LiQuiDaDo.de: Vom Schnäppchen zur Kostenfalle

Tom Wannenmacher, 3. November 2016

Kleinanzeigenportal schiebt Nutzern teures Kundenkonto unter!

„Liquidieren“ kommt aus dem Italienischen und bedeutet so viel „in Geld umwandeln“. Dieses Motto hat der Kleinanzeigenmarkt LiQuiDaDo.de beim Wort genommen.

Die B2B-Plattform bietet Elektroartikel, Kleidung oder Schuhe zu unglaublich günstigen Preisen an. Doch statt den Kontakt zum Anbieter zu erhalten, wie es für Kleinanzeigenportale im Netz üblich ist, werden die Schnäppchenjäger in eine teure Abofalle gelockt.

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Screenshot der genannten Webseite

„Dann ploppt nämlich ein Fenster auf, das gar nicht mehr die Zustimmung zum Kauf des anvisierten Schnäppchens, sondern nunmehr zu einem kostenpflichtigen Premiumzugang für 199 Euro erfragt“, erklärt Dr. Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Viele Nutzer erkennen erst mit der Rechnung im Briefkasten, welche Folgen der eine Klick mit sich gebracht hat. Aus Sicht der Verbraucherschützer ist dieses Vorgehen des Anbieters mehr als fragwürdig.

„Es wird dem Nutzer nicht deutlich genug kenntlich gemacht, dass sich der Kaufen-Button dann plötzlich auf einen kostenpflichtigen Zugang bezieht“, erklärt Henschler.

Interessant ist auch die Gestaltung der Webseite, die optisch stark an den Internetauftritt von ebay Kleinanzeigen des Anbieters Marktplaats B.V. angelehnt ist.

„Dieses Portal kennen die meisten Online-Shopper und bringen ihm ein gewisses Vertrauen entgegen, das von LiQuiDaDo.de schamlos ausgenutzt wird“, so Henschler.

Der tatsächliche Betreiber von LiQuiDaDo ist die Rocket Consulting Sp. z o. o. mit Sitz in Wroclaw.

Für Betroffene ist es ratsam, den angeblichen Vertrag zu widerrufen.

„Den geforderten Rechnungsbetrag sollte man auf keinen Fall zahlen. Sonst ist das Geld futsch“, so Henschler.

Restposten, Lagerverkauf, Großhandelspreise – mit solchen Schlagworten durchsuchen Online-Shopper regelmäßig das Netz nach Schnäppchenangeboten.

Entsprechend viele zweifelhafte Angebote tummeln sich mit auf diesem Spielfeld, die Nutzer mit extrem günstigen Preisen vor Abofallen blenden wollen.

„Gerade wenn man auf einem bislang unbekannten Shop unterwegs ist, sollte man jeden Klick und jede Bestellung behutsam auslösen und sich eine vorherige Internetrecherche zur Regel machen, um den Shop mit Hilfe der Erfahrungen der anderen Nutzer einschätzen zu können“, rät Henschler.

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen


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