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Teil 3

Was bisher geschah:

Das Ehepaar Henriette und Giesbert befinden sich auf einer Urlaubsreise am Nordseestrand, in einer Rückblende erfahren wir mehr über die ersten Monate und Jahre der beiden Protagonisten.

„Q-Bert, bist du es wirklich?“ – nicht, dass Giesbert so ausgeschaut hätte wie die damals recht beliebte Spielfigur, aber Henriette fand den Namen Giesbert für einen jungen Mann wohl einfach unpassend und naja ein klein wenig wollte sie ihn sicherlich mit dem Spitznamen auch necken. Er fand keine Worte, sondern nickte nur schüchtern.

„Japp, du bist es, immer noch redselig, man kommt ja fast nicht zu Wort!“ Sie lachte, glockenhell klang es in seinen Ohren; oh ja er erinnerte sich, ihr Lachen hatte ihm immer gefallen.

Sie nahm ihm das Glas aus der Hand, stellte es auf das Mäuerchen neben ihn und fiel ihm erstmal um den Hals.

„Wenn du wüsstest, wie sehr ich mich freue dich zu sehen!. Irgendwie ist dieser Ort ohne dich nur halb so unterhaltsam. Also, nicht, dass meine Freundinnen langweilig sind, ganz im Gegenteil, wir haben durchaus Spaß, aber irgendwie ist es mit ihnen anders, nicht schlechter, nur eben anders.“ Die Worte sprudelten nur so aus ihr hinaus.

„Wir waren so oft gemeinsam hier, ich glaube ich habe die Mädels so langsam aber sicher echt genervt mit ‚hier haben wir dies gemacht, dort das‘. Für sie ist es ein Reiturlaub und für mich, trotz meines noch recht jungen Alters, eine Reise in die Vergangenheit, und da gehörst du zu diesem Ort, wie … wie…“ Sie dachte nach.
„Kuhschiet auf die Wiese?“ versuchte Giesbert auszuhelfen.
Sie stutzte, legte den Kopf auf die Seite- nahm er sie auf die Schippe, oder meinte er das ernst; sie war sich bei ihm da nie so ganz sicher, dann nickte sie.
„Ja, nur nicht ganz so breiig platt und weniger geruchsintensiv, wenn du geduscht hast.“
Sie rutschte auf das Mäuerchen neben ihn.

Vor ihnen tauchten zwei junge Frauen auf.  „Willst du ihn für dich behalten, oder stellst du uns vor?“
„Q-Bert, das sind Valerie und Yvonne.“
„Ah, der sagenumwobene Q-Bert. Hupst du auch?“
Das konnte ja heiter werden, Giesbert merkte, wie seine Ohren anfingen warm zu werden.
„Sag bloß, er bekommt jetzt schon rote Ohren?“ Valerie beugte sich vor.
„Ich mag ihn,“ stellte Yvonne fest.

„Warum?“ fragte Valerie.
„Er ist schüchtern, nicht so laut und aufdringlich wie die anderen, die hier rumlaufen, und mit seinen roten Ohren im Dunkeln recht gut zu finden.“
„Auch wieder wahr,“ nickte Valerie, „so gesehen eine recht praktische Eigenschaft.“

„Also, wenn es nach mir geht,…“ begann Yvonne..

„…darfst du ihn behalten, aber du musst dich selber um ihn kümmern.“, vollendete Valerie den Satz.
„Das muss gefeiert werden, endlich, Z, ich dachte schon wir würden heute gar keinen Grund mehr finden. Ich hol‘ Getränke.“ Yvonne schwebte hüftschwingend von dannen.

„Was verschlägt dich an die Küste?“
„Jugendzeltlager…“ Giesbert nippte an seinem Glas.
„Bist du da nicht langsam zu alt für?“ Henriette knuffte ihn in die Seite.
„Ich wurde gebeten als Betreuer mitzufahren.“
„Warum das denn?“
„Weil sie es mir aufgrund meiner zahlreichen, lobenswürdigen Einsätze, meines  Engagements, meiner Selbstdisziplin, meines Verantwortungsbewusstseins undFührungsstil, meiner Persönlichkeit und vor allem meines sensiblen Umgangs mit Jugendlichen…“
„Sie hatten also niemand anderen für diese Fahrt?“ unterbrach Henriette ihn.
„Naja, die Alternative wären semibegabt singende Jugendliche an Lagerfeuern in der mitteldeutschen Waldlandschaft gewesen.“

„Japp,“ nickte Henriette, „und plötzlich erkennt man den Reiz der Küste.“
„Hier hat es ja auch ein besonderes Reizklima.“
„Das erklärt warum einige der Einheimischen so gereizt sind.“
„Ich finde einige von ihnen ganz reizend.“
„Haben wir das Thema jetzt genug ausgereizt?“
„Getränke gefällig?“ unterbrach Yvonne die beiden und hielt ihnen ein Tablett entgegen.„Danke, sehr reizend,“ Giesbert nahm sich ein Glas und zwinkerte Henriette zu.

