Köder mit Rasierklingen gefunden?

Andre Wolf, 12. Juli 2016

Achtung, wir müssen jetzt ganz sorgfältig uns sensibel an dieses Sache herangehen, denn hier schwirren ein paar Ungereimtheiten im Raum. Wir wollen auch grundlegend gar nicht von einem Fake oder ähnlicher Titulierung reden, sondern nur aufmerksam hinschauen, was dort steht – und wie oft etwas erwähnt wurde.

Beginnen wir daher mit dem Erscheinungsbild eines Warnartikels auf Facebook. Es geht um die Warnung aus der Kronen-Zeitung vom 08.07.2016, welche, wenn sie auf Facebook erscheint, den Titel “Warnung vor Ködern mit Rasierklingen in Kärnten” trägt [1].

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Die Rede ist hier von Ebenthal in Kärnten. Öffnet man nun diesen Artikel, dann bekommt man jedoch etwas anderes zu lesen:

Warnung vor Ködern mit Rasierklingen in NÖ

[…] Immer wieder werden ausgerechnet in Ebenthal in Niederösterreich präparierte Köder gefunden

Ok – wir haben soeben das Bundesland gewechselt. Und tatsächlich: es gibt ein Ebenthal in Niederösterreich [2] und auch ein Ebenthal in Kärnten [3]. Kann passieren.

So heißt es hier:

Zuvor hatten Spaziergänger in Ebenthal bereits zweimal innerhalb weniger Tage mit Rasierklingen gespickte Würste gefunden. […]

Der Österreichische Tierschutzverein hat deswegen schon 500 Euro Ergreiferprämie auf den unbekannten Tierquäler ausgesetzt. Immerhin, so Geschäftsführerin Susanne Hemetsberger in einer Aussendung, „könnten sich ja auch Kinder an solch einem Köder verletzten.“


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Was sagt der Tierschutzverein?

In einem Telefonat mit der Pressestelle des Tierschutzvereins wurde recht schnell deutlich: es gibt gar keine aktuelle Warnung des österreichischen Tierschutzvereins zu diesem Thema. Auch dort weiß man nicht genau, wie diese Information entstanden ist. Zudem haben wir mit ein wenig Suchen eine Pressemeldung gefunden, die eben diesen Inhalt wiedergibt, jedoch bereits ein Jahr alt ist und aus der Kleinen Zeitung stammt [4][5]:

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Hieraus wird nun recht deutlich, dass im Jahre 2015 das Ebenthal in Kärnten betroffen war.

Aus diesem Artikel erfährt man nun von einem ähnlich gelagerten Vorfall in Klagenfurt Anfang August und exakt zu jenem Klingenfund passt dann auch die Aussendung des Tierschutzvereins bezüglich der Auslobung von 500 € [6]:

Der Österreichische Tierschutzverein hat sich entschlossen, der Polizei unter die Arme zu greifen und für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen, eine Prämie von € 500 auszuschreiben.

Info von der Kronen-Zeitung

Natürlich ist es möglich, dass eventuell ein neuer Fund existiert, der bisher nicht bekannt war. Daher haben wir die Kronen-Zeitung angeschrieben und um eine kurze Info gebeten, woher diese Meldung stammt.

Immerhin haben wir bereits am gestrigen Tage (11.07.2016) eine kurze Meldung bekommen, dass unsere Anfrage zum entsprechenden Redakteur geleitet wurde, jedoch liegt bis heute (12.07.2016) keine Antwort oder entsprechender Hinweis vor.

Da wir wie gesagt hier weder negieren, noch bestätigen können, geben auch wir die allgemeingültige Info, wie sie auch der Österreichische Tierschutzverein gibt:

Bringen Sie Ihren Hund oder Ihre Katze beim geringsten Verdacht einer Vergiftung sofort zum Tierarzt! Besser ein falscher Alarm als späte Reue, so wie auch die Polizei empfiehlt, Hunde an der Leine zu halten und auf Veränderungen in der Landschaft zu achten und verdächtige Gegenstände sofort zu melden.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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