Ich sitze endlich mal wieder hier am Kopfende meines Tisches, schlechtes Gewissen plagt mich und ich könnte hier ordentlich einen über das unnachgiebige Schicksal herum lamentieren, wenn es denn etwas nutzen und nicht nur zu einen schriftgewordenen „Amen – Clickbaiting“ führen würde. Also lasse ich es bleiben, freue mich, dass von meinen Lesern immer noch einige da sind und erhebe meine schriftliche Stimme, um, ja was denn eigentlich?

Karma is a Bitch aber sowas von

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Eigentlich wollte ich mich an dieser Stelle über die neuen im Bundestag auslassen, nicht über diese rechtsradikalen, ja die sind auch neu und sondern verwunderliche, bizarre und teilweise menschenunwürdige Zitate ab. Nein, mir waren die Neuen der ehemals etablierten und ehemaligen Volksparteien ins Auge gesprungen. Flugtaxis und dergleichen, es hätte so schön viel zu besprechen gegeben, der Text war angefangen, in meinem Kopf tobte ein reger Schlagabtausch der verschiedenen Gedankengänge und dann… dann raffte mich die allgemeine Grippewelle dahin und warf mich schwungvoll, aber wie ich an dieser Stelle anmerken möchte, nicht ohne eine gewisse Eleganz meinerseits, auf das häusliche Krankenlager.

Natürlich überholten mich dann mehr oder weniger zügig die Ereignisse und die Realität, ich verwarf meinen Text, aber seid versichert, ich werde die Bande durchaus im Auge behalten, wobei das schon irgendwie ungesund klingt, einen Spahn im Auge, aber gut da muss ich durch. Jeder weiß, Angela Merkel hat einen ihrer Kritiker auf einen der undankbarsten Posten im Kabinett gesetzt, ihn sozusagen voll in den Wind gestellt. Natürlich versucht sich ein Politiker immer auch mit markigen Worten einen Namen zu machen und fürwahr mit Ruhm bekleckert haben sich alle auf der neuen Bank verbal zumindest nicht. Wir müssen ihnen auch gar keinen Vertrauensvorschuss mit auf den Weg geben, nur gleich daran rumkritteln sollten wir vermeiden, eine Chance geben, es zumindest zu versuchen es besser zu machen? Vielleicht.

Aber was wir ganz bestimmt machen sollten, sie nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten messen und für diese haben sie ja noch ein paar Jahre Zeit.

Eines muss man ihnen allerdings neidlos zugestehen, sie haben bereits soviel verbalen Sondermüll verbreitet, dass man vermutlich am Ende der Legislaturperiode rückwirkend sagen wird „Ach, so schlecht war es doch gar nicht, da hatte ich zu Beginn schlimmeres befürchtet.“

Damit habe ich, unbemerkt, wenigstens den Schlussakkord meines verworfenen Beitrages noch unters Leservolk gebracht.

Der aufmerksame Leser wird an dieser Stelle merklich unruhig, was meint der Schreiberling eigentlich mit der Überschrift?

Nun, sportlich wie ich bin, meine ich nicht DIE Bayern, die sind ja durchaus eine multikulturelle Truppe, klar mag man über sie streiten können, allerdings nicht hier und jetzt. Ich bin bei den Bayern, genauer bei der CSU, die hat es seit geraumer Zeit fürchterlich im Kreuz, aber nicht mittig sondern eher so halb schräg rechts, von dort saß ihr, also der CSU, nämlich die AfD im selbigen, also dem Kreuz und das ist schändlich und geradezu Landesverrat, so ein bajuwarisch regionaler Landesverrat, schließlich hat der Mao Tse Tung der Bayern, Franz – Josef Strauß dereinst gesagt „Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben.“ Ja, schon irgendwie blöd, dass dann da im Windschatten der CSU eigenen Selbstherrlich- und verständlichkeit die AfD wie Schimmelpilze am rechten Abgrund erwuchsen, sich Mühe gaben als demokratisch legitimiert zu erscheinen, von etlichen wirren Verfehlungen abgesehen, die mittlerweile soweit geführt haben, dass man sie mit richterlicher Genehmigung als rechtsradikal bezeichnen darf. Rechtsradikal, aber eben NOCH demokratisch legitimiert. Da dreht sich der Franz – Josef ja im Grab um, wenn seine CSU nicht langsam mal demokratisch legitimierte Gegenmaßnahmen ergreift.

Tolle Idee nur wie?

