Kettenbriefe im Internet

„Wenn wir nicht mehr `Grüß Gott´ sagen dürfen…“

Eine junge Lehrerin hätte sich etwas vom Herzen geschrieben, und zwar, was sie davon hält, dass wir die Grußformel „Grüß Gott“ nicht mehr verwenden dürften.

Claudia Spiess, 4. August 2022

Ein freundliches „Grüß Gott“ zur Begrüßung der Schüler und Schülerinnen sei nicht angebracht, „da das die moslemischen Mitschüler beledigen könnte.“ Zu diesem Thema hätte sich eine junge Lehrerin ihren Frust vom Herzen geschrieben, und der Text dazu kursiert nun als eine Art Kettenbrief im Internet.

Kettenbrief zu „Grüß Gott“ / Screenshot Facebook

Das sollte man sich mal richtig durchlesen
Da hat sich Jemand was vom Herzen geschrieben. Und Recht hat sie. Das ist der HAMMER!!! (kommt von einer jungen Lehrerin!)🧐
Liebe verantwortliche Landes- und Bezirksschulräte und Politiker, liebe Ausländer! Wenn wir nicht mehr ‚Grüß Gott‘ sagen dürfen, gibt es nur eine Alternative:

Ihr habt das RECHT, Deutschland zu verlassen, wenn es euch nicht passt!
Schön langsam sollten auch wir in Deutschland wach werden! Zu Schulbeginn wurden in Stuttgarter Schulen, die Kinder von ihren Klassenvorständen informiert, wie man sich in der Gesellschaft zu verhalten hätte. Grüßen, Bitte und Danke sagen, einfach höflich und freundlich sein. Soweit in Ordnung, aber des Weiteren wurde ihnen auch mitgeteilt, dass das uns in Baden Württemberg vertraute ‚Grüß Gott‘ nicht mehr verwendet werden darf, da das die moslemischen Mitschüler beleidigen könnte.
Dazu kann man als Otto Normalbürger eigentlich nichts mehr anfügen und nur mehr den Kopf schütteln.
Ich kann’s gar nicht glauben. Ist aber wahr. Ihr könnt Euch gerne in Stuttgart in den Volksschulen erkundigen.
EINWANDERER UND NICHT DIE Deutschen SOLLEN SICH ANPASSEN!
Ich bin es leid, zu erleben, wie diese Nation sich Gedanken macht darüber, ob wir irgendein Individuum oder seine Kultur beleidigen könnten. Die Mehrheit der Deutschen steht patriotisch zu unserem Land. Aber immer und überall hört man Stimmen ‚politisch korrekter‘ Kreise, die befürchten, unser Patriotismus könnte andere beleidigen.

Versteht das bitte nicht falsch, ich bin keineswegs gegen Einwanderung; die meisten kamen nach Deutschland, weil sie sich hier ein besseres Leben erhofften.
Es gibt aber ein paar Dinge, die sich Neuankömmlinge, und offenbar auch hier Geborene, unbedingt hinter die Ohren schreiben sollten.
Die Idee von Deutschland als multikultureller Gemeinschaft hat bisher nur eine ziemliche Verwässerung unserer Souveränität und unserer nationalen Identität geführt. Als Deutsche haben wir unsere eigene Kultur, unsere eigene Gesellschaftsordnung, unsere eigene Sprache und unseren eigenen Lebensstil. Diese Kultur hat sich während Jahrhunderten entwickelt aus Kämpfen, Versuchen und Siegen von Millionen Männern und Frauen, die Freiheit suchten.

