Kleinanzeigenbetrug: Das können Opfer tun

Kathrin Helmreich, 22. Juli 2020
Kleinanzeigenbetrug: Das können Opfer tun
Kleinanzeigenbetrug: Das können Opfer tun

Sie haben auf einer Kleinanzeigenplattform, wie ebay, willhaben und Co ein Produkt an einen Kriminellen verkauft? Sie haben den Betrug zu spät erkannt – das Paket wurde bereits aufgegeben?

Wie unser Kooperationspartner Watchlist Internet schreibt, können Sie mit ein wenig Glück, viel Recherche, Kommunikation und Hartnäckigkeit das Paket möglicherweise stoppen und wieder zurückbekommen!

BetrügerInnen nehmen auf Kleinanzeigenplattformen vor allem teure Produkte ins Visier. Wer also gerade einen Laptop, ein Smartphone oder eine teure Handtasche weiterverkaufen möchte, sollte sich potenzielle KäuferInnen besser genau ansehen. Denn: Betrügerische KäuferInnen können anhand einiger Merkmale schnell entlarvt werden. Haben Sie den Betrug jedoch zu spät erkannt, gibt es mit ein wenig Glück noch die Möglichkeit, das Paket zu stoppen!

Wie funktioniert Kleinanzeigenbetrug?

Das Ziel der Kriminellen: Ihr Produkt zu erwerben, ohne dafür zu bezahlen. Dafür denken sich die Kriminellen unterschiedliche Betrugsmaschen und Vorwände aus!

Wie die gängigsten Betrugsmaschen auf Kleinanzeigen-Plattformen genau funktionieren, können Sie hier nachlesen. Grundsätzlich können Sie potenzielle BetrügerInnen jedoch an der Art der Kommunikation und unterschiedlichen Aufforderungen erkennen:

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  • Kriminelle kontaktieren Sie in der Regel per E-Mail, WhatsApp oder SMS. Sie nutzen also nicht das Nachrichtenportal der Plattform.
  • Sie als VerkäuferIn sollten Geld überweisen, weil der Käufer oder die Käuferin angeblich zu viel überwiesen hat – für Versicherungen, Versandkosten, Speditionen oder Ähnliches.
  • Die Person behauptet, den Kaufpreis auf ein Treuhandkonto überwiesen zu haben. Das Geld wird angeblich erst an Sie weitergeleitet, wenn Sie eine Versandbestätigung übermitteln.
  • Die Person sendet Ihnen eine Zahlungsbestätigung, auf Ihrem Konto ist der Geldbetrag jedoch nicht ersichtlich.
  • Grundsätzlich gilt: Seien Sie bei Verkäufen ins Ausland vorsichtig! Dass sich die Person gerade im Ausland befindet, ist in vielen Fällen bereits ein Hinweis auf ein unseriöses Geschäft.

Was kann ich tun, wenn ich das Paket bereits versendet habe?

Nicht immer ist Ihr Verkaufsgegenstand verloren. Versuchen Sie das Paket zu stoppen. Zugegeben: Ein Paket zu stoppen ist sehr zeitraubend und auch nicht in jedem Fall möglich. Aber wie Erfahrungen zeigen, in manchen Fällen wirkungsvoll! Wie stellen Sie es am besten an?

Österreichische Versanddienstleister bieten in der Regel keine Möglichkeit an, ein bereits versendetes Paket zu stoppen. Über Umwege, viele Stunden am Telefon und zahlreiche Kontaktversuche per E-Mail, Facebook und Co bekommen Sie Ihr Paket eventuell zurück!

Schritt 1: Finden Sie heraus, wo sich Ihr Paket gerade befindet. Mit der Sendungsnummer können Sie das Paket verfolgen. Kontaktieren Sie auch das Versandunternehmen und fragen nach möglichen Optionen, das Paket aufzuhalten. Fragen Sie auch gleich, an welchen Versandpartner das Paket übergeben wird. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihnen gesagt wird, es sei nicht möglich, das Paket zurückzubekommen!

Schritt 2: Fragen Sie regelmäßig den Status Ihrer Sendung ab. In manchen Fällen haben Sie mit der Zeit Zugriff auf weitere Optionen, wie z. B. die Änderung der Wunschadresse oder des Liefertermins. Das kann Ihnen Zeit verschaffen! Oftmals gibt es auch ein Feld für Anmerkungen. Dort können Sie beispielsweise Hinweise wie FRAUT, STOP SHIPPING, HELP oder Ähnliches hinterlassen.

Schritt 3: Recherchieren Sie, welches Unternehmen im Zielland für die Paketzustellung zuständig ist. Kontaktieren Sie das Versandunternehmen im Zielland und erklären Ihr Anliegen! Es ist jedoch nicht gerade einfach, dort jemanden zu erreichen. Hartnäckigkeit ist gefragt!

Schritt 4: Erfahrungsgemäß erreichen Sie per Telefon oder E-Mail niemanden. Wir empfehlen Ihnen, den Versanddienstleister im Zielland per Facebook, Twitter oder Instagram zu kontaktieren. Finden Sie heraus, welche Kanäle bespielt werden und schreiben am besten mehrere Nachrichten, so wird Ihr Anliegen eher wahrgenommen!

Schritt 5: Damit der Versanddienstleister im Zielland das Paket umleiten kann, benötigt er die Sendungsnummer. Und diese ist oftmals eine andere als die bisherige. Einen Hinweis zur neuen Sendungsnummer finden Sie möglicherweise über die Sendungsverfolgung des österreichischen Versanddienstleisters.

Wichtiger Hinweis: Um Sie vor derartigen Betrugsmaschen zu schützen, bieten manche Kleinanzeigen-Plattformen bestimmte Schutzmechanismen oder spezielle Services an. Willhaben bietet beispielsweise ein neues Treuhandservice an. Willhaben PayLivery sorgt dafür, dass das Geld sicher bei der verkaufenden und die Ware wie versprochen bei der kaufenden Person einlangt. Neben der sicheren Abwicklung des Geschäfts bleiben hier zusätzlich die Zahlungsdaten geschützt.

Reagieren Sie schnell, denn der Paketversand erfolgt in diesem Fall rascher als man sich wünschen würde! Viel Erfolg!

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Quelle: Watchlist Internet
Artikelbild: Shutterstock / Von Tero Vesalainen


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