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Manipulierte Sterne bei Amazon, Google und Co

Claudia Spiess, 23. Juni 2020
Manipulierte Sterne bei Amazon, Google und Co
Manipulierte Sterne bei Amazon, Google und Co

Kann man Rezensionen im Internet überhaupt noch trauen? Stiftung Warentest führte einen Undercover-Test bei sieben Agenturen, die künstlich erstellte Bewertungen anbieten, durch.

Manipulierte Sterne bei Amazon, Google und Co – Das Wichtigste zu Beginn:

Stiftung Warentest hat sich dem Thema „Bewertungen in Online-Shops“ angenommen und in einem Undercover-Test sieben Agenturen, die Rezensionen anbieten, gecheckt.

Agenturen zur Produktbewertung

Viele Nutzer studieren vor einem Kauf sämtliche Bewertungen zu ihrem Wunschprodukt. Verkäufer im Internet haben den Nutzen von Top-Bewertungen natürlich erkannt und beauftragen Agenturen, Rezensionen zu verfassen.

Die Nachfrage bestimmt das Angebot. So gibt es mittlerweile zahlreiche Agenturen, die Produktrezensionen verkaufen. Oftmals arbeiten Privatpersonen für diese Agenturen. Sie verdienen sich ein paar Cent pro Auftrag im Nebenjob, in manchen Fällen können sie Produkte auch günstiger kaufen.

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Undercover-Test

Stiftung Warentest führte nun einen Undercover-Test bei sieben solcher Agenturen durch.

Bei diesem Experiment meldeten sich Tester inkognito bei Agenturen an und schrieben Dutzende Produktbewertungen. Die Vorgaben waren meist nur wenig ausreichend, um tatsächlich aussagekräftige Bewertungen zu verfassen. In vielen Fällen gab es nur Fotos als Vorlage. Manche Produkte sollten sich die Tester nur vorstellen und dazu eine Rezension verfassen.

Auch mussten sie Produkte über das persönliche Amazon-Konto kaufen, damit eine Kennzeichnung als „verifizierter Kauf“ möglich war. Ausgaben, die dabei entstanden, wurden teilweise erst dann erstattet, wenn die Bewertung nach Wünschen der Agentur verfasst wurde.

Die Tester vergaben meist Bewertungen im Drei-Sterne-Bereich. Weniger sollte nicht vergeben werden, um keinem der Produkte zu schaden. Jedoch bestanden die Agenturen bei 63 Prozent der verfassten Rezensionen darauf, eine Fünf-Sterne-Bewertung daraus zu machen.

Einfacher Zugang zu Top-Bewertungen

Die Stiftung Warentest hat außerdem noch ermittelt, wie einfach es für Online-Händler ist, Top-Bewertungen zu kaufen. Ein Internethändler beauftragte dazu mehrere Agenturen für positive Bewertungen seines Google-Profils.

Die Kosten dafür waren überschaubar. Eine Bewertung ist für rund 10 Euro erhältlich, es werden meist Pakete wie etwa zehn Bewertungen für 99,- Euro verkauft.
Schon kurze Zeit nach der Bezahlung fanden sich die ersten Top-Bewertungen auf dem Google-Profil, die auffallend echt geschrieben waren.

Dazu passend: Warum du Rezensionen kaum trauen kannst!
Online-Shops: Fake-Rezensionen erkennen

Quelle: Stiftung Warentest
Artikelbild: Shutterstock / Von violetkaipa


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