Wir sprechen hier Deutsch, nicht Türkisch, Englisch, Spanisch, Libanesisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch, oder irgend eine andere Sprache. Wenn Sie also Teil unserer Gesellschaft werden wollen, dann lernen Sie gefälligst die Sprache!
‚Im Namen Gottes‘ ist unser nationales Motto. Das ist nicht irgendein politischer Slogan der rechten Parteien. Wir haben dieses Motto angenommen, weil christliche Männer und Frauen diesen Staat nach christlichen Prinzipien gegründet und entwickelt haben.
Es ist also auch nicht abwegig, dies an den Wänden unserer Schulen mit einem Kreuz zu manifestieren. Wenn Sie sich durch Gott beleidigt fühlen, dann schlage ich vor, Sie wählen einen anderen Ort auf der Welt als Ihren neuen Wohnsitz, denn Gott ist nun mal Teil unserer Kultur. Wenn Sie das Kreuz in der Schule empört, oder wenn Ihnen der christliche Glaube nicht gefällt, dann sollten Sie ernsthaft erwägen, in einen anderen Teil dieses Planeten zu ziehen, er ist groß genug. Wir sind hier glücklich und zufrieden mit unserer Kultur und haben nicht den geringsten Wunsch, uns groß zu verändern und es ist uns auch völlig egal, wie die Dinge dort liefen, wo Sie herkamen.
Dies ist UNSER STAAT, UNSER LAND, und UNSERE LEBENSART, und wir gönnen Ihnen gerne jede Möglichkeit, dies alles und unseren Wohlstand mit uns zu genießen.

Aber wenn Sie nichts anderes tun als reklamieren, stöhnen und schimpfen über unsere Fahne, unser Gelöbnis, unser nationales Motto oder unseren Lebensstil, dann möchte ich Sie ganz dringend ermutigen, von einer anderen, großartigen deutschen Freiheit Gebrauch zu machen, nämlich vom ‚RECHT UNS ZU VERLASSEN, WENN ES IHNEN NICHT PASST!‘
Wenn Sie hier nicht glücklich sind, so wie es ist, dann hauen Sie ab! Wir haben Sie nicht gezwungen, herzukommen. Sie haben uns darum gebeten, hier bleiben zu dürfen. Also akzeptieren Sie gefälligst das Land, das SIE akzeptiert hat.
Eigentlich ganz einfach, wenn Sie darüber nachdenken, oder?
Wenn wir dieses Schreiben an unsere Freunde und Bekannten weiterleiten, dann werden es früher oder später auch die Reklamierer in die Finger bekommen. Versuchen könnte man’s wenigstens. Egal, wie oft Ihr es empfangt… sendet es einfach weiter an alle, die Ihr kennt! …
Wie wahr!
Ein Grund mehr, die Grünen sicher nicht zu wählen! 🙈😡

Diesen Text gibt es schon laaaaange

Wir haben bereits 2019 und 2013 über diesen Kettenbrief berichtet.
2019 hat sich auch das Kultusministerium Baden-Württemberg dazu geäußert:

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Hier wird bereits richtig gestellt, dass es sich um eine Fälschung handelt. Es gibt kein „Grüß Gott-Verbot“.

Nur, weil etwas immer wieder gepostet wird, wird es nicht wahrer

Dieser Brief verteilt sich bereits seit einigen Jahren über soziale Netzwerke und Messenger. Das Interessante daran: In den frühen Versionen des Kettenbriefes war anstatt von Baden-Württemberg noch von Schulen in Österreich die Rede. Einige Stellen im Brief wurden verändert und so für Deutschland adaptiert.

Trotzdem lassen sich noch Hinweise auf den österreichischen Ursprung erkennen. So ist im Text die Rede von Volksschulen anstatt Grundschulen. Weiters findet man die Begriffe “reklamieren” und “Reklamierer”. In Deutschland würde man wohl eher von “beschweren” und den “Beschwerdeführern” sprechen.

Zu dem Kettenbrief, der Schulen in Linz, Österreich, betreffen sollte, berichtete der ORF bereits 2008.
2011 veröffentlichte Die Welt einen Artikel zu diesem Thema, wobei es hier eben um Baden-Württemberg ging.
Ein ähnlicher Text wurde übrigens auch 2009 von einem australischen Premierminister „Patriotic Australian Prime Minister“ publiziert.

Fazit

Bei diesem Brief handelt es sich um einen hetzerischen Text, der kein Fünkchen Wahrheit enthält, was die angebliche Ausgangssituation für den Rant angeht. Es gibt weder in Baden-Württemberg noch in Linz das Verbot der Grußformel „Grüß Gott“ in Schulen.

Wie auch das Kultusministerium Baden-Württemberg bereits 2019 erklärte:
„Deshalb stellen wir klar: Das ist eine Fälschung, es gibt kein Grüß Gott-Verbot. Der Text will nur fremdenfeindliche Ängste schüren.“

Quelle: ORF, Die Welt

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