Geht man logisch an die Sache ran, oder nennen wir doch das Kind einfach beim Namen, politisch naiv, dann, so denkt es sich Klein Fritzchen, hört man sich die Sorgen der Bürger an und nimmt sich dieser Sorgen an. Arbeitslosigkeit, Rentenvorsorge, Gesundheit, Frieden, Umwelt – die Sorgen der Bürger sind mannigfaltig, aber real und greifbar und die meisten sogar begreifbar. Natürlich gibt es da regionale Unterschiede, der Küstenbewohner der niedersächsischen Tiefebene macht sich eher Gedanken über die Auswirkungen der Elbvertiefung auf die Umwelt als zum Beispiel der Bewohner der bayrischen Hochebene, weshalb es nach nicht allzu langem Nachdenken auch durchaus nachvollziehbar ist, dass die bayrische CSU bislang darauf verzichtet hat die Elbvertiefung als Punkt in ihrem Wahlprogramm zu verarbeiten. Wohingegen die Hangsicherung der einen oder anderen Bergflanke in regionalen Wahlprogrammen der CSU auftauchen könnte, vor allem wenn ein Stammwähler im Bereich eines eventuellen Hangabgangs wohnt. Macht sich schlecht auf diese Weise Wähler zu verlieren. Wobei dies durchaus die Begriffsfindung des Erdrutschsieges erklären könnte.

Kleiner Exkurs, bei uns in Norddeutschland nennt man die Berge Deiche, diese sind praktischer Weise zumeist lückenlos nebeneinander aufgestellt, was überwiegend dazu führt, dass der blanke Hans (für Binnenländler – es handelt sich hierbei nicht um eine Sturmflut, sondern es beschreibt die Nordsee bei Sturmfluten also Blanker Hans ist die Nordsee bei Sturmflut, ok?) eben nicht ins eingedeichte Gebiet schwappt. Berge hingegen haben Lücken, sind sinnlos hoch und versperren die Aussicht, aber immerhin haben sie die regionalen Parteiverbände schon mal was für das Parteiprogramm. Deiche sind so wichtig, die stehen selten in Parteiprogrammen, da gibt es eine eigene Behörde für. Jedes Jahr gibt es eine Deichschau, da belaufen ausgewählten Gremien und deren Mitglieder den Deich und gucken, ob er noch da ist…. Neiiiin, es geht dabei um Deicherhöhung, Ausbesserung etc. eben den Erhalt und die Sicherung des Deiches. Hauke Haien lässt grüßen.

So, zurück zum naiv politisch Gedachten, man bekommt also von der Basis und aus den Ortsverbänden mit etwas Glück gemeldet, was dort im Einzelnen für Sorgen vorrätig sind, daraus könnte man jetzt mit etwas Fingerspitzengefühl, Empathie und Aufwendung von mentaler Arbeit ein Programm entwickeln, welches nicht nur den Wähler versehentlich anspricht, sondern auch gleichzeitig deren Sorgen aufnimmt und ihm zeigt „wir kümmern uns“. Jedoch geht dieser Kontakt von politischer Führungsetage zum politischen Auftraggeber (dem Wähler) bzw dem Mächtigen (Alle Macht geht vom Volke aus) mehr und mehr in die Binsen. Vor allem in Bayern so scheint es.

Deshalb betrachten wir einfach mal die Herangehensweise der CSU.

Die, also die CSU, macht es sich nämlich denkbar einfach, sie gibt die Wähler, die eher politisch links angesiedelte Parteien wählen, per se als verloren und Querulanten auf und widmet sich vollumfänglich der von Franz – Mao übertragenen Aufgabe, der Vernichtung aller demokratisch legitimierten Parteien rechts von der CSU. Dort wohnt jedoch einzig und allein, wie bereits erörtert, der politische Schimmelpilz AfD. Die Strategen der CSU ersparten sich den mental erschöpfenden Prozess der Differenzierung und Ergründung der Beweggründe der Schimmelpilzwähler und schauten einfach dem Schimmelpilz ins Poesiealbum, dort wurde mehr oder weniger geschickt dem Wähler eine „Wir gegen Die“ Mentalität eingetrichtert, zum Glück nicht allen Wählern aber leider doch zu vielen. Wobei für sich gesehen haben wir alle diese Mentalität bis zu einem bestimmten Punkt in uns, sonst könnten nicht Millionen jedes Jahr ihre Zeit vor den heimischen Bildschirmen verbringen um sich die mehrstündige Werbesendung im US Fernsehen anzuschauen, die von Musik und Sport unterbrochen wird und sich Superbowl nennt. Wie spannend wäre denn bitteschön ein Football Spiel wenn nicht die Defense versuchen würde die Offense an ihrem Versuch zu hindern mit vier Züge zehn Yard zu überwinden, sondern stattdessen alle friedlich auf dem Rasen sitzend über die Vorzüge von Kuhfladen bei der Behandlung von Minderbartwuchs diskutieren würden.

Die Strategen lasen und die CSU zuckelte in den Aktionismus, mehr Macht der Polizei, kommt sofort – zack neues Polizeiaufgabengesetz.

War dieser Ansatz der Wählerabwerbung noch relativ subtil bewiesen die Mentalmonster der CSU, dass sie auch hochoffiziell vor dem rechtsradikalen Schimmelpilz und dem ihm innewohnenden Gedankengut zu Kreuze kriechen können. Eine der Ängste die aus dieser Ecke dem sich ohnehin übervorteilt vorkommenden Wähler eingetrichtert wurde, ist die vor Fremden, besonders denen mit einer anderen Religion. Religion geht immer, damit kann man wunderbar Schindluder treiben. Das hat schon früher super geklappt, da haben auch einige Großkopferte ihrem Fußvolk eingetrichtert die heilige Stadt wäre in Gefahr und müsste aus den Händen von, wer auch immer dort gerade was zu sagen hatte, befreit werden. So zogen sie dann los, das Fußvolk zu Fuß, sonst wäre es ja auch Stilbruch gewesen, die Großkopferten zu Pferd, ein Bild wie beim Viehtreck nach Abilene, eine Herde Rindviecher umschwärmt von Cowboys.

