Lebensmittel im Check 2: Die Tütensuppen!

Andre Wolf, 10. Januar 2022
Lebensmittel im Check 2: Die Tütensuppen!
Lebensmittel im Check 2: Die Tütensuppen!

Gesund oder nicht gesund? Echt oder nicht echt? Es ist wirklich wichtig, dass du genau auf die Inhaltsangaben von Lebensmittel schaust!

Vor kurzem erst haben wir genauer beleuchtet, wie wir uns beim Einkauf doch bei bestimmten Lebensmitteln täuschen können. Es ging dabei um Haferflocken und um Haferprodukte. Hierzu noch einmal der Verweis auf unseren Artikel „Schaust du genau hin? Nährwerte und Lebensmittelpreise im Check!“ (HIER). Die Verbraucherzentrale Bremen hat nun einen recht ähnlichen Faktencheck ausgeführt und dabei geht es um Tütensuppen.
Doch in diesem Check geht es nicht um Haferflocken, sondern Tütensuppen. Das Ergebnis gleicht sich im Grunde genommen unserem Ergebnis: beim Einkauf solltest du immer die Zutatenliste und die Nährwertangaben auf der Rückseite der Verpackungen beachten! Lass dich nicht von bunten Siegeln täuschen, sondern vergleiche die angegebenen Zahlen.

Tütensuppen im Check!

Sicherlich sind Tütensuppen jetzt nicht DAS Lebensmittel schlechthin. Gerade, weil sich Suppen recht einfach selbst machen lassen. Dennoch greifen viele Menschen aus Bequemlichkeit auf die fertigen Zutaten zurück. Hier kann es jedoch ein böses Erwachen geben. Die Verbraucherzentrale Bremen hat sie gecheckt, die kleinen Tütchen.
Und was sollen wir sagen? Salz war meist reichlich enthalten – Jodsalz nur bei weniger als der Hälfte der Produkte. Beim Geschmack wird kräftig nachgeholfen, viele Suppen enthielten Hefeextrakte oder Aromen. Und am Ende gibt es dann auch (wiedermal) das Problem mit den verschiedene Bezugsgrößen bei den Grundpreisangaben und Nährwertangaben.
Doch kommen wir zu dem Test: Die Verbraucherzentrale Bremen hat 37 Tütensuppen aus dem Online-Handel und aus Läden vor Ort miteinander verglichen, davon neun Buchstabensuppen, 14 Tomatencremesuppen und 14 Pilzcremesuppen.
Keine Suppe kommt ohne Salz aus. Im Durchschnitt enthielt eine Portion Suppe zwei Gramm Salz. Eine Portion entspricht einem Teller Suppe. Den höchsten Salzgehalt wies eine Tomatencremesuppe mit 3,25 Gramm Salz pro Portion auf. Die empfohlene Salzzufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt bei maximal sechs Gramm am Tag. Mit einer Portion dieser Tomatensuppe ist bereits die Hälfte der empfohlenen Salzzufuhr erreicht. Nur 17 Suppen enthielten Jodsalz. „Die Jodzufuhr in Deutschland ist aktuell rückläufig“, sagt Sonja Pannenbecker, Referentin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bremen. „Für eine ausreichende Versorgung mit Jod sollten Verbraucher:innen auch auf die Verwendung von jodiertem Speisesalz achten“, erklärt sie weiter.
Positiv: Keine der Suppen enthielt Zusatzstoffe aus der Gruppe der Geschmacksverstärker. Bei zwei Drittel der Suppen halfen dafür Aromen beim Geschmack nach. Hefeextrakt ist eine Zutat, die aus Bäcker- oder Bierhefe gewonnen wird und von Natur aus die geschmacksverstärkende Substanz Glutamat enthält. Na bumm!
In den Zutatenlisten von 26 Suppen war Hefeextrakt aufgeführt. Zwölf Produkt warben mit „ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“. Bei elf davon war allerdings Hefeextrakt in der Zutatenliste aufgeführt. „Da Hefeextrakt gesetzlich nicht zu den Geschmacksverstärkern gehört, sondern eine Zutat ist, ist das Werben mit solchen Aussagen erlaubt. Allerdings kann die Aufschrift „ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“ erwarten lassen, dass auch kein Hefeextrakt enthalten ist“, so Sonja Pannenbecker. Einige Suppen enthielten weitere Zusatzstoffe, wie Säuerungsmittel, Verdickungsmittel oder Antioxidationsmittel. Auffällig war, dass bei längeren Zutatenlisten häufiger Zusatzstoffe aufgeführt waren.

Wenig „Echtes“

Aber was ist nun wirklich „Natürliches drin? Nun, im Durchschnitt enthielt eine Tomatensuppe pro Portion nur 6,4 Gramm Tomaten. Zum Vergleich: eine Cherrytomate wiegt ca. 20 Gramm. Wer selber kocht, hat ungefähr 30-mal mehr Tomate auf dem Teller. Das können wir uns bei der Zubereitung von Lebensmitteln generell merken! Auch die Pilzgehalte der Pilzcremesuppen waren gering: Eine Portion enthielt im Schnitt ein Gramm Pilze. Eine selbst gemachte Suppe enthält ungefähr 75 Gramm.
Und am Ende gestaltet sich dann auch der Preisvergleich schwierig. Die Buchstabensuppe war mit durchschnittlich 0,31 Euro pro Portion am günstigsten. Der gesamte Durchschnittspreis lag bei 0,4 Euro. Für Verbraucher:innen ist der Preisvergleich schwierig. Der Grundpreis war mal als Preis pro 100 g Suppenpulver und mal pro Liter fertiger Suppe angegeben. Die Unternehmen behielten bis auf eine Ausnahme eine einheitliche Angabe des Grundpreises bei. Somit ist der Preisvergleich nur unter den Produkten des gleichen Anbieters leicht möglich.
„Beide Kennzeichnungen sind erlaubt. Allerdings macht das die Suppen schwer vergleichbar“, bemängelt Sonja Pannenbecker. Auch die Portionsmengen einer Tütensuppe variierten zwischen zwei und vier Stück. Auffällig waren die fehlenden Mengenangaben des Tüteninhalts auf einigen Suppen, was jedoch erlaubt ist. Dennoch ein Problem, was im Allgemeinen häufig bei Lebensmitteln zu finden ist.
Der Preis sagt nicht zwingend etwas über die Qualität aus. Die Suppen mit dem Bio-Siegel waren etwas teurer und enthielten oft mehr Gewürze. Bezüglich der Nährwerte unterschieden sich die Bio-Suppen von den konventionellen Suppen kaum.

Lebensmittel selbst zubereiten!

Es ist wie es ist. Ob bei Haferflocken oder auch Tütensuppen, es empfiehlt sich, anhand der Basiszutaten die Produkte selber zu machen. Der größte Vorteil liegt darin, dass du die volle Kontrolle über den Inhalt hast. Nicht zu viel Salz, nicht zu viel Zucker, keine Geschmacksverstärker oder Basiszutaten, die wie Geschmacksverstärker wirken. Gerade Suppen sind sehr einfach zubereitet, da müssen wir uns nichts vormachen. Also ran an die Töpfe!
 


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