BAMF-Forderung „Lass dich besamen“ ist ein Fake!

Andre Wolf, 8. April 2019
Dieses Inserat gibt es nicht.
Dieses Inserat gibt es nicht.

„Lass dich besamen damit deine Kinder in wenigen Jahren nicht rassistisch verfolgt werden“[sic].

Dieser Satz provoziert auf einem Sharepic. Er ist sichtbar neben dem Logo des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angebracht. Über dem Satz sieht man eine blonde Frau mit heller Hautfarbe, umringt von mehreren Männern mit dunkler Hautfarbe. Die Männer schauen die Frau interessiert an.

Die dargestellte Szene erweckt natürlich ein bestimmtes Gedankenbild (Mindsetting): Deutsche Frauen sollen sich lüsternen Migranten unterwerfen und mit ihnen den Geschlechtsakt vollziehen. Der in roter Schrift dargestellte Satz „Lass dich besamen damit deine Kinder in wenigen Jahren nicht rassistisch verfolgt werden“[sic] verschärft dieses Bild sogar, da er eine zynische Botschaft trägt.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Diese Botschaft ist recht deutlich und basiert auf den Narrativen des Bevölkerungsaustauschs: Wer sich dem Austausch, bzw. einer Überfremdung nicht beugt (hier: durch das Zeugen von Kindern mit Migranten), wird in Zukunft selbst eine verfolgte Minderheit sein.

Lösen wir auf

Dieses Bild in Form eines Inserats ist ein Fake. Es stammt nicht vom BAMF. Es steht auch in keiner Verbindung mit dem BAMF, sondern nutzt das Logo missbräuchlich. Beginnen wir mit der Herkunft des Bildes:

Der obere Teil des Bildes zeigt die Pornodarstellerin Hillary Scott. Es handelt sich um ein Foto, welches beispielsweise als Cover zum Film „Hole in the dark (The Candy Shop)“ genutzt wird (vergleiche hier).

Das gesamte Sharepic trägt rechts in der Mitte den Satz „In Satira by Uwe Ostertag“. Diesen Schriftzug findet man in der Regel dann wieder, wenn es sich um eine Bildkomposition aus den Händen von Uwe Ostertag handelt. Bei Ostertag handelt es sich um einen selbsternannten Troll (vergleiche). Er nimmt gerne tendenziös aktuelle Themen und legt dann Politikern oder Institutionen Zitate in den Mund, die sie nie gesagt haben. Diesen Vorgang deklariert er als Satire, es ist jedoch sehr zweifelhaft, ob hier wirklich eine Satire vorliegt (vergleiche).

Ungewöhnlich ist hier lediglich die Platzierung des Schriftzugs „In Satira by Uwe Ostertag“, da dieser sich auf anderen Sharepics von Ostertag im Regelfall am Bildrand oben oder unten befindet.

Hinweis

Das Bild wurde nicht zum ersten Mal in einem falschen Zusammenhang verwendet. Es dürfte sich augenscheinlich recht gut eignen, um Ressentiments zu schüren, so dass es bereits im August 2016 in einem recht ähnlichen Kontext auftauchte (wir haben berichtet).

 


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
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