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Barilla-Tester werden? Vorsicht vor der Facebookseite Pasta-Tester!

Kathrin Helmreich, 4. Oktober 2018
Barilla-Tester werden? Vorsicht vor Datensammlern!
Barilla-Tester werden? Vorsicht vor Datensammlern!

„Wir suchen den Barilla-Testern!“ [sic!]

Immer wieder erhalten wir Anfragen von Nutzern, die uns darauf aufmerksam machen, dass sowohl bei Facebook als auch bei Instagram immer wieder Werbung auftaucht, in der Tester für verschiedene Markenprodukte gesucht werden.

Quelle: Nutzeranfrage / mimikama.at
Quelle: Nutzeranfrage / mimikama.at

Wir suchen den Barilla-Testern!

Wir brauchen einen Tester für Barilla-produkte!

Doch Vorsicht! Hierbei handelt es sich in Wirklichkeit um Datensammler, die Nutzer auf diese Weise auf ihre Webseite locken wollen!

Der Faktencheck

Folgt man dem Link auf die externe Webseite, wird man gefragt, ob man denn überhaupt Barilla-Produkte mag, na no na net, wir klicken auf ja und gelangen hierhin:

Screenshot by mimikama.at
Screenshot by mimikama.at

Hier fällt uns die recht schlechte Rechtschreibung auf, die weder seriös noch vertrauenswürdig erscheint.

Nichtsdestotrotz – diese Fragerunde ist eigentlich unerheblich, denn egal welche Antworten man gibt, der Teilnehmende gehört immer zu den auserlesenen Testern, die ihre Daten preisgeben dürfen.

Screenshot by mimikama.at
Screenshot by mimikama.at

Dies geschieht in Form einer Eingabemaske mit dem Hinweis, dass man damit auch sein Einverständnis gibt, seine Daten einer langen Liste an Sponsoren zu überlassen.

Ferner lässt sich noch der Hinweis finden, dass Barilla G. e R. Fratelli auch weder der Veranstalter, noch der Sponsor dieses Gewinnspiels ist … warte … Gewinnspiel? Aus der Tester-Suche wurde also auch noch ein so genanntes Gewinnspiel?

Ob es tatsächlich etwas zu gewinnen gibt, bleibt offen. Unserer Meinung nach, ist es jedoch keine gute Idee Lead Spot Media seine persönlichen Daten zu überlassen.

Lead Generierer

Exakt DIESE Methode, nur eben mit anderen Gutscheinen als Köder, haben wir schön öfter gefunden. So sammeln neben Lead Spot Media auch andere Lead Generierer Daten – sehr zum Ärger der als Lockvögel genutzten Firmen. Bisher sind uns dabei meist Proleagion, adpublisher, red lemon media GmbH, Proleagion, 7sections GmbH und Planet49 aufgefallen.

Dem User wird etwas versprochen und vorgegaukelt, was gar nicht stimmt. Der Statusbeitrag erweckt beim User den Anschein, als könne er Autos, Süßwaren, Geschenkkarten oder in anderen Fällen z.B. Flugtickets gewinnen, doch dem ist nicht so. FINGER WEG von solchen “Gewinnspielen”! Niemand hat etwas zu verschenken.

Zusatzinformationen zum Thema Ködergewinnspiele:

Ködergewinnspiel bedeutet, dass man einen tollen Gewinn versprochen bekommt, z.B. 4 Freikarten für 300 Familien für den Heide-Park, am Ende aber lediglich auf inhaltlich entsprechende Provisionsprogramme verlinkt wird.

Insgesamt kann man also sagen, dass hier WhatsApp-Nutzer von ihren eigenen Freunden unbewusst verschaukelt werden, denn diese vorformulierten Nachrichten nutzen das Vertrauensverhältnis zwischen zwei Personen aus, indem sie suggerieren, dass die Nachricht von dem Bekannten persönlich verfasst sei und somit vom Empfänger als glaubwürdig eingestuft wird.

