Konjunkturprogramm Merkel: Kanzlerin empfiehlt Bitcoins?

Andre Wolf, 21. Oktober 2020
Merkel empfiehlt? Hinweis: Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder dient zur Auseinandersetzung mit der Sache.
Merkel empfiehlt? Hinweis: Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder dient zur Auseinandersetzung mit der Sache.

In einem Artikel, der sich als ZEIT-online ausgibt, wird von einem gigantischen Konjunkturprogramm durch Kanzlerin Merkel berichtet. Doch Vorsicht, das ist ein Fake!

Bundeskanzlerin Merkel ruft dazu auf, im Rahmen eines neuen 100-Milliarden-Euro-Plans in Bitcoins zu investieren? Genau das behauptet eine Webseite, die sich als ZEIT-online ausgibt.

Dieser Artikel wirkt zunächst wie ein ganz normaler Zeitungsartikel. Logo und Name einer bekannten Zeitung sind dort zu finden, eine aussagekräftige Schlagzeile liegt vor, aber auch ein recht ausführlicher Text mit vermeintlichen Quellen zu diesem Konjunkturpaket ist in dem Artikel zu finden.

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Der Artikel sagt aus, dass Merkel den Menschen empfiehlt, 225 € in eine automatisierte Handelsplattform zu investieren. Aus dieser Investition würde am Ende ein Vielfaches als Gewinn erzeugt wird.

Alles in allem optisch und inhaltlich vermeintlich eine runde Nummer und passt so, könnte man meinen. Das Problem liegt jedoch darin, dass dieser Artikel, sowie das die darin zu findenden Aussagen, völlig frei erfunden sind. Das Ziel eines solchen Artikels liegt darin, Menschen in eine teure Falle zu locken!

Merkel empfiehlt? Hinweis: Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder dient zur Auseinandersetzung mit der Sache.
Merkel empfiehlt? Hinweis: Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder dient zur Auseinandersetzung mit der Sache.

Faktencheck Merkel und die Milliarden

Nein, Kanzlerin Merkel empfiehlt nicht, in eine automatisierte Handelsplattform zu investieren. Der gesamte Inhalt ist eine pseudoredaktionelle Fake News. Der Inhalt wurde lediglich erschaffen, um ein überzeugender Köder für eine Falle im Internet zu sein.

Das Problem stellt nämlich die vermeintlich gewinnbringende Handelsplattform dar, die gar keinen Gewinn bringen dürfte, sondern aus der Erfahrung heraus die teilnehmenden Personen um das Startgeld prellt.

Und genau darin liegt auch das Ziel der pseudoredaktionellen Inhalte. Sie sollen Menschen blenden und am Ende davon überzeugen, in diese dubiosen Modelle zu investieren. Dabei werden sehr gerne prominente Personen als Köder genutzt, die übrigens rein gar nichts mit dem jeweiligen Artikel zu tun haben.

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Wichtig ist jedoch für die Verfasser dieser Inhalte, dass sie einen plausiblen Inhalt erfinden, der ebenso eine gewisse Aktualität hat und viele Menschen in ihren Sorgen oder Wünschen trifft. Das ist an dieser Stelle bei dem gefälschten Inhalt mit Angela Merkel gegeben!

Hier wird ein klarer Bezug auf die wirtschaftliche Lage vieler Menschen während der Coronapandemie aufgebaut und somit eine Betroffenheitslage erzeugt. Dadurch neigen mehr Menschen dazu, dem Inhalt Glauben zu schenken.

Mit vermeintlich persönlichen Aussagen der Kanzlerin wird diese Botschaft sogar noch verstärkt. Ein Beispiel soll der Tweet der Kanzlerin sein, der in dem Artikel abgebildet wird. Das Problem: Angela Merkel ist nicht auf Twitter vertreten, sie hat gar keinen Account. Der Tweet, der in dem Fake News Artikel verwendet wird, ist also ebenfalls eine Fälschung.

Merkel empfiehlt? Hinweis: Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder dient zur Auseinandersetzung mit der Sache.
Merkel empfiehlt? Hinweis: Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder dient zur Auseinandersetzung mit der Sache.

Zum Abschluss

Diese Form der Täuschung ist nicht neu und wir haben auch bereits mehrfach darüber berichtet (siehe hier oder hier). Der Ablauf dieser Täuschungen ist dabei immer identisch, lediglich die Nennungen der prominenten Personen variiert.

Es finden sich dazu Fake News Artikel mit Thomas Gottschalk, Günther Jauch oder sehr häufig den bekannten Personen aus der Sendung die Höhle der Löwen. Gemeinsam mit dem SWR und Thomas Gottschalk haben wir sogar einmal genauer auf diese Methode geschaut:


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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