Kriminelle Asylbewerber einzig die Schuld der Deutschen? Fake!

Andre Wolf, 14. November 2018
Kriminelle Asylbewerber einzig die Schuld der Deutschen? Fake!
Kriminelle Asylbewerber einzig die Schuld der Deutschen? Fake!

Manche Sharepics tauchen einfach immer wieder auf und sie werden trotz aller hartnäckigen Wiederholungen dennoch nicht wahrer.

So wie ein Sharepic, welches die SPD Politikerin Aydan Özoğuz zeigt und ihr einen Satz in den Mund legt, den sie nie gesagt hat. Es handelt sich dabei um folgenden Satz:

„Das [sic!] Asylbewerber kriminell werden, auch unter Umständen Raub begehen, dass [sic!] ist Einzig und Allein die Schuld der Deutschen, weil deren Spendenbereitschaft sehr zu wünschen übrig lässt.“

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Dieses Sharepic hat mittlerweile eine kleine Veränderung hinter sich, welche es erschwert, seine Herkunft zu erkennen. Wie bereits erwähnt, ist das, was dort auf dem Meme zu lesen ist, nie von der Politikerin gesagt worden. Dieser Text wurde ihr lediglich in den Mund gelegt und das schon vor längerer Zeit, denn diese Form des Memes ist lediglich eine veränderte Form eines älteren Sharepics:

Dieses ursprünglichere Sharepic, welches seit mehreren Jahren im Netz spukt, zeigtt seine echte Herkunftsangabe: „In Satira by Uwe Ostertag“.

Das Phänomen hat also einen eigenen Namen – es ist ein „Ostertag“.

Was ist ein “Ostertag”?

Urheber ist der berühmt-berüchtigte, selbst ernannte Internet-Troll Uwe Ostertag, der seit Jahren seine Anhängerschaft und die Justizbehörden mit derartigen Fake-Botschaften auf Trab hält.

Er beschränkt sich dabei keineswegs auf die Stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende, allerdings stehen stets der Umgang der Regierung mit Migration, Flüchtlingen und Integration im Mittelpunkt seiner mehr oder weniger originellen „Memes“, die ebenso zahlreich wie perfide sind.

Um Ostertag schart sich eine nicht unbeträchtliche Seilschaft aus gleichgeschalteten Vertretern der rechtspopulistischen Szene, die, so liest man es in Forenbeiträgen, die hanebüchenen Behauptungen für bare Münze oder als Wasser auf ihre Mühlen verstehen.

Der Verfasser selber versteht seinen Ansatz angeblich eher als „satirisch“; zusammen mit den wohl nicht ganz unbeabsichtigten orthographischen Schnitzern sorgt sein Stil dafür, dass schon der gesunde Menschenverstand sich weigert, hier in erster Linie gezielte Propaganda zu unterstellen.

Dennoch sollte man sein Tun nicht unterschätzen; weiß er auch vermutlich recht gut, was er tut, so gilt das für die Mehrheit seiner Gefolgschaft wohl in keiner Weise.

Von einem „harmlosen Spaßvogel“ ist Ostertag jedenfalls Lichtjahre entfernt; mit Hilfe seiner zahlreichen Anhänger und Seilschaften gründet er überall im Netz neue Brutstätten dumpfer Ressentiments und menschenverachtender „Communities“.

Teile dieses Artikels stammen aus einem Artikel von Dagmar K. – mimikama.at


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