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Kamera gehackt, beim Porno gucken gefilmt?

Kathrin Helmreich, 28. Februar 2019
Beim Porno gucken erwischt und erpresst? / Artikelbild: goffkein.pro - Shutterstock.com
Beim Porno gucken erwischt und erpresst? / Artikelbild: goffkein.pro - Shutterstock.com

Per E-Mail wollen Abzocker Kohle machen. Sie behaupten, den Empfänger bei sexuellen Handlungen gefilmt zu haben und erpressen ihn.

Wie unser Kooperationspartner checked4you warnt, stehen manchmal in den Mails sogar echte Passwörter oder Handynummern des Empfängers!

Das Wichtigste in Kürze:

  • Per Mail wird versucht, Empfänger mit angeblichen Filmaufnahmen zu erpressen, die sie bei sexuellen Handlungen zeigen sollen.
  • Es gibt keine Hinweise, dass jemals tatsächliche Aufnahmen gemacht wurden.
  • Betroffene sollten nicht zahlen, aber die Polizei informieren.

Die Erpressung kommt per E-Mail. An eine bestimmte Bitcoin-Adresse soll Geld gezahlt werden. Damit könne der Empfänger verhindern, dass Aufnahmen von ihm im Netz veröffentlicht werden. Diese Aufnahmen sollen ihn bei sexuellen Handlungen beim Ansehen eines Pornos zeigen.

Der Absender behauptet, die Kamera des Smartphones oder Computers des Empfängers gehackt zu haben und so an die Aufnahmen gekommen zu sein, berichtet das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz. Beispiele dazu lest ihr in den Kommentaren unter diesem Text und auf verbraucherzentrale.nrw. Wie die Polizei Bochum mitteilt, werden ähnliche Erpresserschreiben sogar als Briefe verschickt.

Allerdings solltet ihr nicht in Panik verfallen, wenn ihr so einen Brief oder eine E-Mail bekommt!

„Bei den Drohmails handelt es sich um einen Massenversand an beliebig ausgewählte Adressaten“,

teilt das LKA mit. Es ist also vermutlich schlicht Spam! Die Ermittler haben keine Hinweise darauf, dass die Computer oder Handys der Mail-Empfänger tatsächlich gehackt wurden oder dass tatsächlich solche Videos, wie vom Absender behauptet, existieren.

Wir von mimikama haben bereits über einen Fall berichtet, in dem ein Facebook-Nutzer mit gefälschten Chats auf ähnliche Weise erpresst wurde und tatsächlich der Arbeitgeber informiert worden sein soll. Werdet ihr also mit einer E-Mail oder einem Brief erpresst, erstattet Anzeige bei der Polizei!

Um ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen, setzen die unbekannten Absender auch echte Passwörter in die Mail, die der Empfänger tatsächlich irgendwo nutzt. In manchen Mails stehen auch Handynummern oder Postanschriften der Empfänger, berichten u.a. checked4you-Leser in den Kommentaren unten.

Die Infos stammen vermutlich aus geknackten Datenbanken und haben nichts mit der Behauptung in der E-Mail zu tun. Solltet ihr so eine Nachricht erhalten und euer Passwort erkennen, ändert es überall dort, wo ihr es nutzt! Generell empfehlen wir ja aber sowieso, für jeden Dienst ein eigenes sicheres Passwort zu verwenden.

Bei aller Panik, die solche Nachrichten auslösen können: Zahlt nicht überstürzt, sondern wendet euch erst mal an die Polizei! Das geht auch über die Internetwache.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
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