käfer, die sich am Gaumen des Hundes festgesaugt haben.

In früheren Versionen gab es einen Begleittext, der aktuell jedoch gänzlich fehlt. Dieser lautete wie folgt:

Überprüfe den Gaumen deiner Hunde! Diese asiatischen Käfer, die wie Marienkäfer aussehen, stecken einmal im Mund am Gaumen und verursachen eine Menge Schmerz. Es ist nicht nett, du teilst es, um sicherzustellen, dass andere diese schrecklichen Dinge bemerken!

Dennoch erhalten wir Anfragen, was es mit diesen Käfern auf sich hat und ob diese sich tatsächlich im Hundemaul sammeln können.

So sieht das Foto aus, das im Umlauf ist:

Screenshot by mimikama.at
Screenshot by mimikama.at

Der Faktencheck

Es gibt tatsächlich einen einzigen dokumentierten Fall, wo solche Käfer aus der Schnauze eines Hundes entfernt werden mussten. Nachzulesen hier. Der Fall hat sich in 2008 in Kalifornien zugetragen, woher auch das Bild stammen dürfte.

Bei den gezeigten Käfern handelt es sich um den Asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis), der zur Familie der Marienkäfer (Coccinellidae) gehört. Diese Art wurde Ende des 20. Jahrhunderts zunächst in die USA und dann auch nach Europa zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingeführt. Inzwischen tritt er an vielen Stellen massenhaft wild auf und man befürchtet, dass er einheimische Marienkäfer-Arten und auch andere Arten verdrängt.

Gerade im Herbst werden wir uns dieser Plagegeister bewusst, denn dann steigen sie massenhaft in die Luft, besiedeln Häuserwände und andere Orte, die sich durch die letzten Sonnenstrahlen erwärmen.

Bei Gefahr sondern diese Marienkäfer eine orange-gelbe Flüssigkeit (Hämolymphe) ab, die übelriechend ist und in seltenen Fällen eine allergische Reaktion hervorrufen kann. Dass sie sich jedoch in Hundeschnauzen festsaugen oder festkleben, kommt in der Regel nicht vor. Wie gesagt, gibt es nur einen einzig dokumentieren Fall in den letzten zehn Jahren.

Diese Flüssigkeit ist nicht nur übelriechend, sondern auch sehr bitter, wodurch dieser Käfer für Fressfeinde sehr unattraktiv wird und natürlich auch für unsere Haustiere.

Ein Befall ist somit so gut wie auszuschließen!

Ergebnis:

Bereits seit 2015 geistert diese Behauptung durch das Internet.

Es handelt sich hier um eine Halbwahrheit, die aus einem Einzelfall entwickelt wurde.

Es ist anzunehmen, dass diese Halbwahrheit gerne als Clickbait oder Like-Sammel-Artikel aka “Honeypot-Aktion” verwendet wird, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Ja, es gibt diese Käfer, ja, es kam einmal in 10 Jahren vor, dass sie in der Schnauze eines Hundes gefunden wurden, aber im Normalfall stellt dieser eingeschleppte gefräßige Käfer keine Gefahr für heimische Haustiere dar.


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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