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Mimikama-Kolumne: “Ich sitze hier am Kopfende meines Tisches”. Bei dieser Kolumne, werden Themen aus dem Netz mit einem Hauch Ironie beleuchtet. Von Jens H., mimikama.at

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Zur Feier des Tages gibt es Obstsalat

Da sitze ich hier am Kopfende meines Tisches freue mich des Lebens, draußen scheint die Sonne, die Vögel twittern (neudeutsch ausgedrückt) ihre fröhlichsten Lieder, Schmetterlinge tanzen, Bienen landen auf den Blüten, Hummeln auch, wenn auch weniger elegant.

Ja, es verspricht ein wundervoller Tag zu werden, oder versprach es zumindest bis gerade eben, da fiel mein, eben noch heiterer Blick auf den Bildschirm über den soeben die Nachricht flackerte „HIV infizierte Bananen“, bitte was?

In Gedanken verabschiede ich mich von den Bananen für den geplanten Obstsalat. Dann halt ein Müsli mit Äpfeln aus dem eigenen Garten, Nüssen aus nachhaltigem Anbau und ein paar Orangen, da kann mir mit Sicherheit nichts mehr passieren.

Doch dann, blankes Entsetzen meinerseits, gerade habe ich meine erste Blutorange geschält, da flackert mein Bildschirm erneut auf „HIV infizierte Orangen“ – genau wie die Bananen sollen auch die Orangen durch HIV infiziertes Blut verunreinigt worden sein. Heftig, unfassbar, Wahnsinn und noch ein paar andere reißerische Floskeln durchfluteten meinen Hirnwindungen, doch langsam und gemächlich fand ein anderer weitaus beängstigenderer Gedanke seinen Weg in den Vordergrund meiner Gefühlswelt, da steht „mit Blut“.

Ich schaue auf meine Hände an denen das selbige einer eben frisch gehäuteten Blutorange klebt, Blutorange… Kaltes Grauen umklammert, mit noch kälteren Händen, mein Herz. Warum muss ich ausgerechnet heute eine Blutorange essen wollen? Bei einer orangen Orange hätte ich ja vielleicht noch Chancen gehabt, sieht man ja auch auf den Bildern im Internet, da kann man ganz deutlich das infizierte Blut erkennen wie es in der orangen Orange auf seine Opfer lauert, aber in meiner Blutorange, da ist eh alles rot.

Was mach ich denn jetzt bloß? Das blanke, eisige Entsetzen schnürt mir fast die Kehle zu, ich versuche mich zu erinnern, habe ich mir beim Schälen der Blutorange die Finger abgeleckt? Ist es vielleicht schon zu spät für mich? Bin ich geliefert? War es das jetzt?

Echt traurig

Mir ergreift eine gewisse Traurigkeit, eigentlich mochte ich mich, meinen Platz hier am Kopfende meines Tisches habe ich auch liebgewonnen und jetzt schaufelt mir eine Blutorange vielleicht mein Grab, doch halt ich will ja eine Seebestattung, da kann sie jetzt aber lange Schaufeln die blöde rotgemaserte Orange. Da stellt sich jetzt so ganz nebenbei eine Frage, wenn ich einen Sarg oder eine Urne in die Erde vergrabe, also einkuhle, dann spricht man auch von einer Beerdigung, wenn ich das auf See erledige, ohne Schaufel und so, ist das dann eine Bewässerung?

Zurück zum Thema

Mit zwei Fingern nehme ich den Gedanken und setze ihn vor die Tür, so komme ich einfach nicht weiter, immer diese Ablenkungen. Ich rolle mal eben die Hände waschen und überlege ob ich nur einen oder gleich zwei Äpfel essen soll. Nach dem ersten Bissen vom ersten Apfel, ich werde wieder ruhiger, kommen mir die Ansteckungsrisiken bzgl. HIV langsam wieder in den Sinn. Moment, leise Hoffnung keimt auf, ich kaue auf meinem Apfel und schüttele bekümmert meinen Kopf, wie konnte ich mich nur so heftig verwirren lassen, der HIV Erreger hat außerhalb des Körpers eine weitaus geringere Lebenserwartung als zum Beispiel eine Eintagsfliege, der hält nicht lange durch, also selbst wenn meine Blutorange infiziert worden wäre, wäre ich niemals ernsthaft in Gefahr gewesen, erleichtert lecke ich mir dann doch die Finger ab und schmecke Seife, habe ich doch tatsächlich erfolgreich verdrängt, dass ich zwischendurch die Hände gewaschen habe. Egal, her mit den Bananen, Orangen, Äpfeln, Nüssen und Kiwis, heute gibt es Obstsalat.

Dennoch versichere ich Euch – es wird böse enden.

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