In diesen WhatsApp-Nachrichten ist eine konstruierte Webadresse angegeben, welche nicht dem vorgeschobenen Unternehmen gehört. Man muss an dieser Stelle überhaupt erwähnen: Namhafte Unternehmen stehen in keinerlei Verbindung mit diesen Ködergewinnspielen, haben auch rein gar nichts mit eventuell abschließend verlinkten Provisionsprogrammen zu tun!

Identischer Ablauf!

Da alle diese Gewinnspiele identisch ablaufen (ob da nun Knoppers, Adidas oder Haribo genannt werden), wiederholen wir an dieser Stelle die Erklärung zu der Funktionsweise:

Was hier passiert!

Man bekommt von einem Kontakt via WhatsApp die oben abgebildete Nachricht zugesendet! Es handelt sich bei dieser Nachricht um den sogenannten Gewinnspielköder. Dieser Köder gaukelt ein Gewinnversprechen vor und suggeriert, dass man im Grunde den Gewinn bereits in der Tasche habe. Die Betrüger ködern mit der Leichtigkeit der Teilnahme und locken auf eine Webseite. Der Köder ist der virale Einstieg in den Gewinnspielablauf. Sobald man dem Link folgt, öffnet sich eine Webseite auf dem Smartphone.

Diese Webseite zeigt sich als vermeintliches Gewinnspiel mit einer Fragerunde. Sie soll lediglich den Charakter eines Gewinnspiels vortäuschen. Wir nennen diesen Schritt auch die Brücke. Die Brücke zeigt sich in Form eines Fake-Gewinnspiels, in dieser Brücke wird einem zumeist der Gewinn direkt versprochen, es wird getäuscht und mit gefälschten Elementen gearbeitet.

Diese Brücke ist letztendlich auch eine illegale Komponente, da die gegebenen Versprechen nicht eingehalten werden und der Aufbau sowie die Darstellung sich geschützter grafischer Elemente bedienen. Das Corporate Design bestehender Firmen und deren Produkte werden gnadenlos ausgenutzt, auf der Brücke gibt man sich auch gerne als die dargestellte Firma aus. Ziel der Brücke:

a) Viralität erzeugen (Beispiel: Leite dieses Gewinnspiel an 20 Kontakte weiter).
b) Ein Link wird eingebaut, der zu dem vermeintlichen Gewinn führen soll.

Hier wird man übrigens auch aufgefordert, dieses Fake-Gewinnspiel an mehrere Kontakte bei WhatsApp zu senden.

Und so endet das Ganze:

Im dritten und abschließenden Schritt wird man auf ein sogenanntes Affiliate-Programm verlinkt. Man verlässt die Brücke über einen Link, der einen Partnercode beinhaltet, welcher zu einem Provisionsprogramm gehört. Es handelt sich hierbei um ein Affiliate, welches nach Möglichkeit inhaltlich mit dem in der Brücke verlaufenden Fake-Gewinnspiel korreliert. Wir nennen diese abschließende Verlinkung den Ausgang.

Merke: Der Ausgang selbst, also die Affiliates, auf die verlinkt wird, ist nicht illegal! Es handelt sich dabei um Geschäftsmodelle, bei denen der jeweilige Anbieter solcher Programme seine Vertriebspartner durch Provisionen vergütet. Diese Vertriebspartner werden vom Anbieter durch einen Identifikationscode erkannt, so dass jeder neu registrierte Teilnehmer an dem Affiliate Gewinnspiel auch dem Vertriebspartner zugeordnet werden kann.

Derjenige, der die Brücke gestaltet, entscheidet übrigens beliebig, welches Partnerprogramm er als Ausgang benutzt. Häufig finden wir auch Systeme vor, welche die Herkunft und die Geräteangaben des Teilnehmers auslesen und somit spezifisch auf unterschiedliche Provisionsprogramme leiten. Daher kann man nie eindeutig sagen, welches Provisionsprogramm am Ende aufgerufen wird, im schlimmsten Fall landet man auf dubiosen WAP-Billing Geschichten oder undurchsichtigen Abo-Serviceleistungen.


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