Faktencheck

Kein Fake: Das Massengrab in Mariupol

Aktuell erreichen uns Anfragen zu einem Video, welches angeblich aus Mariupol stammen soll. Zu sehen sind Menschen, die Verstorbene in einem langen Graben beerdigen. Nutzer zweifeln an der Echtheit des Videos.

Tom Wannenmacher, 11. März 2022
Das Massengrab in Mariupol
Das Massengrab in Mariupol

Faktencheck: Wir haben Screenshots aus verschiedenen Standbildern des Videos erstellt und Details unkenntlich gemacht. Es handelt sich dabei um ein Massengrab in Mariupol.

Screenshot: Facebook

Bei der „The Associated Press“ haben wir weitere Informationen zu diesem Thema in Erfahrung bringen können, von denen auch zum Teil diverse Fotos stammen, die neben verschiedenen Videos ebenfalls die Runde machen.

Ein Journalist der „The Associated Press“ hat den Friedhof besucht. Er schätzt, dass rund 50 % der Bestatteten bei einem der intensivsten Angriffe auf die Stadt getötet wurden.

Mariupol hat rund 430.000 Einwohner und wird mittlerweile bereits über eine Woche belagert. Da sich, so die AP, die Leichen stapeln, beeilen sich die lokalen Behörden, die Toten in einem Massengrab zu bestatten.

Auf einem der alten Friedhöfe der Stadt wurde ein tiefer, rund 25 Meter langer Graben ausgehoben. Am Dienstag, 8.3.22, und am Mittwoch, 9.3.22, brachten Mitarbeiter des städtischen Sozialdienstes rund 70 in Säcken oder Teppichen eingewickelte Leichen zu diesem Friedhof. Da aber auch andere Mitarbeiter der Stadt Leichen brachten, war die Gesamtzahl der Verstorbenen am Ende nicht mehr klar.

Viele Menschen starben aufgrund der Angriffe, es gibt aber auch Personen, die eines natürlichen Todes verstarben. Die Behörden sind aktuell nicht mehr in der Lage, die Abholung der Verstorbenen bzw. deren Beerdigung zu arrangieren.

Laut AP waren keine Trauernden anwesend. Bevor die Mitarbeiter des städtischen Sozialdiensts die Verstorbenen in den Graben legten, hätten sich diese bloß schnell bekreuzigt, so die AP.

Quelle: AP

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
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