„Und was treibt euch hier her? Also in den Ort allgemein, nicht ausgerechnet heute Abend.“
„Reiturlaub, wir wollten einfach mal zwei Wochen so viel wie möglich Zeit auf einem Pferderücken verbringen und heute Abend – Langeweile.“ Valerie antwortete für alle , die anderen beiden nickten.

So plauderten sie den Abend und einen Teil der Nacht dahin, zumindest Henriette und Giesbert; die beiden anderen entschwanden hin und wieder mit dem einen oder anderen Betänzer in Richtung der provisorischen Tanzfläche.

„Was machst du eigentlich, wenn du nicht die Kinderreisen betreust? So rein beruflich, du wolltest ja immer was Handwerkliches machen, auch wenn meine Sandburgen eindeutig schöner waren.“

„ÖD“

„Wie öd? Wenn es dir keinen Spaß macht, dann such dir doch was anderes.“

Neiiin, Ö D.“

„Ja, habe ich schon verstanden ÖDE. Ach so, langweilt dich das Thema Arbeit und Beruf, weil du eigentlich Ferien hast?“

„Nein, Nettie, öffentlicher Dienst – ÖD.“

„Stimmt, der ist schon reichlich öde, aber was genau im öffentlichen Dienst? Abschmecker im Klärwerk?“

„Fast, ich bin bei den Wasserwerken. Nichts Aufregendes und du?“

„Kinderbetreuung.“

„Hey super, dann kannst du ja die Kinder übernehmen und ich leg ich an den Strand.“

„Wie jetzt? Ohne mich?“

„Na, du musst doch auf die Kinder aufpassen.“

„Die DU mit angeschleppt hast, überhaupt finde ich es nicht in Ordnung, dass du Kinder mit in die Beziehung bringst.“

„Ach, jetzt haben wir plötzlich eine Beziehung?“

„Du hast doch die Mädels gehört, ich darf dich behalten!“

„Werde ich auch gefragt?“

„Warum? Du hast doch Kinder du musst doch froh sein, wenn dich überhaupt noch eine nimmt.“

„Na, ihr zwei, erste Krise?“ Valerie schaute mal wieder vorbei.
„Stell dir vor, er hat schon Kinder!“ Henriette schluchzte theatralisch.

„Nein.“

„Doch, ein ganzes Zeltlager voll.“

„Nein.“

„Doch, und bestimmt alle von verschiedenen Müttern.“

„Nein.“

„Doch.“

„Echt?“ Valerie schaute Giesbert strafend an. „Irgendwelche halbwegs einleuchtenden Erklärungen?“

„Zu den Kindern, den Zelten, oder den Müttern?“

„Fang an zu reden, oder…“

„Oder was? Hab ich was verpasst?“ Yvonne stieß zu der Gruppe und hockte sich vor das Mäuerchen.
„Stell dir vor, er hat schon Kinder,“ klärte Valerie sie auf.

„Oha, fleißig und wie viele?“

„Gute Frage,“ Valerie hob eine Augenbraue und sah Giesbert an.

„Hier jetzt so 20.“

„20? Alter Falter, rote Ohren aber faustdick dahinter. Moment, hier jetzt mit, sind da etwa noch mehr und wenn ja wo?“

„Nochmal 20, im mitteldeutschen Wald.“

„Im Wald? Ausgesetzt?“

„Nein, auch im Zeltlager.“ Giesbert schaute auf Henriette, „Wald, Zeltlager, Gitarre, minderbegabte Sänger, deshalb Küste.“

„Ok, Spaß beiseite, aber singen die hier im Zeltlager nicht?“

„Nein, da sind ja genug andere Jugendliche drum herum, da muss man sich nicht selbstbelustigen.“

„Ah, verstehe, also jeden Tag Strand?“

„Nicht ganz, viel Strand, aber eben auch mal ein Ausflug in die nähere Umgebung, Museen.“

„Museen? Kultur und Jugendliche? Wie sind die denn drauf?“

„Kommt ganz auf das Museum an. Schifffahrt geht eigentlich immer, oder die Mumien im Bleikeller.“

„Ja, ok sowas zieht. Apropos zieht, ich glaub es zieht Regen auf, wir sollten zusehen, dass wir noch trocken in die Gemächer kommen. Sehen wir uns morgen?“

„Gerne, wenn du willst, wir sind ungefähr hier am Strand, da wo es laut ist und die Kinder kreischen, eigentlich nicht zu verfehlen.“

„Ok, mal sehen ob die Pferde hier lang wollen, schlaf gut.“

Henriette zögerte einen Moment, zog Giesbert dann zu sich und gab ihm einen Kuss, „Sonst warte ich da noch bis zum Sankt Nimmerleinstag drauf.“

Japp, Giesbert hatte wieder rote Ohren, die leuchteten bis spät in die Nacht hinein, er hatte fast den Eindruck, der Regen würde darauf verdampfen, so heiß fühlten sie sich an, er jedoch fühlte sich wohl, aber mal so richtig wohl.

– Fortsetzung folgt –

Teil 1

Teil 2

 

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