Panorama

Kampf gegen Fake News

Verschwörungstheorien sind keine Erfindung der Neuzeit. Doch mit dem Aufkommen des Internets und der sozialen Medien ist deren Reichweite deutlich größer geworden. Damit gehen große Gefahren einher.

Tom Wannenmacher, 6. April 2022
Der Kampf gegen Fake News
Der Kampf gegen Fake News

Wenn früher jemand offenkundigen Mist erzählte, wurde dieser normalerweise einfach als Wirrkopf abgestempelt. Heute jedoch vernetzen sich viele dieser Wirrköpfe und bilden so eine zahlenmäßig durchaus eindrucksvolle Community. Nun ist Verschwörungstheorie nicht gleich Verschwörungstheorie und bei weitem nicht jeder, der dieser anhängt, ein Wirrkopf. Doch die Anzahl von Falsch- und Desinformationen im Netz hat längst ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Besonders fatal ist die Geschwindigkeit, mit der sich Fake News verbreiten. Dabei ist es keineswegs immer einfach, wahr und falsch zu unterscheiden.

Luxusuhren als Geldanlage: Wenn einem dagegen am Strand von Palma oder Pattaya eine angeblich echte Rolexuhr zum Schleuderpreis von 100 Euro angeboten wird, sollte jeder den Braten sofort riechen. Denn der wahre Preis für hochwertige Uhren ist den meisten Menschen hinlänglich bekannt. Wer Luxusuhren online erwirbt, kann je nach Angebot sicher den ein oder anderen Euro sparen. Doch Käufer dieser Uhren haben mit ihrer Anschaffung in der Regel eine ganz andere Motivation als Schnäppchenjagd. Manchen sehen in ihnen sogar ein lohnenswertes Investment. Bestimmte Uhren erfahren über die Jahre durchaus signifikante Wertsteigerungen. In Zeiten der Nullzinspolitik ist Kreativität bei der Wahl der Geldanlagen gefragt. Daher können hochwertige Uhren unter bestimmten Umständen eine mögliche Alternative sein. Diese findet man aber sicher nicht bei den Strandverkäufern in den Urlaubsregionen dieser Welt.

Fake-News durch Fake-Seriosität!

Schwerer zu erkennen ist da schon der Wahrheitsgehalt von Fake News im Netz. Denn längst nicht alle Theorien fallen in die Kategorie himmelschreiender Unsinn. Im Gegenteil, manches hat durchaus einen wahren Kern, ist jedoch möglicherweise völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Dabei ist es egal, um welche Themen es sich handelt. Sehr häufig werden Fake News aber in den Bereichen Politik, Ernährung oder Gesundheit gestreut. Studien zufolge verbreiten sich Falschinformationen deutlich schneller im Netz als Fakten. Doch welche Gründe gibt es dafür? Zum einen werden Fake News häufig auf eine professionelle Weise dargestellt. In Form von seriös wirkenden Nachrichtensendungen werden die Meldungen von gut gekleideten Moderatoren verlesen und oft durch Beiträge sogenannte Experten oder Wissenschaftler aufgepeppt. Vorangestellte Doktortitel erwecken darüber hinaus den Anschein von Kompetenz.

Gefangen in der eigenen Meinungsblase

Zum anderen tragen Algorithmen in den sozialen Medien sicher eine Mitschuld an der schnellen Verbreitung von Fake News. Es liegt in der Natur des Menschen, sich die eigene Meinung oder das eigene Weltbild von anderen bestätigen zu lassen. Daher wird sowohl gezielt nach den passenden Informationen gesucht, als auch anderslautenden Quellen generell misstraut. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt werden Fakten, die nicht zu der eigenen Ansicht passen, bewusst ignoriert. Algorithmen sorgen nun dafür, dass einem auch vermehrt Beiträge und Links präsentiert werden, die diese bereits gefestigte Meinung stützen. Auf diese Weise manifestiert sich die eigene irrige Meinung immer mehr und es wird immer schwieriger, diese aufzubrechen.

Nicht jede Verschwörunogstheorie ist auch eine!

Mitunter hat man den Eindruck, dass manche Menschen oder Medien sehr schnell mit dem Begriff der Verschwörungstheorie bei der Hand sind. Deren Anhänger werden dann bewusst als Schwurbler diskreditiert und andere Meinungen abseits des Mainstreams nicht mehr zugelassen. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass so manches, was heute als Tatsache anerkannt ist, lange als Verschwörungstheorie galt. Das beste Beispiel ist hierbei die Watergate-Affäre in den 1970er Jahren.


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