Kein Fake: Die bärtigen Reiterinnen in „Herr der Ringe: Die zwei Türme“

Ralf Nowotny, 25. Januar 2019
Artikelbild: Shutterstock / Von Anton_Ivanov
Artikelbild: Shutterstock / Von Anton_Ivanov

Manche Fakten sind so skurril, dass man sie erst nicht recht glauben möchte. In diesem Fall handelt es sich aber wirklich um einen Fakt, keinen Fake.

Anfragen bekamen wir zu einem Bild mit Text der Seite „Faktastisch“:

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„Im Film „Herr der Ringe: Die zwei Türme“ sind die Hälfte der Reiter von Rohan in Wirklichkeit Frauen, die mit einem Fake-Bart ausgestattet wurden. Die Frauen kamen zum Einsatz, da sie besser reiten können.“

Missverständlich

Wir wissen genau, dass sich in den Kommentaren bestimmt einige Chauvis nicht zurückhalten können: „Höhö… Frauen und Reiten… höhö“. Lasst es, das wäre sogar dem Autor zu billig.

Tatsächlich wurden in dem Film sehr viele Frauen mit Bart ausgestattet, um Reiter in diversen Szenen zu spielen. Der Grund ist allerdings nicht einfach, „weil sie besser reiten können“, sondern hat einen praktischen Hintergrund, der auch in den DVD-Extras des Films erläutert wird:

„Wir wollten oftmals Reiter, die ihre eigenen Pferde haben. Es gibt einige sehr gute Reiterinnen in Neuseeland, und es wäre dumm gewesen, dies nicht zu nutzen.“

Viggo Mortensen fügte hinzu:

„Manche der Frauen ritten genauso gut oder sogar besser als die Männer.“

Für Mortensen schien das recht verwirrend zu sein, so kam er mit einem der Reiter gut zurecht, ohne zu merken, dass es sich um eine Frau handelt, so gut war die Maskierung.

Die Begründung für die Besetzung ist also nicht, dass Frauen besser reiten können, sondern es war einfach praktischer, PferdebesitzerInnen zu engagieren, die am Drehort, Neuseeland, leben, und zum Großteil sind es halt dort Frauen, die Pferde besitzen.

Ihr könnt euch das Interview mit Dominic Monaghan und Viggo Mortensen hier anschauen:

Gerüchteweise sollen auch noch in einem anderen bekannten Film Frauen mit falschem Bart mitspielen. Wir überlassen da euch den Fact-Check 😉


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
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