Faktencheck: LKW mit der Aufschrift „Wir fahren alles gegen die Wand“

Kathrin Helmreich, 20. November 2020
"Wir fahren alles gegen die Wand" - die Aufschrift des LKW wurde manipuliert.
"Wir fahren alles gegen die Wand" - die Aufschrift des LKW wurde manipuliert.

„Wir fahren alles gegen die Wand“ – das Foto eines LKW mit jenem Schriftzug und vier Logos verwundert aktuell Nutzer.

Dabei wird das Foto auf Social Media-Plattformen wie Facebook geteilt und hochgeladen. Es zeigt einen blauen LKW mit der Aufschrift „Wir fahren alles gegen die Wand“. Dieser steckt zwischen einer Hausmauer und Auffahrt fest.

Darüber hinaus sind Logos politischer Parteien auf den Logos zu sehen. Es geht dabei um Statusbeiträge wie folgenden:

Screenshot des angefragten Beitrags auf Facebook
Screenshot des angefragten Beitrags auf Facebook

„Wir fahren alles gegen die Wand“

Der Faktencheck

Das Foto ist schnell erklärt – es wurde nämlich manipuliert. Auf der Originalaufnahme ist nicht der oben gezeigte Slogan zu sehen, sondern der Schriftzug einer rumänischen Speditionsfirma. (siehe hier, hier und hier)

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Auch die Polizei Mittelhessen veröffentlichte zu dem Vorfall folgende Pressemitteilung:

Herborn-Seelbach: Sattelauflieger blockiert Berg- und Friedhofstraße

Das Wendemanöver eines 40-Tonners ging heute Morgen (13.01.2020) in Herborn-Seelbach gewaltig schief. Der Laster verkeilte sich und blockiert derzeit die Bergstraße sowie die Friedhofstraße.

Um kurz vor neun informierten Anwohner die Herborner Polizei. Der aus Rumänien stammende Brummifahrer wollte rund 9 Tonnen Granulat bei einer Firma abliefern, kam aber wegen parkender Fahrzeug nicht durch. Kurzum entschied er sich rückwärts zu wenden, was aufgrund der winkeligen Einmündung und der abschüssigen Straßenführung scheiterte. Der Sattelauflieger des Gespanns prallte mit dem Heck gegen eine Hauswand und ließ sich mit eigenen Manövern nicht mehr aus dieser misslichen Lage befreien.

Ein Abschleppunternehmen wurde mit der Bergung des Aufliegers beauftragt. Ob hierfür zunächst das Granulat abgeladen werden musste oder der Auflieger mit einem großen Kran komplett mit seiner Ladung gehoben werden konnte, mussten die Bergungsexperten vor Ort entscheiden. Letztlich zogen sie das Gespann von der Hauswand weg und wieder gerade auf die Straße, so dass die Fahrbahn gegen 13.30 Uhr wieder freigeben werden konnte. Angaben zur Schadenshöhe können momentan noch nicht gemacht werden.

Die Polizei verwendet für den Bericht aber eine Version des Fotos ganz ohne Firmenlogo. Warum? Um Rückschlüsse auf den Verursacher auszuschließen. Dies bestätigte die Polizeidirektion Lahn-Dill gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Fazit:

Das Foto wurde bearbeitet. Hierzu wurde der Schriftzug der Speditionsfirma entfernt und mit dem Slogan ersetzt.

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Quellen: dpa factchecking

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