Die Zeit der Kreuzzüge ist historisch betrachtet sowieso eine recht interessante, das zu Fuß gehende Fußvolk marschierte auf einer Art Vorläufer der Balkanroute (mit leichten Abweichungen im Südverlauf) südwärts um dem Aufruf zur Befreiung Jerusalems zu folgen. Immer dem geistigen, und geistlichen Credo „Gott will es“ nacheilend, selbstredend weitestgehend bibeltreu und glaubensfest. Die Jungs zu Pferd hingegen hielten es nicht alle so mit dem Glauben, den ideellen Werten, denen stand der Sinn durchaus nach weltlichem, Macht, Reichtum, Laster und Lust, sie banden ihren Frauen zu Hause Keuschheitsgürtel um und sahen damit ihren Teil der Treue ebenfalls als erledigt an. Die heiligen Stätten wurden nicht nur von den religiösen Besatzern befreit, sondern auch gleich noch von der Last des Monetären, um die ersteren kümmerte sich das Fußvolk das zweite schleppten die Reiter nach Hause, schließlich kann ein Pferd ja auch viel mehr tragen.

Wenn man es sich genau überlegt, hat ein Großteil der heutigen Politik eine gewisse Ähnlichkeit zu den Kreuzzügen, nehmen wir mal die rechtsradikalen Schimmelpilze, die wollen zwar nicht mehr die heiligen Stätten von den Ungläubigen befreien, warum auch, die kommen ja dankenswerter Weise hierher, teilweise über die bereits erwähnte Balkanroute, was jetzt wenn das gar keine Flüchtlinge sind, sondern nur Spätheimkehrer der Kreuzzüge? … Ich schweife ab, also die kommen zu uns, mit ihrem Glauben, der Glaube der bereits damals zur Befreiung der heiligen Stätten veranlasste, was liegt da näher als flugs das eigene Land zur heiligen Stätte zu erklären und wieder einmal gegen diesen Glauben zu ledern? Das Fußvolk angetrieben durch „Wir gegen DIE“ Propaganda schluckt den Köder und fängt an aufzubegehren. Während die Großkopferten auf ihren Pferden sitzen und warten. Auf nach Abilene.

An dieser Stelle möchte ich in aller Deutlichkeit darauf hinweisen, dass ich mitnichten die Wählerschaft, weder ganz noch in Teilen, mit den Rindviechern der Viehtrecks auf dem Chisholms Trail vergleiche. Mach ich nicht, tu ich nicht, werde ich niemals! So eine Kuh hat ja schließlich auch Gefühle.

Die Helden der CSU, um die geht es ja schließlich, sehen also Religion geht immer also berufen wir uns mal auf unsere Kreuzfahrerherkunft und nehmen das Kreuz auf, um es im gleichen Atemzug als traditionell verwurzelt in den bayrischen Amtsstuben an die Wand zu nageln. Das ganze hat aber durchaus einen subtilen Humor, wenn man sich mal die Historie einiger der höchsten Würdenträger der CSU anschaut, dann haben sie es mit dem heiligen Sakrament der Ehe nicht so sonderlich genau genommen, was irgendwie eher in die angefeindete Religion passen würde.

Dennoch wird jetzt das Kreuz vorerst in die Amtsstuben und Gebäude genagelt, damit ist das Fußvolk befriedigt – zumindest das aus der Schimmelpilzwählerschaft.

Irgendwie beschleicht mich das dumpfe Gefühl, die CSU hat damit nur eines im Sinn, nicht die ideellen Werte aus irgendeiner Tradition hoch halten, sondern schlicht das Wahlkreuz in die Amtsstube hängen, damit das  Fußvolk beim nächsten Mal kapiert „Es darf rechts von der CSU keine demokratisch legitimierte Partei geben!“

Wobei es sich lohnen wird das Grundgesetz einer genaueren Betrachtung zu unterziehen „es besteht keine Staatskirche“, wenn ich aber religiöse Symbole in die Amtsstuben nagel, dann ist dies ein Akt der Einsetzung des Christentums als Staatskirche und irgendwie gleichzeitig ein Verstoß gegen ein weiteres Grundrechts Art. 4 GG „Niemand darf aufgrund seines Glaubens diskriminiert werden.“ Hier würde ich die negative Religionsfreiheit in Anwendung sehen, die schon beim sogenannten „Kruzifix-Urteil“ Anwendung gefunden hat. Aber darüber werden sich in den nächsten Wochen die Gelehrten streiten dürfen, ich hoffe auf eine Verfassungsklage, weil mich der Ausgang dieser ernsthaft interessieren würde.

Was bleibt ist der schale Geschmack, dass die CSU den Glauben wieder nur instrumentalisieren will und das hat er nicht verdient.

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