Like-Button kostet Facebook-Mutter Meta 90 Millionen Dollar

Tom Wannenmacher, 16. Februar 2022

User ausspioniert: Meta zahlt 90 Mio. Dollar. Social-Media-Primus will im Vergleich eine zehn Jahre alte Sammelklage aus der Welt schaffen

Facebook-Mutter Meta zahlt 90 Mio. Dollar (rund 79 Mio. Euro), um eine knapp zehn Jahre alte Sammelklage aus der Welt zu schaffen. Hintergrund war der gerichtlich eingebrachte Vorwurf, dass der Social-Media-Primus etwa über den „Like-Button“ seine Nutzer und deren Aktivitäten im Internet ausspionieren würde. Einem US-Bundesgericht im Norden Kaliforniens wurde nun ein Vergleich zur Prüfung vorgelegt, der den langwierigen Rechtsstreit endlich beenden könnte.

„Eigene Regeln gebrochen“

„Diese Sammelklage wirft dem Internetgiganten vor, die Grundregeln zum Schutz der Privatsphäre durch das Tracken von Besuchen und Aktivitäten der Nutzer auf anderen Webseiten verletzt zu haben, die auch den Like-Button von Facebook beinhalten, um besser zielgerichtete Werbung verschicken zu können“, fassen die Experten von „TechXplore“ den Sachverhalt zusammen.
In der vor zehn Jahren eingebrachten Klageschrift sei ausdrücklich festgehalten, dass Facebook mit dieser Praxis „die eigenen Regeln gebrochen“ habe und deshalb zur Rechenschaft gezogen werden müsse. „Dass wir in diesem Fall, der mehr als zehn Jahre zurückliegt, eine Einigung getroffen haben, ist im besten Interesse unserer Community und unserer Aktionäre und wir sind froh, diese Sache nun endlich hinter uns zu lassen“, erklärt Drew Pusateri, Konzernsprecher bei Meta, gegenüber der „AFP“.
Bei der Sammelklage, die mehrere Rechtsstreitigkeiten auf Bundes- und Landesebene zusammenfasst, geht es um Personen, die 2010 und 2011 aktive Facebook-Konten unterhielten. „Facebook war in der Lage zu sehen, wenn jemand eine Webseite öffnete, in die sein eigener Content, wie etwa der Like-Button, eingebettet war. Diese Daten konnten dann wieder mit dem persönlichen Profil des Users verknüpft werden“, heißt es in der Klageschrift. „Das Problem, das mit dieser Klage aufgezeigt wurde, ist inzwischen gelöst und betrifft keinen User mehr“, verspricht Meta abschließend.

Quellen: pte, afp


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

  • Mit deiner Hilfe unterstützt du eine der wichtigsten unabhängigen Informationsquellen zum Thema Fake News und Verbraucherschutz im deutschsprachigen Raum. Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fake News, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt deine Unterstützung!

Mehr von Mimikama